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[1] (1857)
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Hedwig.

O Roderich, was Du an mir verbrochen, jVon eitler Schönheit Reiz bethört, >

Der Himmel hat an Dir es schon gerochen, !Dein Liebesglück, es ist zerstört! ^

Vodench. !

Hedwig, Hedwig, was ist gescheh'n? ^

Du bebst? O sprich, erhör' mein Fleh'n! !

Hedwig-

Nur schwer entringt das Wort sich meinem

Mund,

Dort kommt der Ritter. Er mach' Dir's kund!

Siebente Scene.

Die Vorigen, Iruno und Vilser, (dic sich zur Rechten

im Halbkreise aufstcllen.)Manfred. (zu Kuno.)

Nicht Kumpf hat die Zwietracht entschieden,Hedwig, die sroh des Werkes weint,

Ihr Frievcnsruf schuf Frieden,

Neu sind wir als Brüder vereint!

Vnno.

Ihr seid versöhnt, versöhnt durch sie?

Das ist ein Werk, das Gottes Segen kröne!

O niemals wieder möge Haß und Hader, nie

o nie

Entzweien eines Vaters Söhne!

Du, Rodcrich, höre nun und trag es starkAls Deiner Thaten gottvcrhängten Lohn:Dein Weib hat Dich vcrrathcn,

Antonio's Lockung folgend,

Ist sie mit ihm entfloh'n!

Roderich.

Heiliger Gott, Dein Werk,

Ich beuge mich Deiner Hand.

Mmo.

Mit meinen Freunden erblickt' ichDas Schiff der Flücht'gen von fern,

Rakch batten ein Boot wir bestiegen,

Tic Ritter folgten mir gern.

Und da wir die Schnellen des StromesBenutzten, erreichten wir baldDen Räuber und stürzten uns auf ihnMit Rächerwuth und Gewalt.

Antonio wehrte sich männlichDann sank er hin in seinem Blut,

Da warf sich Haidie in die WogenUnd es riß auf den Grund sie die Fluth!

Roderich.

Vater, ich beuge mich Deiner Hand,

Dein Gericht Hab' ich erkannt.

Manfred.

Roderich, mein Bruder, komm, o komm zu mir,Die Deinen Blick getrübt, die Schatten sinken

nieder,

Die Hand des Bruders biet' ich Dir,

O komm, sei ganz, sei ganz mein Bruder wieder!

(Di,' Brüder umarmen sich.)

Hedwig.

Und wieder Eure Schwester laßt mich sein,Wie einst in unserer Kindheit schönen Tagen,Tie Himmelsbraut darf liebend sich euch wcih'n,Für seine Huld Gott mit Euch Dank zu sagen!

MMn.

Sein starker Arm war nah Euch diese Stunde,Und seinen Segen gibt er Eurem Bunde!

Eh' Hedwig zieht in uns're stillen Hallen,

Hat Gott das schönste Werk durch sie vollbracht,Er gab Euch Frieden,

Groß ist Gottes Macht,

Sein HauS kann nicht vergeh'n,

In Ehren wird's bestch'n,

Wenn alles Menschenwerk in Staub zerfallen.

stlüno.

DaS Rächeramt nahm Gott in seine Hände,Und was er thut, führt herrlich er zu Ende,In sein Gericht soll ihm der Mensch nicht fallen,Was Gott vollbringt, nur das ist gut vollbracht.Er hat gerichtet,

Groß ist Gottes Macht,

Sein Haus kann nicht vergeh'n,

In Ehren wird'S bestch'n,

Wenn alles Menschenwerk in Staub zerfallen.

Wechielgeiäng beider Chöre.

Chor der Visier.

Gott hat gerichtet!

Chor der Nonnen.

Gott gab Euch Frieden!

Neide Chöre.

Groß ist Gottes Macht,

L>ein Haus kann nicht vergeh'n,

In Ehren wird's bestch'n,

Wenn alles Menschenwerk in Staub zerfallen.

(Hedwig, dic Brüder, Abtissin und Kuno haben sich zueinem angemessenen Bilde gruppirt, während der Vorhangfällt.,

Märchen und Sagen N.