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[1] (1857)
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Todt sind die Blumen und Farben und Düfte,Wehe, zertreten ist mein Paradies!

Durfte das Unheil der Jungfrau schon nahen,Durst' es im bräutlichen Schmuck mich Um-sätzen,

Fassen mich, greifen mit grausamer Hand?Lächelnde Priesterin, Liebe geheißen,

Dürft' es mich schon Deinen Armen entreißen,Schleudernd mich rauh auf den felsigen Strand?

Wo ist ein Trost, der Verlassenen bliebe,Balsam, zu heilen verrathene Liebe?

Thränen um Todte sind labend und mild;Wär' er im heiligen Krieg mir genommen,Heiland für Dich, so war meinem frommenStillen Gebete erhalten sein Bild;

Dir als ein Opfer dann wär' er gestorben,Und Deine Gnad' hätte ick auch erworben,Wenn ich den Schmerz in dunkler NachtDir als Opfer dargebracht.

Ach, nicht glückseliger LiebesschmerzSchwellt der Verlassenen ödes Herz,

Nicht fließt meine Thräne, um die ich bat,Bitter, o bitter ist Seelenverrath!

Daß nicht zu sehr am Leben häng' ihr Herz,Daß freudig sie, wenn einst ihr Ständlein naht,Hinwandeln auf dem letzten Pfad.

Und wen das Leben traf mit harter Hand,Wem seine Freuden es zerstört, zerschlagen,Der fasse gläubig Gottes Vaterhand,

Dann enden und verstummen seine Klagen.

? liBist Du als Gottes Werkzeug fest 'gesinnt,Dann komm zu uns, gequältes Menschenkind,Hab Deinen Sinn allein auf ihn gestellt,

Thu von Dir jede Eitelkeit der Welt,

Der Schleier decke Deine Reize zu,

(bängt ihren Schleier Hedwig um.)

Als Himmelsbraut gehörst dem Heiland Du.Er wird an seine Seite Dich erheben,

Daß klar Du siehst in's nicht'ge Menschen-leben.

Vollende Dein Gebet nun! Alle SchmerzenNimmt Dir die Gnadenmutter aus dem Herzen,Dann folge uns, befreit von Pein,

Und sei mein Kind, ich will Dir Mutter sein.

(Hedwig kniet wieder vor dem Madonnenbilde nieder.)Chor der Nonnen, (abgehend.)

(Die Sonne geht auf.)

Morgenlicht, Morgenlicht, steigst Du empor,Feurig und flammend den Vater zu preisen?Jubelst Du, munterer Vögelchor?

Wehe! Mir klingen wie Hohn Deine Weisen!Grünende Büsche, ich sehe Euch grau,

Fahl seh' ich Dich, o Du himmlisches Blau! Ach mich Verwandelte,

Grausam Mißhandelte,

Schütze mich, Mutter der Gnaden!

(Sic wirst sich vor einem Madonnenbilde hin.)

Zweite Scene.

Hedwig. AoillMlchor, (in die Kirche gehend.)Chor der Nonnen:

0 sanotissirna,

0 püssima,

Dutois vir»o Maria!

Hedwig, (sich erhebend und der Abtissinan die Brust eilend.)

Ach, Mutter, steh' mich einsam und allein,Ach, Mutter, laß Dein Kind, Dein Kind mich

sein!

Beschlossen ist mein Lebenslauf,

In Eurem Kreis', o Schwestern, nehmt mich auf!Äbtissin.

Gott fügte in der Menschen Loos den Schmerz,

Mater ainatasInteinsrata,

Ora, ora pro nodös!

Dritte Scene

Hedwig. Antonio, haidie. (treten auf.)

Antonio.

Hörst Du des Rheines Woge rauschen?

Der Kahn liegt in der Uferbucht;

Nicht seinem Unmuth sollst Du ferner lauschen,Es rette uns vor ihm die Flucht!

Ein böser Geist, der lange in ihm schlief,

Ist wach, seit Manfred ihn zum Zweikampf rief.

Haidie.

Ja, laß uns flieh'n! Vor Roderich's BlickBangt mir, ich beb' an seiner Seite,

Freund, laß m>ch Heilen Dein Geschick,Führ' mich hinaus in die fröhliche Weite!Lebt wohl, ihr kalten Mauern,

Ihr lagt so schwer auf mir.

Soll ich bei ihm vertrauern?

Nein Freund, ich folge Dir!

Nach unsrem schönen Süden,

Wo Heller der Himmel und süßer die LustFolg' ich Dir nun und schlürfe FriedenUnd seliges Leben an Deiner Brust!