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[1] (1857)
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Da beriethen sich seine gehorsamen Diener !sehr und sagten, es sei gewiß Gottes Wille, ^daß er das Land behalte, da es sein Willesei. Endlich beschlossen sie einstimmig einen ^Rath und ihr Vornehmster sagte also:

Lasse, o König Alst, die Jungsrau weitweg führen über das Meer gen Britanicnund befiehl sie deinen guten Vettern daselbst,aus daß vie sie in ein Kloster stecken, dort magsie Nonne werden und ihr Lebelang Gottdienen, das wird ihrer Seele das Beste sein."

Euer Witz und Eure Weisheit ist dünngesät", holmlackte Alsi dagegen.An dieAuskunft habe ich auch gedacht, aber sie genügtnicht. Es könnte ein Wagehals die Jungfraudort ausfindig machen und sie ehelichen, wozusie gewiß gern die Hand böte und Ja sagte,dann hätten wir bald alle Pestilenz im Landeund wer weiß, wie cs dann ginge. Ich habecin besseres Mittel ausgedacht, das ich auchaussühreu werde, die Welt mag dazu sagen,was sie will. Als König Eckenbrccht starb,mußte ich ihm in Euer Aller Gegenwart schwören,sie dem stärksten Mann zu vermählen, der sichim Lande finde. Und diesen Schwur will ichredlich halten, das wisset! Nun ist Jedembekannt, daß leichtlich kein Stärkerer gesundenwerden kann, als der Cuaran, den Ihr Allehabt ringen sehen. Er ist freilich halber ein-fältig, aber das schadet nicht. Dem will ichsie geben und Argentilla mag dann Königinder Schüsseln, Kessel und Pfannen werden.Ich selbst will Alles in's Werk richten undihren Freunden am bestimmten Tage kund ^thun. Widerspricht dann Einer, so stecke ich !ihn in's Gefängniß und gebe sic dem Küchen- ^jungen doch. Nun geht!"

Als die Räthe diese Rede ihres Kö-nigs gehört hatten, priesen sie gebührenderMaßen seine Weisheit und verabschiedeten sich, iAlst aber ließ den Tag hcrankommen, der >bestimmt war, und sprach dann zu den FreundenArgentilla's, wie er beschlossen hatte. ^

Mein Schwur", sagte er, verbindet mich, isie dem Stärksten im Lande zu geben. Da nun !Keiner stärker ist, als Cuaran, so werde siesofort dessen Frau. Wollt Ihr sie dann noch ^zur Königin und den Cuaran zum Könige, soseht, wie Ihr sie kriecht." ^ .

Darüber erhob sich ein großer Lärm undes wäre wohl anders gekommen, wenn nichtAlsi, auf Widerspruch gefaßt, einige hundertSoldaten in den Vorzimmern ausgestellt gehabthätte, die aus sein Gebot nun in's Zimmer spran-gen und Jeden in's Gefängniß führten, der seineZustimmung zu dieser Vermählung verweigerte.

So war es bald wieder still, denn mitSoldaten läßt sich gut Stille schaffen.

Alsi besaht auch sofort, Argentilla hcrbci-zuschaffen und einen Priester, aus daß er dieTrauung vollzöge. Das geschah, und Argen-tilla weinte recht bitterlich, als sic vor ihrenbösen Obeim geführt wurde und versah sicheines bösen Schicksals.

Nun holt mir auch ihren Gcmabl!"schrie Alst. Der war aber nirgendwo zufinden, denn cs war gerade heute sein freierTag, an dem Havelok zu seinen Brüdern ausdie Felsenklippe gegangen war. Er hatte eswohl heimlich angestellt, aber die Häscherfanden ihn, als cs bereits dunkelte und erden Rückweg antrat. Darum sahen sie nicht,daß er ein anderes Gewand trug, als vordeminder Küche, und bewaffnet war, wie ein Ritter.

Havelok hatte nämlich seine Ungeduldder schönen Argentilla bchülflich zu sein, nichtmehr bemustern können und mit seinen Brüdernsich' bewaffnet unv gerüstet, um sie auf allenSchlössern umher zu suchen und sie frei zumachen. Alles war verabredet, wie Jedergehen und forschen sollte, und sie hatten sicheben getrennt, als Alsi's Häscher sich aufHavelok stürzten, um ihn zu binden.

Sie liefen aber übel an. Havelok zoghurtig sein Schwert und bald lagen die ineistenHäscher in ihrem Blute. Einige waren indeßnach dem Schlosse gerannt, Lärm zu schlagenund Hülfe zu holen. Gegen fünfzig von denThorwärtern wurden abgeschickt, aber auchdenen erging cs gar schlimm, und je mehrihrer sich an Havelok heranwagtcn, um somehr mußten auch in das Gras beißen.

Endlich vernahm auch König Alsi, daßder Cuaran, wie er spöttischer Weise nurgenannt wurde, sich zur Wehr setze und schonviele Mannschaft um's Leben gebracht habe.Seht Ihr, rief er da laut und lachte, daßich den rechten Mann für meine Nichte gefundenhabe! Aber kostet cs mein halbes Heer, ichwerde den Willen Eckenbrcchts erfüllen undnoch heute aus meiner schönen Nichte und demKüchenpeter ein Paar machen!"

Also wurde,: immer mehr Truppen hinaus-gesandt um ven Widerspänstigen zu zähmenund Havelok hatte saure Arbeit. Schon längstwar er in Schweiß gebadet, aber cs lief auchbereits das Blut stromweis aus den vielenWunden, die man ihm geschlagen batte. SeineBrüder hatten längst sich wieder eingestellt,um ihm zu Helsen, aber sie fochten im Gedrängeumsonst und konnten Havelok endlich in derDunkelheit nicht mehr sehen.