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Hans im Glück.
Märchen von Auguste Tenhaeff.
(Drete, Jörgens Tochter, hatte einenBräutigam, der hieß Hans. Das durste aberNiemand wissen, denn, als der Jörgen denHans niit der Grete hatte spazieren gehn sehn,wurde er sehr böse und meinte, „es schicke sichnicht, daß seine Tochter mit einem Bauerknechtgehe. Freilich war der Hans nur ein armerKnecht, der auf einem Hofe diente, währendJörgen ein wohlhabender Bauer war.
Zum Glück lebte auf demselben Hofe woHans war, Gretens beste Freundin. Anne, sohieß diese, war die Einzige, die um daS Geheimnis«wußte und Grüße hin und her besorgte, oder,wenn Grete zu ihr kam, den Hans herbei rief,als habe sie ihm etwas zu sagen. So ging eseine Zeitlang an, daß sich die Beiden sehn undsprechen konnte», bis Grete dem Hans einesTages sagen ließ, sie müsse ihn diesen Abendsprechen, er solle zum Kreuz bei den Linden
kommen.
Als Hans sich dorthin zu gehn beeilt hatte,erzählte sie ihm: „Gestern kan, Anne zu mir,wir sprachen von diesem und jenem und besondersvon dir. Wir batten aber vergessen dieThüregizumachen und der Vater, der in der Küchelaß, hatte Alles mit angehört. Als Anne fortwar kam er herein und sagte: — „Ich willdir den Hans schon aus dem Sinne treibenund wenn du ihn nicht gutwillig fahren läßt,sollst du schon seh'n was ich thun werde!" —Du weißt Hans," fuhr Grete fort, „ich habegroße Furcht vor dem Vater und es ist eigentlichauch nicht recht, daß ich so wider sein Gebothandle; wir werden uns deshalb von jetzt an wohlnicht mehr oft sehn und sprechen können, aber
auf Eins verlasse dich Haus: Ich nehme keinenandern zum Manne als dich!"
Hans war ganz traurig geworden, aber Gretetröstete ihn: „Es ist schon manch einen: soergangen," sagte sie, „und nachher ist doch nochAlles gut geworden, darum laß uns auf Gottvertrauen."
Als Hans nach Hause kam, saßen dieandern Knechte und Mägde schon am Tisch,um das Abendbrod zu verzehren. Hans setztesich stille hin und sagte kein Wort! Ein Knechtfragte den andern: „Was ist dem Hans, daßder die Ohren so hängen läßt ?" „O," meinte eindritter, „dem bat eine Mücke auf der Nasegetanzt, drum sieht er so sauer drein." Annewußte wohl, was ihn so traurig machte; sienahm den Löffel und die Suppenschüssel, gingdamit um den Tisch herum um Jedem Suppeauf den Teller zu geben, und als sie zu Hanskani, stieß sie den am Ellenbogen, so daß eraufsehn mußte. „Habt doch Geduld," flüstertesie ihm unvermerkt zu, „der Alte kann sich janoch besinnen und Grete bleibt euch treu."
Aber Hans konnte die Suppe nicht auf-essen, so sehr ihm Anne auch zuzulangen winkte.Er stand auf und ging in den Stall, wo erden Kopf auf den Rücken des Pferdes legte,womit er täglich pflügte. Das arme Thierwurde ganz naß von den vielen Thränen, welcheHans an seinem Halse weinte.
Auf einmal fing das Pferd zu scharrenund seitwärts an die Wand zu klopfen an,wobei es ganz gewaltig wieherte und dem Hansimmerfort in die Ohren klang, als riefe es:„Schatz, Schatz! Ratz, Ratz!" Zuerst achtete er
Märchen Mid Sagen V.
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