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[1] (1857)
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^ das fromme Gesicht des Schlafenden sic beruhigt

! hätte. Wie sie nun so auf ihn hinschaute

s und sich zuerst keinen Rath wußte, gedachte

! sic eines alten Einsiedlers, der nahebei im

! Walde wohnte und ihr schon oft Trost und

! Geduld cingcsprochen hatte. Den beschloß sie

herbei zu holen und hatte sich bald geschürzt,

! um hinaus zu gehen. Sic sah, daß ihr Gatte

ruhig schlief, schloß also die Hütte vorsichtigund war bald im Walde bei dem Einsiedler.

Lieber Vater", sprach sic, kommt dochschnell mit mir dort durch die Gärten, wo einKranker, der mein Gatte ist, Eurer Hülfebedarf. Ach, er brennt und ich kamt ihm nichthelfen!"

! Der Einsiedler ergriff seinen weißen Stab

! und schritt schnell mit der Argentilla nach der

! Hütte, wo sie Havelok noch fanden, wie

Argentilla ihn verlassen hatte.

Das Flämmchen stand dicht über demMunde des Schlafenden. Als der Alte essah, sprach er lächelnd:Liebes Kind, haltegetrost deinen Finger in das Flämmchen, eswird dich nicht verbrennen."

Argentilla that cs und wirklich fühlte siedavon keinen Schmerz, vielmehr eine angenehmeGluth, die sich auch wohlthätig in ihremganzen Leibe verbreitete, so daß neue Kraftj sind große Freude sie durchdrang.

Siehe, liebe Argentilla", sprach der Greis,der hier liegt und schläft, ist kein gewöhnlicherMensch, sondern ein Auserkorener Gottes undsicherlich ein Königssohn, wenn er es auchselbst nicht wissen sollte. Ich weiß, daß Alsidich mit ihm vermählt hat, um dich zu ernie-drigen, aber er hat dich erhöht ohne Gleichen,darum sei froh!"

Und das war Argentilla denn auch rechtvon Herzen. Sic konnte cs nicht unterlassen,ihrem Gemahldcn ersten schüchternen Kuß ausseine noch bleichen Lippen zu drücken und saß dannmit dem Einsiedler am Bette nieder, des Kran-ken zu Pflegen, der wie verklärt da lag.

Da erzählte Argentilla dem Einsiedlerauch ihren Traum, wie cs sie bedäucht habe,daß sie mit dem Cuaran, von dem sie nichtgewußt, daß sie ihn schon gesprochen, als seineFrau über Meer gefahren sei, gar btticruchweinend und klcinmüthig. Da feien sie ineinen Walo gcrathen in fremdem Lande.Ach",sagte sic,es war ein schrecklicher Traunn Ichsah einen wilden Bären, der eine Menge Fuchsebei sich hatte, also daß die ganze Gegend davonerfüllt war. Die wollten alle den Cuaranairfallen, aber da kamen von der anderen Setteviel starke Hunde, die ikm vcrtheidigten, und

einer von den Hunden riß den Bären rriederund erwürgte ihn. Die Füchse flohen, als siedas sahen, dairn wieder kamen sie einzeln zudem Cuaran gekrochen, als wollten sie umGnade flehen. Und der Cuaran ließ sie bindenund kehrte zum Meere zurück und wurde einherrlicher Armin, wie ein König anzusehcn.Und die Bäume des Waldes neigten ihreWipfel vor ihm und das Meer schwoll mitgewaltigem Brausen bis vor seine Füße, alswolle es ihm huldigen. Da lächelte der Cuaranrecht wie ein Herrscher. Ich aber war so vonAngst erfüllt, daß ich erwachte und dannplötzlich auch meinen Namen von ihm aus-sprechcn hörte. Nachher erkannte ich ihn wieder,denn ich habe ihn vor drei Monden mit seinenBrüdern, den andren Söhnen Grims, an dasLand steigen sehen und er hat mir damalsfreundliche Worte gesagt und mir seine Dienstegeweiht. Ach, Vater, nun ist er mein ange-trautcr Ehegemahl und ich liebe ihn ganzunaussprechlich. Tröste du mich und sage mir,ob diese Liebe sündhaft ist."

Der Einsiedler hatte ihr fleißig zugehörtund dabei bald aus Havelok, bald auf Argentillahingeschen. Als sie schwieg, sprach er mitHändefalten ein Gebet zu Gott und legte ihrdann den Traum also aus.

Liebe Argentilla", sprach er,was duvon deinem Gatten geträumt hast, wird baldin Erfüllung gehen. Ich sage dir, sei fröhlich,denn ich erkenne, daß er aus königlichemStande ist und daß mancherlei mächtiges Erbeihm zufallcn wird. Seine Widersacher under hat mächtige Widersacher werden zuSchanden werden und sich vor ihm beugen,viel Volk wird zu ihm kommen und er wirdKönig sein und du Königin. Was ich dirverkündige, wird sicherlich geschehen!"

Und als sie noch so sprachen, erlosch dieFlamme über Haveloks Lippen, und er erwachte.

Da sprach der Einsiedler:Mein Sohn,sage mir, wer du bist und von wo du gekommenbist gen Nichola?"

Havelok versetzte:Ich bin von Grimsbaygekommen, wie wir die Bucht nannten, an dermein Vater sich angcstcdelt hatte. Mein Vaterist Grim, der Fischer, und meine alte Mutterheißt Saburg. Mit zwei Brüdern bin ichhiehcr ausgefahren, aber ich weiß nicht, ob ichsie nach dem Unfall von Gestern noch amLeben finden werde, denn man hat uns bösezugesetzt."

Suche deine Brüder auf", sagte da derGreis,und ziehe mit ihnen und deiner FrauArgentilla fort von diesem Lande, das du einst