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[1] (1857)
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nicht weiter darauf, als das Pferd aber gar nichtnachließ zu scharren und zu schnaufen, sah er ein-mal nach, wo es klopfte und fand an der Wandeinen Stein los. Wie Hans diesen herausnahm, sprang ihm eine alte Ratze mit ihrenJungen entgegen, und als er genauer untersuchte,fand sich em Topf nnt Goldstücken, worauf dieRatze ihr Nest gebaut hatte. Hans nahm denTopf und dachte: für das Geld können Hansund Grete sich ein Haus kaufen.

Am andern Tage mußte Hans Klee fürdie Kühe holen, und als er diesen heimbrachte,fand er Anne allein im Stalle, da erzählte erihr, was ihm den Abend vorher begegnet warund bat, Grete davon zu benachrichtigen. Dasthat Anne noch denselben Abend, sie flüsterteGreten in's Ohr:Ich habe dir etwas Wich-tiges zu sagen, aber Niemand darf es hören."

Nun gingen die Beiden auf den Speicherund Anne sagte der Grete Alles was sie wußte.Letztere machte aber ein bedenkliches Gesichtund meinte:Das geht nicht mit rechten Dingenzu! Es ist nicht anders möglich als daß derBöse den Hans, mit dem Gelde, verführenwill. Wenn es nicht grade durch das Pferdheraus gekommen wäre, wollte ich es noch nichtsagen, aber so will ich nichts damit zu schaffenhaben. Hans soll es wieder dahin setzen, woer es bekommen hat, und jeden Abend zwanzigVaterunser beten."

Anne war derselben Meinung; es konnteauch nicht gut anders zugegangen sein. Als !sie vom Speicher herab kamen, ging Grete inihre Kammer, nahm über dem Bette ein Töpfchenmit geweihtem Wasser weg und gab es Annenfür Hans, um sich des Abends damit zu segnenund die bösen Geister von sich fern zu halten.

Hans that Alles, was Grete haben wollte,stellte den Topf wieder in das Loch und betetedes Abends fromm und andächtig.

Die Ratzen als boshafte Thiere wolltensich an dem Hans rächen, weil er sie von demNeste aufgescheucht hatte. Seine Schlafkammerwar neben dem Stalle, und da er die Thüredes Abends gewöhnlich aufstehn ließ, konnte Idie alte Ratze mit ihrer ganzen Sippschafthinein kommen. Schlief er nun, so kamen dieThiere jedes mit einem Goldstück aus demTopfe im Munde die Bettlade herauf undwarfen ihm diese nach dem Kopfe. Hans erwachtedann so halb und fühlte, bald auf der Nase,bald auf den Augen, etwas herunter fallen,konnte aber in der Dunkelheit nichts finden,und des Morgens, wenn es hell gewordenwar, sah er die Goldstücke auf der Bettdeckeherumliegen.

Nun mußte Anne wieder zu Grete gehn.Diese wurde ganz traurig, als sie hörte wasgeschehn war.Der Böse läßt nicht nach denHans zu verfolgen, sagte sie, mir zu Liebe soller die Goldstücke sammeln und sie des Sonn-tags in den Gotteskasten werfen."

Von dieser Zeit an konnte Grete nichtmehr ruhig schlafen, immer mußte sie des Nachtsdenken: Jetzt geht der Böse zum Hans undwirft ihm das Geld nach dem Kopf."

Hans sammelte das Geld und trug es inden Gotteskasten bis er keines mehr fand.

Am Abend vor St. Niclas ging Annein's Dorf, sie wollte ein neues Band zu ihrerSonntagsschürze kaufen. Sie sah Grete amFenster sitzen und fragte, ob sie etwas zu bestellenhabe an den Hans. Grete winkte ihr herein,zog einen Holzschuh aus und gab ihn ihr:Denbringe zum Hans," sprach sie,er soll Heu hineinthun und ihn auf seine Fensterbank setzen,vielleicht gefällt es dem heiligen Niclas seinenSchimmel draus fressen zu lasten, dann hater Glück das ganze Jahr."

Hans that wie Grete gesagt hatte. Alsnun der heilige Niclas des Nachts umher ritt,kam er auch an Hansens Fenster vorbei; erwußte sehr wohl was diesem in der letzten Zeitbegegnet war und ließ seinen Schimmel dasHeu aus den, Holzschuh fressen: der soll dasGeld, was er in den Gotteskasten gethan hat,wieder haben! dachte St. Niclas. indem er eindickes Röllchen Geld in den Holzschuh legte.

Am andern Morgen wollte Hans nachsehn,ob das Heu gefressen sei und fand das Geld.

In der Kirche zupfte Anne Grete amRocke und sagte leise:Der heilige Mann hatdem Hans Geld in den Holzschuh gethan."Da verwunderte sich Grete sehr.Wenndas ist," sagte sie,so kann er es nur behaltenund eine eigene Wirtschaft anfangen, und soer dann sieht, daß Gottes Segen dabei ist, willich nach ein paar Jahren seine Frau werden,bis dahin aber meines Vaters Gebot halten."

Nun kaufte sich Hans ein Häuschen undein Gärtchen dazu, arbeitete fleißig und kamgut voran. Die Leute meinten, er habe eineErbschaft aus Holland bekommen, und Hansließ sie dabei.

So kam es. daß bald die schönsten Mädchenim Dorfe ihre Augen auf ihn richteten unddachten: Wer den bekommt, thnt eine guteHeirath. Aber Hans lebte still für sich alleinund arbeitete von Morgen bis Abend.

Eines Tages sprach der Jörgen zu seinerTochter:Es wäre doch so übel nicht gewesen,wenn du den Hans bekommen hättest!"