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[1] (1857)
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Mer ven Wurm schaut, glücklich ist der, aus immer gesegnet!

Lasset ihn zieh'n in Frieden! Er sucht sich den Kopf zu dem Schwänze;Keinen beleidigt er; ganz unbeleidigbar, und unversehrbarEr selbst! Immer so still, nie geboren, und alt drum nimmer zum Tode.Hier schon liegen die Steine vom Schloß! hier führen die StufenDich in den Keller hinab. Komm, folge mir!" sprach sie und schickteDie zwei Lichter voraus; denn das Licht selbst darf nie vor irgendWas und irgend vor Wem je furchtsam sein, als das Licht ja!

Drunten erschien das Gewölbe geschwärzt, an der Decke die Haken,

Einst wo die Schinken gehangen, nun Fledermaus' an den Wänden,

Eine geschäftige Schlange, smaragdgrün, funkelnd und züngelnd,

Unter der goldenen Haube mit Ohren geschmückt wie die Eule,

Nahm von den Händen der Diener die Ehrengeschenke mit Anstand:

Speck und Wurst," die zu stehlen dem Sperling befohlen geworden,Schlüpfte damit zu den alten verrosteten eisernen Pfanne,

Drinnen der Rattenkönig, ihr stumm Neun-Einiger Herr saß,

Nahete, fütterte ihn neunfach, und hörte ihn schmatzen und pfeifen,

Darauf zur Königin sprach sie gewandt:Selbst essen ist WeltlustHerrliche Lust ist essen zu sehn, wie den Kindern es gutschmeckt,

Daß sie das Bäuchchen sich klopfen, als schmeckt' es im Bauche.

Satte, das sind mit der Welt die zufriedensten, gütigsten Leute;

Alles verlange vom Satten drum bitte ihn nur nach der Mahlzeit!Setze dich also getrost zum Neunmal-Satten! er hört dichWinkend, vor Schlaf nun, oder vor Magens - Güte dir nickend,

Und du willst nur Worte. So frag' und gewarte der Antwort."

Und die smaragdene Schlang' entschlüpfte zu Winkel. Da frug sieLeise mit klopfendem Herzen. Doch ihr Neun-Einiger sprach nichtSelbst sich bemühend; sie lauschte; sie sah: ihr geschähe die Antwort:Glanz brach aus dem Gemäuer hervor, und er wallte, er schuf, quoll,Und ein borstiger Bär quoll wieder hervor aus dem Glanze,

Darinnen er stand und die klauenb eraubeten Pfoten sich leckteMit rothblutigem Maul, draus all' ihm die Zähne gebrochen.

Und die smaragdene Schlange bedeutete sie, ihr erklärend:

Redlichst frugst du nach Frieden und Wer? und Wie? er ihn mache?Daraus sagen im Bärbild klar dir die Könige Antwort.

(Lasse das Friedensbild dir malen und bäng's im Pallast auf)

Wenn der noch Einen zerreißt da bezahlen sie lachend den Doctor."

Also ihr Vögel gewinnt den Krieg und versteinert den Frieden."

Wiederum zischelte zum Neun-Einigen jetzt sie, getrost schon.

Und ein goldener Glanz brach aus, und wallte, er schuf, quoll,

Und in den Glanz schritt freudig herein als gewaffneter Feldherr:Herr Schneekönig, ihr tbeurer Gemahl, und sie langte mit HändenWeinend nach ihm; doch er sähe sie nicht, herzlos wie die Geister.

Und die smaragdene Schlange bedeutete sie, ihr erklärend:

,Auf daS, was du gefragt aus richtiger weiblicher Klugheit,

Darauf malen im Feldherrn-Bild dir die Könige Antwort.

Wie ein König so schön herglänzt mit dem Stabe! Ein KönigThut gut, selber den Feldherrnstab in das Patschchen zu nehmen,

Daß er dann nicht abhängt von Anderer Dummheit, Feigheit und Falschheit;Denn noch ist kein König bekannt, der bestechen sich lassenJe zum eignen Verderben; sie sind hochredliche Leute!

Denn mit dem Reich geht's ihnen bedrängt an das Leben; den AndernNur an Ehr' und Gut der Gemeinen, auch redlichsten Leute.

Wer nicht selbst sich vertheidigen kann, der bestelle sich immerUntergelegete Hasen zur Flucht bis über die Gränze."

Märchen »nd Sagen in.

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