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Freudig bekannten sie Mütter zu sein; ein stotterndes ZickleinMeckerte nur nachträglich, zu allengemeinem Gelächter.
Und nun erhob sich die Frau, Frau Reichsverweserin, gute;
Alsssie beklatscht war, tief sich verneigt, da begann sie mit Ehrfurcht:„Wer kennt besser die Herzen der Männer im Land', wie die Weiber?
Aber nur Jede den Ihren; die anderen sind ihr nur Schatten.
Heute die Nacht erst sprach mein Mann, da ich traut ihn umarmt hielt:„Kein Krieg ohne den Willen der Frau'n, denn er kostet ja ihnenGerade das Beßte: die Kinder! die herrlich erwachsenen Söhne,
Daß Großmutter sie werden und Enkel sich wiegen. Denn Bess'resErndten sie nichts für all' ihr Müh'n und Sorgen im Leben.
Volkskrieg ist nur glücklich; nur er geht freudig mit Sieg aus.
Und die Gefallenen baden das Haus und die Ehre gerettet,
Daß auch Mütter sich scheuen dw Todten am Tag zu beweinen,
Wenn sie im Traume des Nachtö auch die Kehrenden freudig umarmen!Doch nur bestohlener Krieg bringt unglückseligen Frieden,
Ach, und den büßen die Weiber im Haus viel bitt'rer wie MännerDurch Armuth und Schand' und freudelos-eitele Sorgen;
Denn von der Ehre noch lebt ein alt Weib mehr wie vom Brote,
Darum gehören die Frau'n in den Rath zum Kriege vor allen,
Um mit sinnendem Haupt und fühlendem Herzen die Folgen -Ernst zu erwägen, und willig und fest sie dann auf sich zu nehmen.
Laßt sie denn lieber zu Hause bei eiserner täglicher Arbeit —
Nur wenn es Krieg gilt, ruft sie dazu; gebt ihnen die Ehre!"
Also sprach er. Und also verkünd' ich zur Freude nun Euch hier:
Krieg nur dürft ihr beschließen! beschließt ihn denn, brauchet nun Frau'nrecht."
„Recht, das man nicht ausübt, ist kein's. So beschließen wir Krieg, Krieg!"Riefen die Frauen bethört, und Recht mit zu haben die Jungfern,
Liebliche Reh', Kuhfcrsen, und Füllen der Esel und Stutten.
Jetzo erhob sich der Dachs und sprach zum versammelten Kriegsrath:„Wohl und weislich gesprochen, das muß ich bekennen, das habt Ihr.Aber, und wiederum aber! was essen wir während des Krieges?
Denn wir leben im Frieden ja schon von Nichts, zur Verwund'rungNur aus der Hand in's Maul; d'rum rath' ich: Legt Magazin' an!Redend, stammen von Magen sie her und weisen auf Magen!
Rath muß kurz, sein," schloß er, und setzte sich wieder zum Hamster.
„Wohl und weislich gesprochen!" entgegnete lächelnd der Wolf ihm;
Aber ach: Wir sind unser — ich will's nur gesteh'« — Magazin selbst!Schade nur, daß wir im Kriege — mit uns selbstFrieden nun halten...Sollen! Wir leben ja alle, gewohnt, da so Einer vom Andern,
Alle von Allen; die Großen von Kleinen in größerer Anzahl,
Wie mein Vetter, der Bär, von unzähligen fleißigen Bienen;
Und viel Kleine da leben von Einem der Großen zusammen,
Wie viel' Hund' und Maden von einem gefallenen Pferde ...
Und frech greift ein Volk in das andere Volk noch hinüber:
Da frißt Fuchs — (Herr Feldherr, bitte, verzeih'nSie dieWahrheit) —Da frißt Fuchs, Haarthiere ja, die Gans, sein fedriges Leibthier;Und hinwiederum Uhu die Katze. .. und kriegt sie ihn — Sie: ihn! —Muthig hinaus denn in's Feld! Wir bringen das Essen, wir sind es!Also — wer nicht sich getraut, mit tüchtig zu fressen, gefressen zu werden,Der bleib' ehrlich zu Haus und erzähle den Armen von Frcß-Kahl',
Daß sie den Hunger sich stillen —mit Wasser im Mund, Apetit und —"
Märchen »nd Sagen M.