Druckschrift 
[1] (1857)
Seite
60
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

60

Schön:Groß-Vogul!" Nach ihm selbst der erhabenste Loge!/'Hörbar sprach er das, denkend:Den Schlauen verhaßt ist der Schläue-Täuschend nun schwirrt mir die Maus bei uns zu den Vögeln als Vogel.Bist du mir Rothkopf oft nicht in die Perücke geflogen,

Daß ich geschrie'n und die Leute geweckt, die in meinem GewerbeDann mich mit Knütteln gestört, und der Hund mir beinahe den Schwanz fraß!Jetzo bezahl' ich dir das mit dem Prangen am bretternen Scheunthor,Wenn du bei uns als Maus, und Vogelspion, mit gespreiztenFlügeln, der Sonn' entgegen, sie anschau'n sollst und verhungerst.

Du, ein offener Schelm das ist ehrwürdig dagegen:

Zwei zu betrügen! Ich immer betrüge nur Einen auf einmal.

Aber nun fliegst duvcrrathen" als Vogel, und kriechest als Maus heimMit dem Errathenen oder Erlauschten. Spione ja bringenWiederum Kunde vom Feinde zurück und verkaufen sie wieder.

Niemand leichter bestechlich als schon der Bestochene. Aber dem KlugenMißtrau' du nicht stets, ein Fuchs kann manchmal getreu sein.

Aber da läuft mir der Gemsbock grad' in das Messer mit seinerLieblichen Gems! Er hat an das Bein sich gestoßen das paßt mirUnd sie, lächelte, als ich sie sanft dort am Bärtchen gezupft in der Menge;Doch ein jung Weib kann auch lachen., .verlachen! das denke."

Und zu gelegener Zeit jetzt frug ihn der Bär:Herr Feldherr,

Hätten wir sonst nichts Gutes vergessen, noch Dummes zu wehren?

Denn heut ist Sanct Dumm-Guts-Tag, da verseh'n es die Klügsten."

Und ihm erwiederte lächelnd der Fuchs, nach dem Abend ihm zeigend:Sieh! sein Tag ist aus, da die alberne Sonne zu Rüst geht,

Und die vernünftige kommt, Sanct Grütz-Kopfs-Tag nun beginnt schon!Sprich: WaS meinst du zu dem? und meinst du's zu thun, so befehl ich's:Mein Weib ist mir so klug wie die alberne Häsin! Sie meinte:

Setzten die Vögel voraus da vermögen vor unsere HöhleEin nun erschrick nicht ein Siegesdenkmal für ihrenSieg, das den Muth uns breche... doch ihnen Begeistrung zaubre...Würde da unser Gemüth nicht geistig gebannt, mit Gewalt nichtNiedergedrückt? und die Hörner versagten dem Ochsen zum Kraftstoß!Schamvoll hingen die Kühe den Schwanz in unzähliger MehrheitUnd die betretenen Kälber, sie frügen sie: Mutter was weinst du?

Auch die vor Dummheit immer Getrosten ich meine die EselHingen die Ohren... dann selber den Kopf, und die tölpischen frohenEselsfüllen vergäßen die Sprüng' und zulpten an Disteln.

Darum setzen wir ihnen das Siegesmal vor den Pallast hin!

Aber das muß gleich sein, noch die Nacht, daß die Vögel es srüh schaun!Hei! und sie kommen geschwirrt und bitten um Frieden zum Ruhm uns!"

Und nichts sagte der Fuchs als Hm! und befahl so den Glücksstreich:Also die Küh', zweihundert, gespannt vor den trockenen BaumstammAlten! Ich kenn' ihn; der Blitz hat längst ihm die Krone zerschmettert,Unv nun riß ihn der Sturm uns um zum betäubenden Siegsmal.

Furcht nur des Einen, besiegt sich ; nur scheinbar Anderer Muth ihn.

Achtzehn Kuh-Reih'n stelle du breit, und jegliche zwanzig

Kuh' tief; immer den Schwanz von der Vor-Kuh fest an der Nach-Kuh

Mächtige Hörner gebunden. Die achtzehn Schwänze der Letzten

Aber dann selbst an den Stamm und so müßt' es mitlKräutern zugehn,

Zögen die kräftigen Küh'... auch Ochsen darunter das Siegsmal

Nicht als Schandmal vor den Pallast, insonders wenn kleine

Treiber die Fuhre betreiben, mit Stecken gesetzt auf die Rücken!

Am wirksamsten jedoch an der Spitze des Zuges den Kühen