73
Eier-Mütter nur giebt's! nicht V öglein-Mütter — (das Ei glaubt's!)Nicht Leib-Kinder, doch Reihe Ei-Kinder erfreun dich;
Wegen nur Ei-Mords bin ich unhängbar; sonderbar freilich:
Brächt' ein Fuchs sich selber zur Welt, der wäre der Urfuchs!
Sage dem Manne: Bedingung ist, daß er stracks mich hinabträgt -Hand wäscht Hand und die Hände den Kopf; doch der Kopf nie die Händel
Aber da flog sie schon auf; und eh' ein Senne die Kuh melktSaß er bei ihm schon selbst, ganz kurz den Gesandten bescheidend-„Grüßen. Den Bär. Sonst nicht mein Freund. Thron darf nicht leer stehn >Nieder mich lassen. - Entlassen!... Doch selbst sehn. Klug sein. Fuchs sein'
. . Ucbrigens wohn' ich so herrlich: im Nebel weiden mir KüheLäutend in himmlischen Wolken; es bläst Schalmeien mir im MondscheinUnd weit unter mir zichn die Gewitter, ich habe nur Sonne." '
Und jetzt wollte der Fuchs sich bequem und breit auf ihn sehenDaß er hinunter ihn ritte. Da faßt' ihn der Adler am KragenGriff ihm im Nacken das Fell mit den Krallen der Klauen zusammenUnd so hielt er ihn weit von sich ab mit gesenktem Haupte, '
Grauend verbissenen Augen, die schwitzende Zunge zum Hals aus.
Also sank er so schnell in die Tiefe, daß ihm es im Leib' kniff,
Wiederum bis in's Graue, wo Thal und Berge sich scheiden.
Plötzlich entsetzte der Adler sich selbst vor dem BergesaltenUnd weit älterem noch wie die Berg', auf welchem er herrschte,
Jeglichem Thier wohlthätig und hülfreich, selber dem RöschenGanz so gut wie dem Bär; ganz hell durchschauend die KlüfteWeiß er, wo ein noch junges verwaisetes Rehchen ihm hungert,
Ja ein Knöspchen verwelkt, das erquickt er bevaternd, mit Nachtthau.Diesen erblickte der Adler und ließ mit Geschreie den Fuchs los,
Der tann-ties, entsetzt, in das Gras fiel, neben die Grotte,
Drinnen der heilige Greis auf blühendem Moose das GemsweibTraurig begrub. Er erkannte sie gleich, die vor Eile GestürzteAengstlich aus Furcht vor ihm und betäubt und beirrt von dem Schneesturm,Blut im Munde. Er sähe das kalt; denn ihn rührte kein TodteS,
Weder die Glöckchen am Hals, noch die Morgens so freudigen Schenkel.Lächerlich fand er die Blumen im Kranz, an der Todten verschwendet,
Den ihr der Bergesalte gewunden und ihr um die Stirn wand.
Still fort schlich er am Bach und suchte die Stelle zum trinken —
Ganz schneeweiß von der Spitze des Kopfs bis zur Spitze des Schwanzes-sah er im Bach da sich weiß!.. . von Alten und Jungen verlacht alt.Nur noch die Hoffnung blieb: „es ist Schnee!" er beklopfte sich grausam,Wälzte... beklopfte sich —aber er blieb weiß! alt! und er höhnte:
Weißheit ist es vor Angst und Fucht in den Krallen des Groben. ..
Oder der Segen vom Auge des Alten, mit dem er mich anfah!
Dafür geb' ich es aus! Weiß Haar muß auch noch was bringen!
Aber wie prächtig Kanin-weiß bin ich hingegen nun! —SchwarzerFuchs ist der theuerste-Balg, der berühmteste! Aber der weißeFuchs ist ein Unerhörter! unschätzbar seltner, nur einmalHerrlich-vorhandner in mir — fast ein Unglaublicher ist er.. .
Bin Ich! denn glaubet mich weiß noch die eigene Frau? sie versagt mir
Tisch und Bett als schlauem Betrüger nur! selber die Kinder
Kaum umschleichen mich bang und scheun sich mich Vater zu nennen;
Aber ich bläue sie tüchtig! da werd' ich ihr Vater, ihr lieber. ..
Goldener ... silberner . .. alles herab bis zum Eisernen. Nichts HilstMehr zu Respekt wie der Stock, ja den Weltstock möcht' ich ihn nennen.
Darauf ruht er sich aus, in der Dämmrung erst sich nach Hause zu schleichen.Und so that er, und trat in die Höhle des Bär's bei Mondschein,
Märchen »nd Sagen rv.