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[1] (1857)
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daß sie einmal über das anderemal laut auf-lachten.

So mochten sie bereits mehrere Stundenfortgewandert sein, als die Katze mit einemmalemüde zu werden schien und langsamer vorihnen herging. Ja, als sie in die Gegend desHaselbacheS gekommen, war sie so ganz undgar ermattet, daß sie sich die Quere über denWeg legte, und wie leblos liegen blieb.

Die Kinder fingen laut zu weinen an,da sie meinten, das liebe Thier wolle sterben, ^selbst Germar, der um die Katze besorgt wurde,trat zu ihr, und wollte sie eine Strecke tragen,aber er fand sie so schwer, daß er sie kaumerheben konnte.

Als er sie aber kräftiger erfaßte, sah er, ?daß die Katze steif und todt, ja nach näherer !Besichtigung fand er sogar, daß es nicht einmaleine wirkliche Katze, sondern ein getrockneterKatzenbalg sei, der an Hals und Bauch mitNesteln und Riemen zusammengebunden war.

Voll Erstaunen über diese seltsame Ent-deckung löste Germar die Nesteln und o

Himmel, der ganze Katzenbalg war mit eitelGold und Silber ausgefüllt.

Da sanken Germar und sein Weib auf dieKniee nieder, und beide dankten mit Thränenim Auge ihrer großmüthigen Wohlthäterin, inwelcher sie jetzt nur zu gut die Bergfrau desMeisners, die berühmte Frau Holle erkannten,welche sie Wohl früher in der Gestalt des altenMütterchens auf die Probe gestellt habenmochte. !

Als aber ihr erster Freudenrausch verflogenWar, verschlossen sie das Geschenk wieder in j

den Katzenbalg, und eilten fröhlichen Herzensund Gemüthes nach Haussen, von dessen !

Kirchthurmspitze ihnen der Hahn wie ein Glückverheißender Prophet über die Baumwipfelentgegenblitzte ^

Nach wenigen Tagen schon kaufte Germarin Haussen ein reinliches freundliches Bauern-gehvfte sammt Ackerland an sich, und lebte indiesem mit den Seinen noch lange ein ruhigesund zufriedenes Leben, als dessen Stifterinnoch Germars Enkel die wohlthätige FrauHolle mit gerührtem Herzen verehrten.

I

Der Teufel und der Schmied.

Irisches Märchen, nach dem vosksniunde von W. Herchenbach.

In Irland lebte einmal ein Schmiede,der trotz seines Fleißes und seiner Rechtschaf-fenheit auf keinen grünen Zweig kam. Daranmochten zwei Dinge Schuld sein, nämlich seineallzugroße Liebe zum Whysky und seine Son-derbarkeit. Was letzteres betrifft, so war erin der That ein drolliger Kauz, der ganz undgar von der allgemeinenen Handlungsweise derMenschen abwich.

Zu diesem Schmiede kam einst ein Engelund begehrte Speise und Nachtherberge. L)b-schon nun unser Sonderling selbst nicht vielzu beißen hatte, so nahm er den Bittenden, derin zerlumpter Bettlergestalt vor ihm stand, den-noch freundlich auf und übte die Irische Gast-freundschaft, so weit es seine Kräfte vermochten,trachtete auch, dem Bettler mit allerlei Kurz-weil die Zeit zu vertreiben und den Aufenthaltin seinem Hause angenehm zu machen.

Am andern Morgen streifte der Bettler

sein armes Gewand ab und stand mit glänzendenSchwinge» und leuchtendem Amlitze vor seinemWirthe. Siehe, sprach er, ich kam, dein Herzzu prüfen, und da du die Probe so glänzendbestanden, so will ich dich so gut belohnen,daß du dein Lebenlang an meinen Besuch mit !Freuden zurückdenken sollst. Du bist arm und !darbst dich kümmerlich durch das Jahr; thue !nun drei Wünsche und sei versichert, daß sie !in Erfüllung gehen, seien sie auch noch sokühn-

Der Schmiede kratzte sich bei diesem un-erwarteten Anerbieten am Kopfe lind schien zuüberlegen, bei welchem Wunsche er sich ambesten stehe. Endlich sprach er: So wünscheich erstens, daß Jeder, welcher sich auf denStuhl da in meiner Schmiede setzt, so langesitzen bleiben muß, bis ich ihm erlaube, auf-zustehen; zweitens, daß, wer meinen L-chmiede-hammer anfaßt, so lange fortklopfen muß, bis !ich ihn davon erlöse; drittens, daß Alles, was -