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schüttele Dich, und sagte darauf: „Wenn Du die ^Worte aussprichst: „„Schaafchen, Schaafchen >schüttele Dich!"" da regnet es Goldstücke ausseiner Wolle." — Damit zog der erste Bruderab und wollte heim reisen. Unterwegs kanier in eine Herberge, da mußt' er zu Nachtbleiben. Wie er nun mächtig hungrig unddurstig war. ließ er gut auftischen, denn amGelde könnt' es ihm nicht fehlen. Ging dannbeiseit mit seinem Schaafchen, Schaafchen schüt-tele Dich, in eine Kammer und schloß sie zu.Das nahm der Wirth wahr und dacht': Ichwill doch schaue», was das ist, und gnckt durchein Astloch in der Thüre. Da er nun sieht,wie das Schaafchen die Ducaten aus seinerWolle nur so regnen läßt, — das wäre Was- !ser auf meine Mühle, denkt er und geht, könntaber nicht schlafen, macht sich allerlei Gedan-ken über das wundersame Schaafchen, theilt'sauch seiner lieben Hausehr mit, die sagt: „Ei,nichts leichter als das, ein Schaaf sieht auswie das andere, wir wollen ihm eins vonunfern geben." Das thut der Wirth, führtdas Schaafchen leis aus der Kammer, und einsvon ihm hinein.
Da nun der Morgen kommt, zieht derKnecht ab mit dem Schaafchen. meint, es war'das rechte, das war aber beim Wirth in derHerberg geblieben. Wie er nach Hause kommt,macht er großes Geschrei und Geprahl vonseinem Schäfchen und will der reichste Mannsein auf der ganzen Erde, ladet auch Freundeund Vettern ein, dem Wunder zuzuschauen.Als sie nun Alle beisammen find, ruft er:„Schaafchen, Schaafchen schüttele Dich!" aberdas blieb fteh'n und schüttelte sich nicht, fingnur an zu blöken, wie eines Schaafes Art ist,denn der zornige Junge traf es mit der Faust zwi-schen die Ohren; aber das half nichts, dasSchaaf regnete kein Gold aus seiner Wolleund der betrogene Bursche mußte bei seinemVater um Lohn dingen.
Da macht der zweite sich auf, der denktsich noch weit klüger denn sein Bruder, meint',ihm sollt es nicht' so gehn. Er begegnet auchdem Männlein, das nimmt ihn in seine Dienste.Da blieb er zwei Jahre und wollte nicht län-ger dort sein, bittet das Männlein um seinenLohn. Sagt das Männlein: „Du hast Dirselbst Deinen Lohn ausgeredet!" gibt ihm da-rauf ein Tischchen, Tischchen deck Dich, daswürd' ihm immer geben, was er an Speis' undTrank wollte.—Der zweite Bruder macht sichauf die Heimreise, kommt in selbige Herberg,wo sein Bruder schon zu Nacht geblieben, undbleibt auch daselbst. Wie nun der Wirth das
Tischleiu sieht, hat er gleich Verdacht, es möcht' lein Wünschding sein, wie das L-chäfchen, wun-dert sich auch sehr, daß der Bursche nichts ver-langt zu Essen und zu Trinken. Will dochlauschen, denkt er und guckt durch die Thürritz.
Da sieht er den Burschen vor dem Tischchenstehn und sprechen: „Tischchen, Tischchen decke !Dich!" und wie flugs allerlei köstliche Speise !und Tränklein daflehn. Da wußt' er nun, woraner war und that ein Gleiches, wie bei demandern Bruder, nimmt ein Tischlein von ähn-lichem Ansehen und vertauscht es mit dem ^
wundersamen. Des andern Morgens in der !Frühe zieht der Bursche weiter, kommt nachHaus und denkt: die sollen Augen machen. !
Aber die größten Augen macht er selbst, da er !
sich fast heiser schreit: „Tischchen, Tischchen !
deck Dich I" und wollte doch kein Tränklein nndkeinConfectsichtbarwerden,worüberersehr zornig '
ward und das Tischlein mit einem Faustschlagezertrümmerte, von allen aber, so anwesend waren, ^
spöttisch ausgelacht und ausgezischt wurde.
Da war nun noch der dumme Hans übrig.
Der wollt' auch auszieh'u und sein Glück ver- !
! suchen. Nnu sprachen Alle: „Deine klugen ^
Brüder sind als Narren hcimgekehrt, was !
wirft Du dummer Hans erst anfangen?" Aberder Dumme meint, er wollt' doch sehen, macht ^sich auf und kömmt zu dem Männlein. Demdient er wie seine Brüder und nach etlicher !
Zeit bittet er um seinen Lohn. Den gab ihm l
das Männlein, und der Lohn hieß: „Knüp- !
pel, Knüppel aus dem Sackder schlug Alles,wohin er traf und hörte nicht eher auf, als !
bis man rief: „Knüppel, Knüppel in den !
Sack!" Das dünkte deni Burschen freilich keinsonderlich Geschenk, nahm's aber doch und !
kömmt Abends in die Herberg, wo seine Brü-der gelegen. Da bringt er die Red' auf allerlei !Wunderdinge und meint, er habe auch einsolches, das Hab' er immer Nachts untermKopfe liegen. Das merkt sich der Wirth, meint,
! es müßte noch etwas Köstlicheres sein als das> Schäfchen und das Tischchen, macht sich denn! Nachts auf vom Lager und geht zu dem Gasthinein. Der war aber parat, und wie derWirth an dem Kopfkissen zieht, springt er aufund schreit: „Knüppel, Knüppel aus demSack!" Da hält' einer den Knüppel könnentanzen sehen. Der arme Wirth schrie ganzerbärmlich, aber der dumme Hans ließ denKnüppel nicht eher ruh'n, als bis der Wirthdas Schaafchen und das Tischchen herausgege-bcn. Endlich rief er: .„Knüppel, Knüppelin den Sack!" und der Knüppel hörte auf, den >
Rücken des jammernden Wirthes zu zerblänen. ;