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Wie zürnten sie so stolz und laut,
Doch wett' ich, morgen ist Hedwig Man-sred'ö Braut.
Haidie.
Die arme Hedwig möcht' ich beklagen,
Doch kann ich nicht furchten und mag nicht
glauben,
Daß meinen blühenden, schönen FreundMir die bleiche Nonne wird rauben.
Noderich.
Ha! Lasset ab von Eurem Spott und Scherz!Schweigt, schweigt! — Doch schweige Du auch,
arges Herz!
Du pochst so laut und ruhelos,
Wirst Du die alte Qual nicht los?^
Du mahnst so streng mich fort und fortAn meinen Schwur und mein gebrcchnes Wort.O, daß ich lachen könnte! — Falsches Glück,Noch fass' ich Dich, weichst Du auch scheu
zurück,
Noch Hab' und halt' ich Dich. — Manfred,Wie mir Dein Bild so ernst genüber steht!Viel Leidmuth lag in Deinem Angesicht,
Und hoher Stolz auf nie verrathne Pflicht.Stolz bin auch ich! — Und doch beneid' ich
Dich,
Denn Du bist edler, — glücklicher als ich.
Sechste Scene. Die Vorigen. Anno.Nuno.
Noderich von Sternberg, Manfred sendet michUnd zeiht Dich schwerer Schuld und Frevelthat,
Des Meineids und des Treubruchs zeiht er DichUnd fordert Rechenschaft um den Verrath.
Als Eures Hauses Aeltster schilt er lautDich schlimm und falsch, Dein Name sei ent-ehrt, —
Was Du verbrachst an Hedwig Deiner Braut,Das büß' im Gotteskampf nun durch sein
Schwert.
Er harrt Dein morgen nach dem FrühgebetAm Rhein, wo Eurer Lande Marke steht,
Hier werf' ich seinen Handschuh aus den
Grund, —
Willst Du zum Kampf erscheinen? Thu' mir's
kund!
(Noderich schweiflt.)
Änlonio, (Den Handschuh aufhebrnd.)
Was zauderst Du? Sind Deine Ohren taub?Vernimmst Du nicht, wie er Dich schmäht und
schilt?
An Deiner Ehre ist sein Wort ein Raub,
Der Fleck, soll rosten er auf Deinem Schild?Ist Richter er, daß er zu tadeln wagt,
Um was nicht Kaiser Dich noch Reich verklagt?Nimm hin den Fehdehandschuh! Nimm ihn hin,Bist Du nicht baar an Ehr und Rittersinn.
Noderich.
Ja, gieb ihn her und spare Deine Rede!
— Kuno! Ich komme zu der Brüdersehde.
(Kuno ab.)
O Vater, Du hast mir Dein' Fluch geschickt,Von schwerem Leid bin ich umstrickt!
— Bleibt Ihr mir fern! Laßt mich allein!Weh mir, weh! Könnt' ich Verräther sein?
(Der Vorhang fällt.)
Dritter Akt. Bornhosen.
Morgendämmerung. Aus der erleuchteten Kapelle tönt: 0 smn'tissima. Zur Rechten Rheinuser, beide Burgen
im Hintergründe.
Erste Scene.
Hedwig.
Heilige Töne, Gottesgejandte,
Tröstet mein Herz, das vom Glücke verbannte,Füllt mich mit himmlischer Zuversicht! —Fröhliche Jugend, wie bist du zerronnen,
Leben, o Leben, was Hab' ich gewonnen?
Was Du verheißen, Du hieltest es nicht!Lieblich und blühend lagst Du mir offen,Was ich gedachte, ich durfte es hoffen,
Mehr als ich wünschte Dein Wink mir ver-hieß, -
Aber nun wehen vergiftende Lüfte,