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Aber die Hasen vermochten vor Müdigkeit von dem Trommeln
Nichr mehr die Pfoten zu regen und kaum vor Schmerzen zu schlummern
Offener Augen vor ewiger Furcht. Vor heiserer Stimme
Auch nicht erkannte die Frau Hofhündin den Herrn sich, den Hofhund
Und sie verband ihm den Hals mit einer lebendigen Katze,
Die es gefallen sich ließ und ihn einschnurrte zum Schlafe.
„Bei auswärtigem Krieg schläft all' inwärtige Feindschaft,"
Meinen die Edlen der Esel; doch niemal meinen's die Diebe.
Vierter Gesang.
Der Kriegsrsth.
Als nun die Sonne gekommen und prachtvoll glänzte der Morgen,
Kamen die alten, die weisen, erfahrenen Thiere von allen,
Wie der Verweser des Reichs sie befohlen zur Volksversammlung,
Wo er zu reden, zu fragen, zu hören und dann zu beschließen,
Würdig gefaßt aus einem erhabenen Steine bereit saß.
Alle schon hatten zu Hause gesrühstückt, jeder was ihm schmeckt;
Magen der Alten vertragen noch leer, nicht Predigten, lange.
Alsdie Versammlung endlich gefüllt war bis in die Aeste,
Drauf Eichhörnchen und Ratten zurecht sich gesetzt mit den Mäusen —
Sicher vor Katzen zu sein, noch dem Land-KriegS-Frieden nicht trauend —
Und es zu ebener Erde so voll von den Klugen im Land stand,
Daß kein Kürbis zu Boden gelangt', und die Achseln nur wund schlug. ..
Und einander das Ohr sie belecken sich konnten, und leckten ;
Keins ein Vorderbein aufzieh'n, sich die Nase zu reiben
Vor dem Gedüste des Bocks und des Hahnblut-muffenden Marders,
Schauten sie stumm auf den Fuchs, der nun rechts stand neben den Bären,Stolz sich den Schwanz strich, schmunzelnd, wie: viel mit dem Herrscher verkehrend!
Und ein lahm Pferd ächzt' und stöhnte zum Ohre des Blinden:
„Das sind traurig e Stunden, worin wir Weisheit bedürfen!Darum mag uns der Himmel, so sehr er vermag, da vor weisenMännern und ernsten behüten, wie vor — uns schneidenden — Messern!
Aber der Fröhliche komme so oft ihm gefällt, und so viele!
Nimmer versprech'ich mir Gutes vom Fuchs und vom Luchs — und vom Bauchweh."
Jetzo erhob sich der Bär und stand als stattlicher Herr da,
Schweigend, bis dies' und jene betagete Kuh noch gehustet,
Und bis die Esel die Ohren gespitzt; da begann er in Demuth:
„S'ist einmal nicht anders — ich habe den dummen bekanntenStreich aus Ehre gemacht, und ich bitte, mir ihn zu vergeben!"
Sieh, da erhoben sich all' und brachten ihm dreimal „Vergebung!"
Ein Nachzügler nur rief: „Doch sei nun gescheider von heut an!"
Wieder erhob sich der Bär und sprach zu der hohen VersammlungDroben auf alle den Bäumen und drunten im blachen Gefilde:
„Seid ihr, so wie ich befahl, auch alle gekommen, ihr Weiber?
Eselinnen und Küh'? und Stutten? und Hündinnen? Hirschküh'?
Und was sonst noch den Männern, den Großen wie Kleinen, zu Freud lebt;Namentlich nicht, gebt alle zugleich euch kund der Versammlung!"
Und nun erscholl ein Eselgeschreie, Gebell und Geheul von den Weibern:
„Hier! —Hier! —Hier!" daß den Männern ihr Herz sich im Leibe vergnügte.