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[1] (1857)
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Dachte Helias' sie, des theuren Gatten,

Den durch eigne Schuld von ihrer SeiteSie Vorzeit vertrieb, und unverdrossenSandte Boten sie in alle Länder,

Um ihn aufznsnchcn. Doch zu findenWar er nicht und ohne jede BotschaftKehrten stets die Sendlinge zurück.

So auch hatte einmal sie auf KundschaftIhren Diener Pontius gesendetGen Jerusalem, ob uach der heil'genStätte er vielleicht den Weg genommen.

Doch umsonst an Christi Wieg' und Grabe,An dem Jordanufer und am OelbergForschte Pontius und sann bekümmert.

Daß er wieder nach der Heimaih kehre.

Da ani fünften Tage fand er EinenIn der Kleidung seiner Ordensbrüder,

Daß als Landsmann schnell er ihn erkannte.Und er fragte ihn: woher des LandesBist du, Freund? Der sprach: Ich bin aus

Welschland,

Und ein Abt bei Billon, doch mein Nam' istGerhard. Sage mir nun auch, wer du bist?

Pontius versetzte: Ich auch kommeHieher aus Billon und heiße Pontius.

Sei mir drum willkommen, denn es freut michSehr, daß ich dich fand als guten Landsmann.Bist du des zufrieden nun, so mag esGottes Wille sein, daß wir selbanderWieder uns nach unsrer Heimath kehren.

Gern versprach das Gerhard und sie batenCorborant, des Landes mächt'gen Lmltan,

Der ein großes Fest beging, die HerrschaftSeinem Sohn Coroumarant zu geben,

Daß er zieh sie ließe mit Geleitschaft.Corberant befragte viel der SittenUnd Gebräuche sie des AbendlandesUnd da ihre Weis' und kluge RedeIhm gar wohl gefiel, entließ er willigSie mit reichen Gaben in die Heimath.

Fromm noch flehten an des Heilands GrabePontius und Gerhard, daß der HimmelGnädig ihrer Fahrt sei, und dann zogenSie gen Joppe, wo ein Schiff sie dingtenFür die Heimkehr. Und sie fuhren glücklichUeber See dahin und durch ItalienWanderten den hohen SchweizerbergenRasch sie zu und kamen wohlbehaltenSchier der Heimath nahe, daß bereits sieIhre Lieben zu begrüßen dachten.

Doch da fügt' es Gott, daß eines AbendsSie in einer Wildniß irre gingen

Und nicht wußten, wo und wie des Weges.Aber guten Muthes durch das DunkelZogen fürbaß sic, bis sie am MorgenVor dem Schlosse und dem Kloster standenWelche Helias erbaut und Oriant.

Da sprach Pontius, der seiner HerrinSchloß zu sehn vermeinte: Seht, wie PlötzlichGott in unsre Heimath uns geführt hat!

Nein, versetzte Gerhard, Freund, es dünkt mich,Daß es noch gar fern liegt. Diese WälderSind nicht wie Ardennerwald. An hundertStunden sind wir fern noch. Da sie alsoSich besprachen, kam ein Mönch des Weges,Den befragten sie. Das Schloß heißt BillonUnd gehört zu Lillefort Flandern,

Sprach der Mönch. Drob waren sie voll StaunenUnd vermeinten, daß sie träumend wären.Weiter aber sprach der Mönch: Ihr PilgerStaunt, daß ihr in Billon seid und doch nichtIn dem Land, das eure Heimath sein mag.Wisset dann, daß unser König Helias,

Der voreinst ein Herzog war in Billon,

Dieses Schloß zu Ehren seiner GattinHier erbaut und auch Billon genannt hat.Denn ich selbst bin in dem Land gewesen.

Das ihr meint, und kenn' es wohl. Der KönigZog mit seinem Schwan dahin und kehrteMit dem Schwan nach sieben Jahren endlichZu den Seinen heim. Im Schlosse wohnenOriant und Beatrix, seine Eltern.

Froh der Botschaft, sank auf seine KnicePontius und dankte Gott, daß alsoEr von seinem Herrn die Spur gefunden.

Und erbebend frug er dann: Mein Bruder,Sag mir auch, ob schon der Ritter todt ist?Nein, erwiederte der Mönch. Cr lebt noch,Vor sechs Tagen Hab ich ihn gesehen,

Denn er wohnt als Bruder still und heiligMit uns in dem Kloster, das sein VaterOriant gebaut hat, uud manch schönesWunder hat um sein Gebet der HimmelSchon gewirkt, an heimgesuchten Menschen.Also glaubet mir, wie ich euch sage.

Da nun stürzten Thränen aus den AugenDes entzückten Pontius, und rannenReichlich in den weißen Bart ihm nieder.

Gott sei Lob, daß ich die Zeitung hörte,

Rief er laut und blieb in frommer Rührung.

Warum freut dich das so sehr, mein Bruder?Frug der Mönch. Weil lange Zeit sein treuerKnecht ich war und noch bin, sagte Pontius,Weil seit sieben Jahren schon ich wandre,

Ihn zu suchen, weil ich jetzt ihn finde,