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[1] (1857)
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Dänemark kann Hicher war ihm auch seinRuf vorangegangen, und also ist es nicht zuverwundern, daß man ihn. gut aufnahm undchm zur Ehre Feste und Turniere veranstaltete.Bei den Kampfspielen war er wie überallder Erste, weshalb ihm auch einstimmig derPreis zuerkamit wurde, und es mißgönnte esihm Keiner, als zu Ende des Festes ihm desKönigs schöne Tochter Moribunde mit eignerHand einen Kranz mit silbernen Blättern auf'sHaupt drückte. Darnach beschick» der Königden jungen Ritter zu sich, rühmte ihn vor seinemganzen Hofe und bat ihn, einige Zeit sein Gastzu bleiben, was der junge Benno gern annahm.

Fast noch erfreuter über die Huld desKönigs, als der Ritter, war die schöne Mori-bunde. Sie war des Königs einziges Kind,eine Jungfrau von wunderbarer Schönheit. Ihrehohen Tugenden und ihre körperlichen Reizehatten schon manches Männerherz entflammt;es hatten sich schon viele Fürsten und Edleum die schöne Königstochter bemüht, noch Kei-nem aber war es gelungen, ihr Jawort zuerhalten oder sich nur im Geringsten chrer Gunstzu erfreuen.

Als nun Moribunde den Ritter sah, wardas Eis ihres Herzens geschmolzen und siegelobte sich fest, sie würde ihm angehören oderewig ledig bleiben.

Der Ritter war gleichfalls von so heftigerLiebe zur schönen Moribunde entbrannt, daßer zu sterben vermeinte, wenn er sie nicht zurFrau bekäme. Wie erfreut war er also, als ersah, daß seine Liebe erwiedert wurde und wiewar er außer sich vor Glück, als ihm seineschöne Moribunde zuschwur, sie werde nie einemAndern, als ihm, die Hand geben.

Nun wurde aber Moribunde krank; dennsie fürchtete, ihr Vater werde nicht zu einerVerbindung mit einem einfachen Ritter seineZustimmung geben, sondern sie einem Königs-sohne antrauen wollen. Sie wagte also nicht,ihre Liebe offen zu gestehen, verschloß sie tiefim Herzen. Daher nun erkrankte sie, und wußteNiemand zu sagen, was ihr fehle. Der alteKönig war darüber sehr in Sorgen. Er liebtesein Kind ohmnaßen und hätte gern sein halbesKönigreich gegeben, sie wieder gesund und fröh-lich zu sehen. Da die Aerzte kein Mittel gegendie Krankheit wußten und nicht einmul sagenkonnten, was dem schönen Königskinde fehle,schickte der König durchs ganze Land und ließfremde Aerzte und weise Meister berufen, undverhieß dem großes Gut, der sein geliebtes Kindheile, doch umsonst. Die Aerzte und die Wei-sen schüttelten die Köpfe, sagten, sie könnten

nicht helfen und zogen davon. Der König wartrostlos. Endlich kam noch ein alter Weiser,ein blinder Greis. Der ließ sich an das Kranken-lager führen, fühlte den Puls der Kranken,fragte nach Allerlei und ging dann zum König,zu dem er sagte:O König, Ihr allein könntEure Tochter heilen. Ihr Herz ist krank ganzallein und dafür ist kein Kraut gewachsen. Gehetselbst zu Eurer Tochter und seht, daß Ihr sieheilt." Der König verstand die Rede desAlten. Er ging bald zu seiner Tochter, sagteihr die Worte des Weisen und fragte sie danntheilnehmend und milde ans. Dies rührte Mori-bunde und sie gestand ihrem traurenden Vaterihre geheime Liebe zu dem fremden Ritter. Alsder König das hörte, war er froh und batseine Tochter, doch wieder gesund zu werden,er wolle ja ihrem Wunsche nicht zuwider seinund gern seine Zusage zur Verbindung mitdiesem Ritter geben, den er schon wie einenSohn liebe.

Wie war da Moribunde froh und wie warsie bald wieder gesund und blühend, wie zuvor.Sie konnte in Kurzem wieder aufstehen undmochte sich nun fast Vorwürfe, so an der Liebeihres Vaters gezweifelt zu haben.

Als nun Moribunde wieder ganz herge-stellt war, berief der König seine Räthe zu sich,um ihnen zu sagen, daß er dem tapfer» jungenRitter seine Tochter zur Frau geben werde,und daß sie nach seinem Tode Benno als seinenNachfolger ansehen sollten. Die Räthe waren'szufrieden; denn sie Alle schätzten den jungenRitter und liebten ihn, seiner guten Eigen-schaften halber.

Als nun Alle dem König beigepflichtet hat-ten, ließ der König seine Tochter und Bennozu sich in die Versammlung kommen, legte ihreHände in einander und verlobte sie in "Gegen-wart seiner Räthe. Benno fiel dem Könige zuFüßen, der ihn aber anfhob und ihn in seineArme schloß.

Darnach wurde in einigen Wochen die Hoch-zeit gehalten, die so kostbar und prächtig war,daß noch lange hernach viel davon erzählt undgerühmt wurde. Auch wußte man nicht genugdie Lieblichkeit und Schönheit des jungen Paareszu preisen.

Als nun alle Festlichkeiten zu Ende unddie Gäste längst fort waren, zogen auch Bennound Moribunde von dannen und wohnten fortanauf dem Schlosse Hohenburg in Kärnthen.Sie liebten sich über die Maßen und lebtenlange froh und einträchtig beisammen.

Endlich überkam den jungen Ritter wiedergroße Sehnsucht nach Abenteuern und eine solche