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[1] (1857)
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Zl'uno:

Ha, der Verräther! Er konnte cs wagen,Treulos geschworenem Bunde zu sein!

Kann er den Anblick der Heimath ertragen?Schreckt ihn der Tag nicht mit silbernem Schein?Hier, wo die Bäume im Wald ibn verklagen,Hier, wo ihm zürnt jede Welle imZlihein?Doch wenn ihm einst wird das Strafgericht

tagen,

Möge der Himmel dann gnädig ihm sein!Manfred:

Weh' dem Verräther! So lohnt er die Treue,Lohnt er die Liebe, die früh er gewann?

Daß er des Tags sich der Heimkehr nicht sreue,Wenn er von Schuld sich nicht reinigen kann!Und er führt her die Geliebte, die neue,

Die ihn mit sündigen Ketten umspann!

Kennt er die Scham nicht und kennt er die

Reue,

Sieht er die Schuld nicht, der frevelnde

Mann?

Manfred, Anno, illurt.

Manfred,

Manfred:

Weh dem Verräther! So lobnt erdie Treue,

Lohnt er die Liebe, die früh ergewann?

Und er führt her die Geliebte, dieneue,

Tie ihn mit sündigen Ketten um-spann !

Kennt er die Scham nicht und kennter die Reue,

Sieht er die Schuld nicht, der fre-velnde Mann?

Daß er des Tags sich der Heimkehrnicht freue,

Wenn er von Schuld sich nichtreinigen kann!

Runo:

Nuno.

Ha, der Verräther! Er konnte eswagen,

Treulos geschworenem Bunde zusein!

Kann er den Anblick der Heimathertragen,

Schreckt ihn der Tag nicht mitsilbernem Schein,

Hier, wo die Bäume im Wald ihnverklagen,

Hier, wo ihm zürnt jede Welle imRhein?

Doch wenn ihm einst wird dasStrafgericht tagen,Möge der Himmel dann gnädigihm sein!

Rurt.

Rürl:

Haidie ist schön wie die Töchterdes Ostens,

Blühend und lieblich und zart vonGestalt,

Glühend ihr Blick, ihre Lippe vollSchmeicheln

Und ihre Rede voll Zaubergewalt,Gänzlich verstand ste's, den Freundzu bethören,

Daß als Gemahl er ihr reichte dieHand,

Und sich nicht scheute ihr Treue zuschwören,

Mit sich sie führend in's Vaterland !

Sechste Scene. Manfred. Hedwig.

<Kurt und Kuno treten in den Hintergrund.)

Hedwig.

Ihr zaudert? Ihr heißt ihn nicht freudig will-kommen?

Preist nicht seine Heimkehr, sein Waffenglnck ?Der Schlachtcnruf hatte uns ihn genommen,In unsren Arm führt jetzt Gott ihn zurück.

Manfred

Bleibe, Hedwig! Tritt ihm nicht entgegen!

Er kehrt zurück, doch ohne Gottes Legen,Der biedre Rittersinn ist ihm entwandt,

Fremd kehrt er heim, ruchlos in's Vaterland.

Hedwig-

Manfred, Manfred, ich seb' Dich erblassen,Weh mir! Ich kann DcincRede nicht fassen.Roderich ruchlos? Mein Gott in der Höhe,Hilf, daß ich selbst den Geliebten sehe,

Zn seinem Antlitz, dem herrlichen, lieben,Sehe, das edel und treu er geblieben.

Manfred-

Bleib armes Weib! Vernimm das Wort,

Ja, Roderich, kehret dort,

Doch nicht zu Dir kehrt er zurück,

Einst raubt' er mein, jetzt raubt er auch Dein

Glück,

Bleib stark, Gott wird Dir Kraft verleih'n,Dein treuer Hort und Tröster sein.

So hör die unerhörte Schmach,

Märchen und Sagen N.