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[1] (1857)
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Havelok und ArgenWa.

Ein dänisches Volksmärchen von Ellen.

Mor langer, langer Zeit lebte in Dänemarkein König, der Günther hieß und nur eineinziges Söbnchen Namens Havelok hatte.Von dem will ich erzählen, wie es ibm wunde»barlich ergangen ist.

Der Britenkönig Ar tu S überzog Günthermit Krieg und gedachte ganz Dänemark sichzinsbar zu machen. Das wäre ihm nimmergelungen, denn die Dänen waren streitbareKrieger und ihrem Könige getreu. Aber einBöscwicht und treuloser Verräther waren unterihnen, Hodulf genannt, der gab Tücke undSchleichwege dem Könige an die Hand, alsodaß er in allen Schlachten siegreich war undendlich König Günther selbst ums Leben brachte.Das vermag wobl ein Schurke zu Wege zubringen, wie wir Acbnlichcs jeden Tag erleben.

ArtuS machte diesen Hoduls darnach zumStatthalter von Dänemark, wo er grausamRegiment führte und Allen, die es im Stillennoch mit König Günther hielten, übel mitspielte.

Zu diesen Braven gehörte Sigar, derebenso reich an Verstand wie an Glücksgüternwar, also daß ihm der böße Hodulf nichtsanbaben konnte. Ihm hatte König Günthervor seinem Tode auch das Horn gegeben, dasnur er und seine leiblich rechtmäßigen Nach-kommen blasen konnten.

Ein anderer von den Treugesinnten hießGrim, ein gar redlicher Mann, der ein festesSchloß am Meer besaß, allwo Günther Frauund Kind verwahrt hatte, da der Krieg aus-brach. Als nun der böse Hodulf auszog, alleKöniglich Gesinnten zu ermorden, stürmte erauch mit viel Gewalt auf Grims Schloß ein

und brach Mauern und Thüren durch dieGewalt der Waffen.

Das ersah Grim und bestieg zur Nachtzeitein Schisflein, das er im Schloß geborgenbatte und heimlich auf das Wasser nicderließ.

ES hatte nur für ihn, die Frauen, seine zweiSöhne, den kleinen Havelok und wenige DienerPlatz. Aber er vertraute Gott und stach alsbaldmit dem Schifflcin in See.

Als nun Hodulf andren Morgens von ^neuem Sturm lief und in die Burg eindrang,war das Nest leer und der kleine Havelokglücklich gerettet.

Havelok war aber ein kräftiges Kind und i

hatte ein Feuer im Leibe, wie es nur selten !

vorkommt, also daß ihm beim Schlafe ein !

lichtes Flämmchcn mit dem Atbcin aus dem !

Munde fuhr. !

Da sie nun redlich hinfuhren und schon !

an gastliche Küsten zu gelangen hofften, wurdenbritische Seeräuber ihrer ansichtig, enterten !

ihr Schifflein und alsbald begonn ein grau-samer Kampf. Grim wehrte sich wie ein Löweund erschlug viele Feinde; endlich aber ver- !

mochte er nicht mehr der Uebermacht zu ^

widerstehen. Schon war die gute Königin, !

Havelok's Mutter, erschlagen, da faßte Grim !

seine Frau und seine zwei Söhne, so auch den ,

kleinen Havelok mit dem linken Arme und !

sprang in's Meer, sich und sie durch Schwimmenzu retten. ,

Und es gelang ihm, mit diesen Vierenbis an ein Ufer zu gelangen, woraus man ;

deutlich ersieht, daß er kein gewöhnlicher !

Schwimmer war. Schätze und alles Gut aber, -

Märchen und Sagen vil.