Daß sie entsetzt laut schrie'n: „Er ist todt! er ist todt—er erscheint unS!"Aber er sprach: „Dummheiten! Ich komm' mit gesegnetem FuchspelzZum Schnee-Alten verklärt vom heiligen BergeSalten!
Selber der Königsadler — das muß ich gestehen —er trug michAus Hochachtung sogar auf eigenen Händen so kindsanftNieder an ebenes Land, wo Füße was wiederum gelten.
Kämpften wir glücklich den Thron frei—würd' er so frei sein! Das meint:
„Fräße die Katze das Nest, daS würd' er mit Hulden erkennen."
Also berichtet er amtlich. Da dankt ihm der Bär mit der Hand warm,
Daß er die Finger vor Schmerzen behauchte. Dann zeigt' er im Grunde der Höhl'Reiseermüdet, den starken und zottigen schlafenden Eisbär,
Der auf schmelzender Scholle des Meers ganz glücklich gekommen,
Helfen im Einzelnkampf mit gefährlichem Knüttel des Helden.
Während der Fuchs sich erfreute, daß der so weiß wie er selbst war,
Raunte der Bär ihm zu, daß schon ein Söhnchen des TigerSIhr Hauskätzchen gewonnen, das eitele Jüngfercben annoch,
Durch ihr versprochenen Putz, durch einen vergoldeten Schwanz, und.. .
Durch, vor allen ihr einzig zu tragen, verschnittene Ohren;
Aber zumeist durch Hunger, sie wild zu dem Gange bereitet.
Aber damit auf einmal sie nicht zu gräßliche Schmerzen erdulde,
Hat er ihr nur ein Streifchen verschnitten, die Ohren geheilet —
Und darauf wiederum nur ein Streifchen; und ohne zu schreienOder zu jammern, hat sie die Weihe zur Heldin ertragen,
Klug jedoch, forderte sie die Belohnung schon vor der That sich.
Sieh' sie dir an, daS gemäuselte Ohr. . . den vergoldeten Schwanz schon.Schnurrend da liegt sie bereit zu dem Gang, der ihr nichts wie den Tod bringt,
Dem du sie weihst auS Haß und Neid, und dem Tiger daS riechest!
Und von der fliegenden MauS an die Königin selber verrathenSitzet der Uhu, nachts scharfsichtig, bereit sie zu fassen,
Und hoch droben noch wachet der Hahn, doch befohlen zum Nichtkrähn.
Dieß Stück wissen sie in dem Pallast; doch das schlimmere Stück nicht,Welches der Bull wird ihnen bereiten! Du wirst eS mit Lust sehn!
Heut nach Mitte der Nacht ist Rath zum Besprechen der Schlacht selbst.
Machen wir jetzt ein Schläfchen! Der Schlaf stärkt Reisende kräftig."
Und nun lehnten sich beide zu schlummern. Da kam zu der BärinIhre Gevatterin bange nach ihrem Gesandten zu fragen.
Und sie beleuchtete mild ihr den Weißen, erzählte ihr, was erAlles verrichtet, und was für Ehren ihm droben geschehen.
Traurig brach sie in Thränen da aus und stöhnte zur Freundin:
„Wer glaubt dem ein Wort! kaum mebr ein heuriges Gänschen!
Unglück hat er gestiftet! und Schande sich endlich erworben!"
Und die Verweserin sprach ihr Tost zu, traurig und fröhlich:
„Bitterer, schwerer im Sinn Empfundenes, wußte der BerggeistNichts: wie den Eitelen alt vor den Weibern erscheinen zu lassen,
Daß sie ibn nicht mehr zählen, und kaum— nur mit Grauen —ihn anschau'n!
Nicht daß er alt ist selbst und schwach auf Füßen sich fühletMacht ihm Pein— der Verlust nur des lieben Betrügenö.
Wer alt scheint, der ist alt und sei er erst —morgen geboren!
Vielleicht zwingt ihn zu Schaam nun die ihm aufgezwungene Weißheit.
Mein Mann ist zu garstig! Wer ließe sich gern von ihm küssen?
Oder umarmen? Wen er an die Brust drückt, fühlet die RippenWohl acht Tag' nicht... wenn ihm der Athem sogleich nicht auSfuhr!Garstige Männer: zufriedene Weiber! Mit Ehren behalt' ichDoch mir den Meinen!"
„Der Lügner, Betrüger und Heuchler und Schmeichler