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„Alle die Hungrigen so viel Ehr' im Leibe: durchaus nichts„Essen zu wollen, wie wäre das Volk da beglückt! Und — schloß sie —„Wer zu lange gehungert, der ißt dann zu viel; doch was? —Erde!"Tief da empfand der so redliche König die Leiden der Ehre.
Aber was er nicht wußte, geschah ihm schrecklich im erstenSchlafe, der sichersten Zeit für Diebe und Hasen im Felde.
Als sich der Abendstern in verfinsternde Wolken verborgen,
Kein Nachtschein vom Rande der Erd aufblühte wie Krokus,
Und im finsteren Walde der Hirsch an den Baum anrennte,
Da stand alles bereit vor der Höhle des Bären zum Ueber-Falle, zu Mord nun oder zu Raub der verhungernden Prinzen.
Aber die Wache der Vögel zu täuschen mit anderem Angriff:
Stand vor der Höhle des Bären der Bull, der entsetzliche, schwarze,Hinter ihm ein Schock Ochsen bereit mit den gradesten, stärkstenHörnern zu treffen den Stoß, den Pallast zu erstürmen,
Rings um die Eiche gestellt, daß zugleich mit dem Neste sie falle,
Immer im Sturme sich ab in erschütternden Stößen zu lösen,
Welchem Betäubten der Kopf dumpf brummt und die Hörner zerschellen.Als sie darauf paarweis' und stumm zum Sturme geschlichen,
Und mit dem Bullen, dem Kälberpapa, zwei hundert der KinderHinter ihm her, sammt allen die tüchtig zu wühlen und graben verstehen:Hamster und Dach's und Ratten und Mäus' und niedliche Maulwürs'Schwarze, mit niedlichen Händchen zu ganz unermüdlicher Arbeit,
Und der entbrennete Kampf in der Höhle zum Zeichen erschallen,—
Laut da erweckte die Bärin die Katz zum verwegenen Gange,
Lobt' ihr den goldenen Schwanz, und küßt ihr das goldene Mäuschen,Ihr ein ermunternder Orden „voraus" groß Ding zu verrichten.
Und daraus sprach sie gerührt zum gerühreten Mädchen mit Nachdruck:„Geh, begeistertes Mädchen! beende den Krieg eh' er ansängt!
Das ist der weiseste Frieden und bringt dir ewigen Nachruhm,
So viel Katzen noch leben! Die Jugend thut nur das Größte."
Darauf segnete noch sie der Fuchs und der Eisbär sah zu;
Und nun ging sie, ja sprang sie hinaus in die Nacht fort,
Laut von den Kindern des Bären beschluchzt als liebe Gespielin,
Als Hofkatze, beehrt mit den Kindern des Bären zu spielen,
Die fromm alles gefallen sich ließ, Nußschalen an Füßen ...
Malkern... und oft bis zum Schreien gequält; nur sie schinden noch fehlte.
Aber sie nahte sich kaum, da vernahm sie entsetzlich GetöseUm den belagerten Stamm. Laut brüllte der Bull mit gewaltigTiefer erschütternder Stimme. Er hatte sich fest in den EichstammEin, mit den Hörnern, gestoßen; sie bannten und hielten das Haupt ihmNah, und die Augen; er drehte den Schweif mit Erbitterung dem Rad gleich,Stemmte die Beine mit ganzer Gewalt an, los sich zu reißen...
Krümmte sich . .. alles vergeblich. Die hülfreich kämpfenden RinderStießen, den Stamm zu entwurzeln, mit Kraft ausholend von Weitem,Daß er erzitterte, bis an den Wipfel erdröhnt, doch sic stießenNeben und rund um ihn her sich nur auch in dem strozzendem Stamm fest,Brüllten wie Er, und tobten wie Er, vom Tod sich zu retten.
Denn die gerüsteten Helden der Vögel, die großen der Leibwach',
Als Großvogel beehrt mit vergoldeten Beinen und SchnäbelnOder mit silbernen, blau und roth nach den Ehren und Aemtern:
Kraniche, Trappen und Weih' und Lämmergeier und FalkenSetzten sich klug, als unangreifbar, auf den Kopf der GefangnenIhnen die Augen aus ihren schon blutigen Köpfen zu hacken.