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bat sie flehentlich, wie um eine Gnade, daßsie seine und seiner Brüder Dienste nichtverschmähen, sondern williglich annehmenmöchte, denn sic seien stark und verschlagen.
Das vernahm Argcntilla nicht ungernund erzählte ibncn daraus ganz aussübrlichihre Geschichrc und ermahnte sic zur größtenVorsicht, damit König Alst ihres Vorhabensnicht inne würde und sie umbringcn lasse.
Havelok und seine Gefährten versprachendas auch gerne und nun wurde ausgemacht,daß sie am Hose kleine Stellen zu erhaltensuchen sollten, um Argcntilla allezeit nahe zusein um mit ihr sprechen zu können, wenn csNoth thue.
Somit trennten sie sich unter freundlichemHändedrucke. Havelok verkaufte das Schiffleinan einen Schiffsmann, der in der Nähe Güterzu verladen hatte, tbeilte den gemeinsamenBesitz mit seinen Brüdern und dann gingensie einzeln in die Stadt, um sicherer zu sein.Aber auf dieser Felsenklippe versprachen sie allevierzehn Tage sich wieder zu treffen, um zuüberlegen, wasAlleö zu thun sein möchte, umArgcntilla zu retten.
Tie beiden Söhne Grim's nahmen Dienstals Gärtner bei einem reichen Herrn. Havelokaber ging gerade in das Königsschloß vonNichola, wo Alsi guten Hof und viel Gesindehielt.
Als der Leibkock des schönen und starkenjungen Mannes ansichtig wurde, gefiel erihm wohl und er behielt ibn sofort bei sich,ihm in Küche und Keller zu Helsen. Daswar Havelok wohl zufrieden und zeigte sichalsbald geschickt in allen Dingen. Er konnteLasten heben, Holz spalten und Wasser tragen,wie kein Anderer, mußte dabei auch dieSchüsseln, die von des Königs Tische kamen,abtragen und reinigen, — ein schlechter Dienst,aber er gab manchen guten Bissen, der sich davorfand, an die anderen Knappen und Knechte,die stets guten Hunger hatten und Havelokdeshalb sehr lieb gewannen.
Dabei war er offen und treuherzig, daßMänniglich seine Freude an ibm hatte. Weiler dabei aber kläglicher Weise viel kindlicheEinfalt zeigte, hielten sie ihn für einfältigund nannten ihn Cuaran, das ist zu deutschso viel wie „Küchcnpeter"; aber Keiner ahnte,was mit Cuaran noch geschehen sollte.
Als die Knappen vor und nach der über-großen Körpcrkraft des Cuaran gewahr wurden,brachten sie ihn öfters vor die Ritter undHerrn, daß er mit den stärksten Männern, diesie kannten, ringen möchte, und Cuaran warf
sie alle zu Boden. Das gab denn viel Ge-lächter und Zank, denn Jeder schämte sich,daß der Küchcnpeter seiner Herr geworden.Es war aber nicht anders. Und wenn Einerüber ihn schimpfte und Streit crhub, so bandder Cuaran ihm mit viel Geschick Hände undFüße zuhauf und hängte ihn so lange an einenHaken oder Baumast, bis wieder Alles ver-geben und vergessen war.
König Alsi selbst verwunderte sich höchlichstüber die Stärke, die er an dem Cuaranwahrnahm, den er nicht anders behandeltewie seinen Hofnarren. Das ließ sich Havelokruhig gefallen und dachte bei sich, das Hunde-bcißen geht um. Er verhehlte seine Kraftdabei nicht. Zehn der Stärksten aus desKönigs Gesinde konnten Nichts gegen ihnausrichten, und zwölf Männer vermochten nichtdie Last zu beben, die er wie im Spieleaufhob und von dannen trug.
Nur Eines betrübte Havelok sehr, daß ernämlich die schöne Argcntilla nicht sah, da erihr doch seine Hülse geschworen hatte und sieliebte aus stetem Herzen.
Damit war cs aber so bewandt, daß dieHerrn und Fürsten aus König EckcnbrcchtsReich mit dringendem Ansuchen zu Alsi ge-kommen waren und verlangt hatten, er sollesie einem starken Herrn vermählen, daß derihr König würde. Dem: Argcntilla hatte bereitsÄlter und Größe erreicht, daß sie in die Ehetreten konnte.
Dies Ansuchen verdroß Alsi sehr, und daer fürchtete, die Herren möchten Argcntillaheimlich entführen, so brachte er sie in einGewahrsam, vonwo sic nicht geraubt werdenkonnte.
Darum sah Havelok sie nicht, wie vielMühe er sich auch darum gab.
Eckenbrechts Fürsten und Vasallen gabAlst aber zur Antwort, er sei willig zu thun,was sie begehrten, sie möchten ihm nur Fristlassen, einen würdigen Gemahl für seine Nichteund sein Mündel auszusuchen. Das warensie zufrieden und cs wurde ein Tag festgesetzt,an dem Alsi ihnen Argentilla's künftigen Gemahlverkündigen sollte.
Das batte Alsi aber nur gesagt, um eureList zu erdenken. Deshalb rief er alsbald seineVertrauten und Helfershelfer zum geheimenRache zusammen und offenbarte ihnen, daß ersich nimmer von Eckenbrecht's Reiche zu scheidengedenke; lieber wolle er den grausamsten Kriegbestehen, als das Land herausgeben. Sie solltenibm nun rathen, was er gegen das Begehrenvon Argentilla's Anhängern antworten solle.