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[1] (1857)
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Wieder ihn begrüßen kann, nnd weil ichSeiner Gattin nun und seiner Tochter,

Die voll banger Sehnsucht nach ihni schmachtenUnd nach ihm von Land zu Land mich senden,Frohe Botschaft melden kann. Doch führeJetzt mich hin zu meinem Herrn und Herzog.

Also ging mit Pontius und Gerhard

In das Schloß der Mönch, wo bei dem neuen

König Emmerich der alte König

Oriant und die Königin Beatrix

Mit den Kindern froh beisammen waren.

Emmerich frug:Vouwannen kommtihrMänner?Ihm versetzte Pontius: Von BillonKomm' ich, Herr, und bin auf langer WallfahrtFernhin bis Jerusalem gewesen,

Sieben Jahr schon zieh' ich durch die Lande,Einen Ritter wieder anfzufinden,

Der mit einen: Schwane einst nach BillonKam, des Landes Herr und Retter wurde,Eidem auch der Herzogin, dann plötzlichUns auch wieder von dem Schwan entführt ward.Ach, ich suche ihn mit treuem HerzenUnd »erhoffe nun zu Gott, im Kloster,

Wie der Mönch mir sagt, ihn auzutreffen.

Alle schauten freundlich auf den Alten;Emnirich aber sprach mit holdem Lächeln:Freund, ich kenne dich, dein Nam' ist Pontius,Doch du selbst wirst schwerlich mich erkennen,Denn der Schwan war ich und den du suchest,Ist mein lieber, frommer Bruder Hellas.

Und er lebt noch? fragte wieder Pontius.

Ja, sprach Emmerich, er lebt und sicherWird er gern von Frau und Tochter hören.Folgt mir alle also gleich, am AltarWird mein Bruder sein, ich führ' euch zu ihm,Seinen alten Herrn soll Pontius selberDort zuerst von Frau und Tochter grüßen.

Und sie gingen allcsammt vom SchlosseNach dem Kirchlein hin, wo am AltäreBald sie Hellas knieen sahn. Mein Bruder,Sagte Emmerich, sieh her und höre,

Was ich Neues und Willkommues bringe.

Da erhob sich Hellas und wandteZu den Seinen sich und gleich erkannteEr den alten, treuen Knecht und freundlichSprach er: Sei willkommen, guter Pontius!Sag, wie es Helena geht und Jda?

Und nun sagte Pontius, wie die SehnsuchtVon Helena und ihr Leid gar groß sei,

Wie auch Jda nach'dem theuren Vater

Stündlich schmachte und wie Beide schmerzlichNur begehrten, wieder ihn zu sehen.

Weinend schaut' er dabei auf den schönenRitterlichen Mann und sprach voll Inbrunst:Lieber Herr, o kommt zurück nach Billon!

Nie und nimmermehr versetzte Hellas,

Hier im Kloster will, so lang' ich lebe,

Ich verbleiben, denn ich habe hier erstMeiner Seele Seligkeit gefunden.

Das vernahm voll Leid der alte Pontius,Küßte ihm die Hand und sprach: So will ichMeiner Herrin, Eurer Ehgemahlin,

Und der holden Jda es vermelden,

Daß ich euch gefunden. Thu das, Pontius,Sagte Hellas, laß ini GebeteChristlich meiner allzeit sie gedenken,

Und als Zeichen, daß du nüch gefunden,

Bring ihr diesen Ring, den sie mir selberAm Vermählungstage einst gegeben.

Also schieden sie mit vielen Grüßen,

Emmrich aber führte Pontius wiederUnd auch Gerhard in das Schloß, gar köstlichSie mit Trank nnd Speise zu bewirthen.Darauf ließ er noch ein stattlich MaulthierSchirren und von Oriant, Beatrix,

Emmerich und sämmtlichen GeschwisternWurde es mit seltnen Kostbarkeiten,

Edelstein und Gold und SeidenstoffenReich beladen als ein AngebindeFür Helen' und ihre Tochter Jda.

Pontius nahm dann Urlaub und mit GerhardZog er über Nymweg heim nach Billon.

Und es war um Himmelfahrt, als BeideMit den: Maulthier sich dem Schloß von BillonNäherten. Helena hatte fern schonIhn erkannt und trat ihm schnell mit JdaIn den Weg, ausrufend: Bringst du endlichZeitung mir von meinem theuren Gatten?

Ja, sprach Pontius, und das zum ZeichenSchickt er nüt viel Grüßen diesen Ring Euch.Groß war da die Freude bei den FrauenUnd Helena nahm den Ring mit WeinenUnd viel Wehklag, küßte ihn und sagte:

Ja, dies Zeichen ist untrüglich, Pontius,

Denn den Ring Hab' ich ihm selbst gegeben,Als mich Kaiser Otto ihm vermählte.

Weh' mir, daß ich mich an ihm vergangenUnd so früh mich von ihm scheiden mußte!

Pontius führte drauf herbei das Maulthier,