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[1] (1857)
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Klein zum Erstaunen, und schlief zum Entzücken. Da seufzt er:

Ich hie ersticke beinah in Königsfutter : in Kürbis -Kernen, in Mohn und Gewürm und daheim in meinem PallasteSind mir die Kinder verhungert vor Ehre! Die Königin aberStirbt vor Wehmuth, oder sie lebet noch schlimmer, wenn Ich nichtKehre, gefangen, und Ich hie bin vor Kummer gestorben

Und ein königliches Land raubt selbst sich der beste der Nachbarn;

Stirbt ein Vater im Haus, und wird zur Wittwe die Mutter,

Gilt sie doch nichts mehr, wenn sie zuvor auch Kronen getragen."

Also klagt' und verstummt' er vor Leid, da gewahrt' er mit Grauen:Todtstill hatte die Spinne sich niedergelassen am Faden,

Schwebte daran noch über dem holden Gesichte des Kindes

So, als ob sie gerührt es bewundere; setzte sich dann ihm

Fest auf den rosigen Mund, und so mußt' es ersticken vom Kreuzthier.

Da im Herzen empört, schoß wüthend der Vater und KönigGegen die Spinne, die auf an dem Faden sich zog und herabließJetzt mit den Zangen zu greifen ihn trachtete; jetzt mit den Füßen,

In wuthschnaubenden Kamps, ganz schweigendem. Aber der KönigHatte den giftigen Leib mit der Lanze des spitzigen SchnabelsGanz vor Mitleid ihr durchbohrt. Und die Sterbende sprach leis:

Ach, dein Mitleid gönn' auch mir! Du hast mich erlöset...

Vom Weh, Kreuzspinne zu sein! Die Verachtete, Grausame, Arme!

Dafür nimm du den Dank; und hör' und befolge die Worte:

Vor Nacht kehret die junge, die reinliche Mutter des HausesStets ihr Stübchen noch aus, und setzet den birkenen BesenDort in den Winkel der Thür, bis sie alles darinnen gesäubert,

Daß, wenn die Sonn' am Morgen hereinscheint, und sie erwachenUnd aufstehn, gleich alles sie freundlich-behaglich sich findet.

Drauf vor Nacht auch trägt sie den Besen hinaus, wo sie weidlichIhn ausschüttelt vom Staube. Da begreifst du sogleich ja als König:

Ich auch lasse mich mit aus den Besemen schütteln und dazuKriech' ich zuvor denn hinein! Ich steig'in den Tod um die Freiheit.Schäme dich nicht, Schneekönig, da nun in den Besen zu kriechen,

Denn das verhilst dir nach Haus! Um Freiheit dulde du Alles!

Selber der Fuchs beißt krachend das Bein sich ab, um aus dem EisenAuch dreibeinig zu kommen; und sieht den Geheilten der JägerHinken, da nimmt er den Hut vor ihm ab, und schimpft ihn zur Ehre!Um mich kamst du nur her! Nun fahre du wohl, du Gekrönter!

Und nun starb sie. Die Stimme verlosch ihr in Röcheln, ihr weißesAug' -anekelndes Kreuz, es erblich; schwarz ward auf dem RückenIhr es zum Todtenkreuze; die vormals mordenden ZangenOeffneten graus und schlossen sich leer, noch zu zwicken begierig,

Drauf streckte die Beine sie aus in den Tod und lag still;

Und im Netze bewimmerte noch sich die Horniß selbst und die Spinne.Doch ihn erfassete Freude, daß Er nicht so in dem Netz hing ....

Und Angst: wenn er dereinst so sein Paar dürftige BeinchenSteif ausstreckete, vornen die Krallen daran, die unschuld'gen. . -Und aus seinem Gefieder das hohl und flaumig sich um ihnAufblies Er sein Bette sich machte, den Sarg und das Grab, Eins.

Doch ihm war, als schrieen die Kinder ihn auf; da befolgt' erWeise den Rath, und spießte sich zwei Kürbskern' an den Schnabel.

Damit kroch er daraus in den Besen in fröhlichen Aengsten,

Bis ihn das Weibchen hinaustrug, und ausschüttelte, weidlich,

Doch den entschüttelten König gewahrt' und lachend ihm nachrief: