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[1] (1857)
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Sein schön Kunstwerk vor und ließ in der Sonne es spielen;

Legte zum Segen die Hand auf des Knaben lockiges Haupthaar,

Segnete ihn und gab ihm den heiligen Meisekasten,

Und sprach, blaß und noch einmal hell von der Sonne beschienen:

Mir wird finster vor Augen, am Himmel verlischt mir die SonneSiehe, ich sterbe sogleich, doch du bleibst leben noch lange.

Wo auch Eine der Bienen du siehst, da gedenke du meiner...

Siehst du sie schwärmen, so grüße sie von mir und sage: ich ließeEine gnädige Mutter zur Königin wünschen von Herzen!

Wenn sie im blühenden Lenze die Stachelbeeren umsurret,

Oder sie, am Schneeglöckchen gehangen, es nieder ins Gras beugt: , .Oder da draußen im Feld' am Klee saugt, denke du meiner,

Der dir den heiligen Kasten geschnitzt und dir ihn vermacht hat,

Ihn zu vererben an dich, wenn du einst wirst wieder so klein sein.Wisse: vom Fange der Meisen nur trägt er seinen berühmtenNamen bei Alt und Jung; und reich ist der Knabe des Menschen,

Welcher so einen so frohen, so heiligen Kasten besitzt.

Nicht Blaumeisen jedoch nur fängt er er fängt dir so gut auchFlieaenschnepper, die Feinde der Bienen; im Herbst Rothkehlchen,

Ja Blaukehlchen, sogar Goldhähnchen, die Kleinen, die Lieben!

Selber den Herrn Schneekönig, der Schnee ausschnickert den Menschen,Ein wahrhafter Prophet, ob der Kleinste, doch wahr wie der Größte."

Und viel wollt' er noch reden: da doch lehnt' er sich hinterund war todt.

Und sie beschluchzten ihn laut, dann drückten die Augen sie ihm zu;

Aber der Knabe verband noch dem Todten den blutigen FingerIrrig aus Liebe. Den Todten ja schlägt kein Herz mehr im Busen;Nichts braucht Todten zu heilen; sie sind der geheilete Mensch ganz.

Heut früh hatte das Knäbchen den heiligen Kasten zum erstenMal nun gestellt, und gleich als Ersten der Vögel im LebenHerrn Schneekönig gefangen. Er kniete zu ihm; er bestaunt' ibn,

Nahm jedoch nicht ihn heraus, noch steckt er ihn sich in das kleineLeinene Beutelchen, daß ihm die Mutter genäht; ehrwürdigTrug er den König nach Haus. Da, entwischt auch unter der Hand ihmBlieb er gefangen im Stübchen, und setzte sich hoch in die Acstchen.

Aber im anderen Eck saß eine gewaltige Spinne,

Schwarz, rauch, groß, wie die Trüffel mit Beinen des häßlichen Krebses,Ein abscheuliaes Kreuz weiß, auf dem bchaareten Rücken,

Lauernd in Mitte des Netzes, umhangen an Fäden von ihrenGrausam Ermordeten jetzt in den gräulichen Leichenkitteln,

Drinnen sie leis noch surrten vor Angst; doch die mächtige HornißRaffte noch einmal sich auf, aus der schrecklichen Macht sich zu lösen;Sieh, da erschütterte wild sie das Netz, daß es zitterte und daß die LeichenTanzten, in ihren gräulichen Kitteln; aber die SpinneSchoß zu der Horniß, sog mit dem Blut ihr den Geist ausUnd still hing sie nun wieder in Mitte des gleißenden Netzes,

Und als würdiger Raub ansunkelte schon sie den König,

Der unbeachtet sie ließ als Flügclbegabter-sie konnte nur kriechen,

Oder am Faden hernieder sich lassend, sich schwingen und wiegen.

Drauf neugierig zuerst bei Menschen zu sein, mit Erstaunen

Sah' er im Stübchen sich um. Bor der glänzenden Scheibe des kleinen

Spiegels flatternd, erblickt er sich König, und hörte ihn schnicker»;

Fast dann fiel er in Ohnmacht hin, denn er hörte den KuckuckKuckuck" rufen, da hoch von der Wand, der das Herz ihm erregteDraußen nach Wald und Flur, nach Weib und lieblichen Kindern.

Und hier lag ein Kind, in dem breit ungeheueren Ehbett,

Märchen und Saqen IV.