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[1] (1857)
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Aber schon lief die Katze vor den Verirrtenher, sah sich nach ihnen um, kehrte sodannzurück, als wolle sie die Zögernden ermahnenihr zu folgen, und lief wieder voraus.

Germar und seine Familie hatten keineandere Wahl, als ihrer seltsamen Leiterin zufolgen.

So mochten aber kaum noch einige hundertSchritte fortgegangen sein, als Germar lautaufjubelte, denn aus dem finsteren Gebüscheschimmerte ihm plötzlich das Licht eines Fenstersentgegen.

Die Katze hat uns nicht angeführt, riefGermar freudig aus. Hier ist eine Wohnung,hier finden wir auch Aufnahme, laßt uns nurschnell darauf lossteuern. Bald hatten siedas einsame Häuschen erreicht, auf welchesdie Katze sogleich lossprang und heftig zuschreien und zu miauen begann.

Die Thüre that sich aus und eine jungebildschöne Frau mit bleichem Antlitze standvor ihnen, eine Ampel in der Hand.

Ihr habt Euch gewiß im Walde verirrt?redete diese die Wanderer mit wohltönenderStimme an. Nun tretet nur herein. Ihr sollthier Nachtimbiß und Unterkunft finden.

Mit vielen Danksagungen folgte Germarmit den Seinen dieser Einladung, und tratin die geräumige Wohnstube, welche einfachaber höchst zweckmäßig eingerichtet war. Nurkonnten sie sich nicht genug über die vielenKatzen und Kätzchen wundern, von denen dieHausbesitzerin eine ganz besondere Freundinzu sein schien, denn überall sprangen undkletterten diese muthwilligen Thiere umher, undtrieben sich spielend und balgend durch dieStube.

Die wackere Hausfrau aber war indessennicht müßig geblieben, und hatte bereits aufdem Heerde ein lustiges Feuer angefacht, undzwei große Bahren mit saurer Milch undButler und fettaugichtem Käse herbeigebracht,nebst dem Haferbrei den sie ihnen selbst bereitete,zum Nachtmahle vorsetzte.

Germar und die Seinen ließen sich's aufdas Beste schmecken, und hatten sich lange nichtso fröhlich und wohlgemutst gefühlt, als jetztunter dem Dache der gastlichen Wirthin.

Als sie ihr Nachtmahl verzehrt hatten,-führte sie die Frau in eine kleinere Stube, inwelcher fünf reinliche Schlafstellen, als wieeigens für sie bestellt, bereitstanden, und ermahntesie nun, ihrer Ruhe zu pflegen.

Die überglücklichen Wanderer dankten nochvielmals ihrer Wohlthäterin, und überließensich bald einem wohlthuenden Schlummer.

Die Morgensonne strahlte bereits zumFenster ihrer Gemächer hinein, als sie sichihren Pühlen entwanden, um ihre Wanderungwieder fortzusctzen, aber schon auch nahte diefreundliche Wirthin mit dem Morgenbrode.

Als sie dieses zu sich genommen, und sieden Kindern auch noch die Säcke mit roth-wangigten Aepflein vollgestopft hatte, fragtesie Germar: Nun sagt mir, wohin Ihr zuwandern gesonnen seid, damit ich Euch Auskunftertheile, und Ihr Euch nicht wieder verirrt indem großen Walde, denn nicht überall dürftetIhr eine gleiche Aufnahme finden, wie heuteNacht.

Wir wollen nach Haussen, sagte Germar,in der Hoffnung dort Unterkunft und Arbeitzu finden.

Da habt Ihr noch einen weiten Weg zumachen, erwiderte die Frau, und es wird ambesten sein, wenn ich Euch einen Wegweisermitgebe. Nach diesen Worten schellte sie miteiner Glocke und rief in die Küche hinaus:Kiezchen, Miezchen, Kiezchen, schnell herein!und alsogleich erschien eine roth und schwarzgetigerte Katze unter der Thüre.

Geh' sogleich mit diesen Leuten, sprach siezu de>- Katze, welche ihre Herrin mit klugenAugen anblickte, und führe sie den nächsten Wegnach Haussen. Folgt nur der Katze, fuhr siezu Germar gewendet fort, sie wird Euch schonden rechten Weg geleiten. Auch könnt Ihr sieals ein Angedenken an mich behalten. Ihrseht ich habe der Katzen genug, welche mirdie häßlichen Mäuse vertreiben, von denendieser Berg seinen ursprünglichen Namen erhielt.

Ach, wie können wir Euch für alles danken,was Ihr ... sagte Germar.

Sparet Euren Dank, erwiderte die Frau,es freut mich gute Menschen unterstützen zukönnen. Doch lebet wohl, meine vierbeinichtenHausgenossen und Genossinnen haben heuteihr Morgenbrod noch nicht erhalten und rufenschon darnach. Und wirklich erhob sich auchein lautes Katzengeschrei und Geschnurre inder Nebenstube, in welche sich die Hausfraueiligst verfügte.

Germar und die Seinen verließen hieraufdas Haus und folgten der Tigerkatze, welcheschon eine kleine Strecke vorausgegangen war,und sich nach ihnen umsah.

Lustig lief nur das leichte Thier vor ihnenher, und ergötzte durch hundert possierliche Kreuz-und Quersprünge Gcrmars Kinder, die mitihrem neuen Gesellschafter balv gute Kamerad-schaft gemacht batten, über die Maßen, so