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[1] (1857)
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Als sie, gesund vor Schreck, in den Schlachtlärm lieber sich wagten.

Und wie vorher Sturm, Donner und Blitz nur geschah zur Verändrung:Wüthend in Einzelnkampf nun erwürgten die Helden des Heers sichAuf dem gemessenen Feld, vom Volk rings schauend umstanden.

Da, stand schwitzend der Eisbär stolz, mit geschwungener KeuleHatt' er den Lämmergeier so gut wie erschlagen; mit letzterKraft jedoch hatte zur Rache sich der fest über die SchnauzeSeinem nun brummenden Feinde geklammert und hackte die AugenIhm aus dem Kopf. Jetzt lagen sie beid' an der Erd' und der EisbärRiß, selbst sterbend vor Schmerz, ihn geschwind mit den Tatzen entzwei noch.

Dort, umstanden den Hirsch und den Strauß neugierige Hunde,

Wie ihn der Hirsch durchprügelte, laut, mit den Läufen als Stecken.

Andere wieder umstanden den Hahn mit dem Füchschen, dem Kleinen,Kindernihr lieb Eichkätzchen" genannt, das der Nachtigall EierAussäuft, und so voraus manch Nachtigalllied, das nun todt bleibt

Und dann im Mai nicht mit in die blühende Herrlichkeit aussteht.

Mit durchbissener Gurgel im Sand lag steif da der Hahn schon,

Ueber die Augen die milchweiß schielende Decke gezogen;

Aber dem Eichkätzlein, todtblaß im Gesichtchen, ihm hingenAlle Gedärme zum Leibe heraus, wie die Augen dem EisbärWeit aus dem Kopf, mit welchen die Heimath nimmer er mehr sah;

Und rings lagen die tapfer Gefallenen grausig verwundet,

Allen erloschen im Tode die Wuth. Mit bedrohender StimmeRiefen sie schaurig zu hören, die herzzerreißenden Worte:

Krieg führt ernst! Daß er Furcht bringt! Seid nicht Mörder zum Scherze!Sind wir umsonst nur gestorben, umsonst so zerfleischt wie von Hunden:Daß bald Andre noch einmal leiden dann müssen, was Wir jetztDann weh!.. weh!.. weh Euch! Kommt her, schaut uns und verlernetAlles Erbarmen mit Eurem Geschlecht Ihr führet zum Scherz Krieg."Und aus dem Wehruf ward Wehklage; dann Schweigen im SchlachtfeldFort entrannen die Thier', und fort entflogen die Vögel.

Diese betäubende Stille beschloß noch der Fuchs zu benutzen:

Daß die erschreckenden Vögel davon und alle nach Hause

Flögen, wenn Keinem zu Nutz' sic noch kämpfte» und Wunden sich holten,

Als so nur Leute: noch gut so für Andre zu leben und sterben.. .

Wieviel? ... wann ?... und wo ? ... und wie?... das verlohne der Red' nicht.Fürchterlich log er die Lüge, und ließ ausrusen den Vögeln:

Herr Schneekönig ist todt! Und gestern ward er gefangen !"

Aber da log er zu viel, und zuviel lügen verfängt nicht.

Als das dem lebenden Tobten nun oder dem freien GefangnenDroben zu Ohren gekommen da hoch auf goldener Mispel,

Faßt' er den großen Entschluß: sich den Freunden und Feinden zu zeigen.Langsam schwirrt' er hinab und schnickernd über das Schlachtfeld,

Niedrig genug um gesehen zu sein und erkannt; doch genug auchHoch, daß die springenden Katzen mir hoch nach ihm grapsender Pfoteglicht ihn erwischten und fräßen, und wahr erst machten die Lüge.

Aber dann log auch Er; doch unwissend log er die Wahrheit:

Ihr Herren Ochsen und Esel, und Fuchs und Reichesverweser,

Euch kommt morgen der König! der Löwe! Mir brachten's die Schwalben!"Aber da darum die Feind' ibn desto «erwogener drängten,

Wollt' er den Worten die That zuthun, die entscheidende große!

Darum sprach er zur letzten Errettcrin also zur Horniß:

Alle ... jed' einzelnen Feind zu erschlagen, ist viel zu ermüdend!

Viel zu langsam, vielleicht unmöglich; denn einzelne giebt's viel,

Klüger und tapferer als ihr Feldherr aber gehorchen