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[1] (1857)
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Die wir vom Morgen bis Abend umher uns schleichen um einenMageren Hahn; ja die Nacht dran setzen um Ein Ei!..Keins auch!

Aber erbärmlich erst komm' ich mir vor, und der Sonne zum Jammer,

Wenn ich, die ehrbare Frau, schwanzwedelnd zum Häschen mich schleiche,

Falsch mit ihm spiel'und tanz' und auch mein Schatten damittanzt!

Schaamvoll floh' ich da schon doch kehrte ich zurücke vor Hunger.

Also das Essen zuerst ... und dann ein tapferer Feldherr...

Meinst du weiter? .. Mit nichlen, denn wenn er nur grausam, erschrecklich

Ganz bärbeißig an stellen sich kann, dann hinter den Hintern

Brav sich den Hals zu erhalten versteht, das ist heiligste Pflicht ihm

Einzelne Tapfre gewinnen die Schlacht nur stets, doch nimmer die Menge,

"Meist wie der einzelne Feige zur Flucht nur die Menge dahin reißt"

Sagt mein Mann, der da listig den Listigsten nähme zum Feldherrn;

List weiß allzeit Rath; und Rath bringt Hülfe; die Hülfe

Aber den Sieg; und kur Sieg bringt Ehre; und Ehre die Furcht rings.

Was ist süßer auf Erden, als wenn sich die Welt vor uns fürchtet?"

Sagt mein Mann; was versteht ein Weib vom Kriege?... vom Zank nur (Nur beim Stehlen, da bringt mir die Furcht vor mir schreckliche Schläg' oft.)Zank, den verstehn wir darin vollkommenen Weiber von Grund aus;

Zank, den verderblicheren als Krieg, da er täglich das Jahr langWeit und breit im Land, in dem eigenen Haus und der NachbarnWüthend, entsetzlichen Schaden erregt, die Lebendigen krank macht,

Ja umbringt und zwingt mit den Freunden zu leben in Haßschaft,

Wenn die ihm Kriege Getödteten ruhn als friedliche Nachbarn!"

Also den Listigsten soll ich zum Feldherrn wählen; den Rath Hab'

Ich mir heraus im Schlummer gehört. Ach, käme doch dein Mann!

Er: General und du Generalin! so spottet der Frau'n man."

Seufzte der Bär und drückt' ihr die Hand und küßt ihr den Mund zart.

Sieh, da erblickt er den Fuchs und rief: O du kommst wie gerufen!

Weißt du, wer du bist? ... Feldherr! Herr, wie du keinen geträumt hast,

Sämmtliche Thier' in Gewalt aus Tod dir und Leben gegeben!

Danke mir nicht für die Angst, ich freue mich, daß ich sie los bin!

Gibt's Packesel, so geb' es Gewissensesel denn auch uns,

Komm und laß uns jetzo das Weitere weise besprechen,

Kriegsrath setz' auf Morgen ich an, und hundert der TrommelerJener geborenen Trommler, der Hasen, die trommeln den Krieg aus,

Heut, in der Stunde sogleich; und Führer sei ihnen der Hofhund.

Denn im Krieg muß Jeder vergessen der ewigen Feindschaft;

Drauf imFrieden, da mögen sie wieder wieKatzen undHundeTüchtig sich beißen, wie unterschied sich Friede von Krieg sonst."

Rasch nun besorgte der Feldherr Fuchs sein Hundert von Hasen;

Und,heut, da Krieg war, heut fürchtet' ihn Keiner. Sie lachtenSeiner; sie sahen ihn an und er sie, und blinzten sich blöd' an.

Doch der gelehrige Hofhund boll, ganz stolz, nun den Krieg aus:

Krieg! Krieg, gegen das Alles, was Federn hat und die Luft sägt,

Was Zweibeiniges Eier und Eierchen leget in Nester.

Vom Goldhähnchen an bis zur Gans, Strauß, Trapp' und zauderndem Truthahn,Gegen den Herrn Schneekönig zumeist, als Aller BeschimpferUnsrer in unserem Herrn, dem gnädigen Bär, dem Verweser;

Und der verübete Schimpf ist ganz unerhört, unsagbar,

All' ehrhaftem Gethier, selbst alles erduldenden Menschen!"

So ansagten sie Krieg bis zu Mondaufgang, und erregten

Wüthend die Menge des Volkes, das rings graus träumte von Schlachten,

Von Fortlausen... von Ruhm, den die Tupfern ertödten sich wollten.