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Sigar hatte cs mitbringe» lassen, weil erschon Havelok's Stamm ahnte und ihn prüfenwollte, ob er auch sicherlich Günther's Sohn sei.
„Blase dies Horn!" sagte er, „wenn duHavelok bist, wie du sagst, so wirst du damitbald deine Getreuen um dich versammeln.Blase
„Ich bin wohl kein Hornbläser je gewesen",crwicderte Havelok, aber ich will auch dieKunst versuchen!" Setzte also das Horn, dasschwer von Gold und mit Edelsteinen besehtwar, an den Mund und wie er zu blasenanhub, erklangen die Stöße gar gewaltig undhell durch die Nacht, daß es für alle Gerechteneine Freude war, cs anzuhören.
Aber ein Schreck ergriff die Hodulf'schen,daß sie sich abseits machten und bald nur! Günthers Getreue auf dem Platze waren.
! Havelok ließ das Horn aber lustig weiter
ertönen, als ob es Jubel und Schlachtmusikwäre und hatte große Freude.
Da kamen Argentilla mit ihrem Schützeraus dem Thurme zu ihm und desgleichen vieleEinwohner der Stadt und Alle huldigten ihmals ihrem rechtmäßigen Herrn und Könige.
Sie zogen daraus in des SeneschalSigars Schloß und sandten Boten aus nachallen Seiten, daß die Getreuen Günthers sichzu seinem Sohne und Erben schaarten.
Und schon am Morgen war ein streitbaresHeer versammelt, das von Stunde zu Stundewuchs. Denn aus jedem Dorfe kam, werSpieß und Streitart führen konnte, und soordnete Havelok sic sofort, wie cs die Kriegs-zucht vorschreibt, und führte sie nach derHauptstadt, wo Hoduls Hof hielt.
; Dieser hatte schon Kunde von der Rück-
^ kehr Haveloks erhalten und alle seine Truppenschnell zusammen gerufen, um den Angriff zuj bestehen. Aber Havelok war eher da, als
i Hoduls sich dessen versah, und hieß sein Heer
rasten, als er Hodulfs Feldlager ansichtig, wurde. Er nahm sein Schwert zur Hand
> und stürmte allein in das Lager, denn erj fürchtete sich vor Nichts in der Welt.
Und als er in das Lager hinein sprengte! und das Königshorn ertönen ließ, war ein
! Zittern und Beben bei allen Hodulf'schen.
! Hoduls aber selbst wüthete, daß ihm sein Reich
j geraubt werden sollte, und stand gerüstet vor
> seinem Zelte. Da kam mit Hellen Hvrntönen
> Havelok heran. Hoduls setzte sich auch schnell
! auf sein Strcitroß und spornte es Havelok
entgegen.
1 Aber der Streit währte nicht gar lange.
- Havelok schlug mit dem ersten Hiebe Hoduls
das Schwert aus der Hand und mit demzweiten trennte er ihm das Haupt vom Rumpfe,daß es weit dahin rollte in den Sand.
So tödtete er den Vcrräther vor all seinemVolke und war Keiner, der weiter zu kämpfenLust gezeigt hätte. Alle flehten um Gnadeund versprachen ihm willig und treu zu dienen.Und Havelok ließ allen Verführten Gnadewicdcrzähren und im ganzen Lande Friedenund Wiederkehr der alten Rechte und Gerecht-same ausrufen, über die Treubrüchigen abersaß er strenge zu Gericht und schonte ihrerKeinen.
Dann aber ließ er das Schloß für Argen-tilla neu Herrichten und Alle, die er berief,Jung und Alt, Arm und Reich, dienten demherrlichen jungen Königspaare mit Treue undSorgfalt.
Gegen die Krönungszcit aber sandte erGrims beide Söhne, die er zu den Erstenunter sich gemacht hatte, gen Grimsbay, umseinen alten Pflegevater und die gute FrauSaburg abzuholen, und als sie gekommenwaren, wurde die Krönung voll Jubel undviel Feierlichkeit vollzogen. Zumal aber warendie beiden graubärtigen Helden Sigar undGrim ohnmaßen erfreut und blieben als treueRäthe und Freunde Haveloks nunmehr immeran seinem Hofe.
So waren sie in Ehren lind WürdenHerrscher von Dänemark und getrauetc sichKeiner, mit dem starkmüthigen Havelok inFehde zu treten. Darüber wurde ihr Reichimmer mächtiger und blühete, wie nie zuvoroder später. Auch gebar die schöne Argentillaihrem Gatten in vier Jahren zwei starkeKnaben, deren ersten sie Carl und den zweitenBalduin nannten. Und baten allezeit Gott,daß er sie in keiner treuen Hut großwachsenund gedeihen lasse.
Danach aber vermahnte Argentilla ihrenGemahl, nach England überzufahren, um ihrErbe zu gewinnen, das ihr König Alst, ihrOheim, schändlicher Weise entzogen hatte.„Wir haben noch Rache an dein Buben zunehmen", sagte sie. „Vielleicht giebt er willigheraus, was ihm nicht zusteht. Weigert ersich, so laß ihn deine Macht fühlen."
Havelok sagte Ja und ließ eine kleineFlotte mit wenigen, aber starken Männernausrüsten, denn er wollte kein großes Blutbadanrichten und das Beste wieder selbst thun.
Und nach einer langen und mühseligenFahrt, auf der er viele Schiffe verloren hatte,kam er nach Carleflur, wo er landete undBotschaft an Alsi schickte, er solle das Land
so»