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Als sie nämlich Durch die dunklen Straßenhingingen, um ihr Gasthaus zu erreichen,waren ihre Begleiter heimlich mit HodulfsKriegsknechten einverstanden und gedachten,die drei Männer zu erschlagen, die schöneArgentilla aber, die Allen sonderlich gefiel, zurauben und danach denn als Sclavin zu ver-lausen. Denn in jener Zeit wurden Menschennoch verkauft, wie unvernünftige Thiere.
Stürzten also verabredeter Weise an derStadtmauer wohlbewahrt und in großen Haufenauf die Bier her und meinten bald mit ihnenfertig zu sein. Aber es kam anders.
Havelok drängte Argentilla in die Thür-nische eines hoben und großen Mauerthurmsund trat mit seinen Gefährten vor sie, um siezu vertheidigcn und den Angriff abzuschlagen.Ihre drei guten Schwerter waren nicht trägeund bald lagen viele der Angreifer im Blute,die übrigen liefen fort, neue Genossen zuihrer Schandthat herbeizuholen.
Inzwischen sah Havelok sich um, konnteaber nicht Weg noch Steg erkennen, beschloßalso den Mauerthurm zu öffnen und im ThurmeArgentilla zu schützen. Also thatcn denn auchdie Drei, verschlossen die Thüre hinter sich,verrammelten sie auch mit Balken und Steinenvon Innen wohl und waren damit eben fertig,als von allen Seiten her die schandbarenGesellen und Kricgskncchtc Hodulfs hcran-stürmtcn, den Thurm angriffen und ihr Vorhabennun in Ausführung bringen wollten.
Havelok batte indcß Argentilla in einemkleinen Thurmgcmach wohl untergcbracht undwar selbst mit den Freunden oben aus dieZinnen gestiegen, um von dort den Feind zuerwarten.
„Da kommen sie!" ries er, „und nunIhr Brüder, macht cs wie ich." Und damitlößte er einen der schweren obersten Stein-quadern los und schleuderte ihn mitten in denherandrängenden Hausen, daß wohl ein halbesDutzend auf der Stelle todt blieb.
Darüber wurden die Soldaten Hodulfshitzig und drängten wüthend an den Thurmheran, vermeinend, mit ihrer großen Anzahlder drei Fremdlinge bald Herr zu werden.Aber die Steine des Maucrkranzes auf demThurme flogen unausgesetzt und dicht wieHagelkörner unter sie, 'so daß bald ein Wallvon Steinen und Leichen unter dem Thurmeentstand. Und Havelok warf die großen Steine,die beiden jungen Grim die kleineren, trafenallezeit gar gut und wäre ihnen dieser Kampf,der gar lange dauerte und nicht aufhören wollte,schier eine, artige Belustigung gewesen, wenn
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sie nicht um der schönen Argentilla wegen 'Sorge gehabt hätten. l
Dazu auch hatten sie bald den halbenThurm heruntergeworfen, so daß er nur nochdie halbe Höhe hatte und sie bereits dieTreppenstufen zu Wurfgeschossen gebrauchenmußten, die zu Argentilla's Zufluchtstätteführten.
Es war schon über Mitternacht und dieganze Stadt in Aufruhr. Da sah Havelok,der eben wieder mit einem glücklichen Wurfeeinen Reitersmann und zwei Schildknappenniedergeworfen hatte, mit Fackeln und vielMannschaft den alten Sigar heranstürmen.
Und sah es gar herrlich aus, wie der lange,weiße Bc»rt des alten Herrn im Fackellichteund der Nachtluft hin und her wehte.
„He, Hollah! Frieden!" rief er, haltetein, ich bin der Seneschal und werde dieAnstifter dieses bösen Aufruhrs strafen!"
Damit trat er an den Thurm und wieer das Stück Arbeit sah, das die drei bereitsvollbracht hatten, war sein Staunen nichtgeringe und hieß alle Mannschaft rings zurück-treten, auf daß er mit den drei Tapferen aufdem Thurme sprechen könne.
Havelok stand ruhig oben, eine halbeSteinsäule in den Armen haltend, und feineGenossen rissen neben ihm die Steine los,damit sie für weiteren Kampf gerüstet wären.
Wie Sigar nun hinaufschaute, bedäuchtees ihn, als Havelok stärker wäre und gewaltiger,als zuvor. Das hatte die Freudigkeit desKämpfens getban, die allezeit den Tapferenschöner und stärker macht.
Da rief Sigar: „So ruhte mein guterKönig in der Schlacht aus, wenn er neuerFeinde harrte. Wirf nicht mehr, junger Kämpe,ich gebe Waffenruhe, aber sage mir, wer du ,bist, denn ich meine, deinen Stamm zu kennen." ,
„Ja!" ries da Havelok, „ich bin KönigGünthers Sohn, Havelok ist mein Name undwer es mit seinem"Königshause redlich meint,stehe zu mir!"
Damit schwang er sich von dem Thurmenieder und hieß einen seiner Freunde ihmfolgen, den anderen ließ er zu Argentllla'SSchuh auf dem Tburme.
Sigar aber breitete beide Arme aus,Havelok an seine Brust zu drücken, und rieflaut: „Gesegnet sei die Stunde deines Einzugs, !
nun mögen die Getreuen frohlocken, aber j
zittern soll, wer Verrath begangen hat!" !
Und sogleich ließ er sich König Günthers !
Horn reichen, das Niemand zu blasen vermochte, I
als wer aus Günthcr's Blut entstammt war. -