X
>Ä
wsi.
A>
^.- 7i?^K
U>«!
I> 1.'.
c'^siÄiU^s
, , «W
"-'-N^MsGszj-
v-^,k.'.M^'tl>w!i,Güu^ckHIich^'.: -'^MWkK
7 77-jM^7 ' Ü.ch^W
'<2
g!.'
p:ün ''" "'i^Z
- ' . ^'*'^ '5-«!- ... .'^.-77 -.,vVN^
'" .... ' u.zz
- . ^ - ..il ^
<k
e-p". . >
-.- - ^777,F.
.: .>^chF?
^ -.^'^ 7^ .M
".7>-77'-A-5F
^7 " -F>^ 7O^sM
77-W
-..^'S76-L
.' ^ .1^!-
von dem Freyen Staate zu Lucca.
6O7
»«iiimcn.
Viploma fol I2p mit mehrerm besaget. Nach-dem nun dieser <LÄNrucciu5 viel tyrannisches be-gangen/und dadurch verursachet/ daß die bür-get / sonderlich die seidenwürcker / aus derstadt hinweg / und gegen Florentz und andereZtalianische stadte/ zu großem unwiederbring-lichem nachtheil des commerce dieser stadt sichbegeben/ hat Rapser Carl iv die Hand da-zwischen geschlagen / einen Vicarmm, welchervon geburt ein Frantzoß/ und an würde derRömischen kirchen Cardinal war/ nacher Luc-ca gesetzet/ und die stadt von solcher last/ zu-mahl aber der Florentzischen besatzung / be-fteyen lassen. Der Magistrat aber hat mitdiesem Vicario unterm hütlein gespielet / sich derschwäche / darum das Römische Reich Teut-scherNationdamahlsstunde/ prsvaliret/ undmehr besagten VicaUum mittelst eines recom-Pentes von 25000 gülden dahin äilponiret / daßersieh hinweg begeben/ und denen Herren zuLucca zugelassen/zu thun was ihnen gefallig ge-F-ber der Wesen. Allermassen aber weder die untreuedieses Kayserlichen Ministri/ noch des Magi-en strats arge list/ der Kayserlichen Hoheit ichtwasprsejucticiren / oder die völlige exerntion von derKayserlichen und des heil. Rom. Reichs Ober-gewalt nach sich ziehen können: also hat Rap-ser KiaximlliZnuz i solch recht ausdrücklich stie-met/ da er gesaget: L.ucca gehöret demReich ohne mittel zu. Und Rapser CarlV nennete sie: Des heil.Röm. Reichs frepestadt. Welches der Staat selbst nicht in ab-rede seyn können / sich auch bey der ausnähmeund umerchanigsten bedienung gegen letzt-höchstgedachten Kayser dermaßen erwiesen/wieeinem umenhanen gegen seinem Herrn zu thuneignet und gebühret. So kan auch der mit derCron Spanien der protection halber getroffe-ne vergleich wenig helffen/simemahl nach dembekandten sprichworte/schuy und schirm kei-ne Obrigkeit giebet. Das Reich hat in sol-che alliantz desto ehender willigen können / die-weil der Kayser zu weit entfeffen/ und der gutenstadt auf alle begebnisse so schleunige hülstenicht wiederfahren lasten kan. Gleichwohl istdieser Staat in poN'eMone ve! czuali der inciepen-^entz vom Reiche/und ihrer eigenen souveraini-tät.
Die stadt Lmcca liegt am flusse Ssrcbio io^ Jtalianische Meilen von ni53>zwifchen den gran-tzen des Staats zu Genua und des Groß - Her-tzogthums I"lccm2, ist sehr ansehnlich gebauet/und wohl befestiget/ hat zwar im bezirck nur et-wa zwo biß dreyJtalianische meilen/ ist abersehr volckreich/und treibet einen grossen Handelmit seiden-waaren und oliven/dahero sie inclu-üricxä die arbeitsame genennet wird. Wiedenn das herum gelegene kleine landlein/ wel-ches sich kaum aufs Deutsche meilen in der län-ge/ und so viel in der breite erstrecket/dermaßengesegnet und fruchtbar / daß es auch grössernstadten und gebieten in Italien nichts nach-gabt. Es sind noch fünff stadte / die darzu ge-hören/ nemlich La ^2M0k-e,Vi2reßgio) welchesder eintzige meer-hafen dieser Republique ist/
^lont-I^notö (^aNi^lione,UNd^lnucci3no.
^tdennm innwohner befleißigen sich fürnehm->?»wr.. ' lich der manufacturey von seiden/ und treibendamit starcke Handlung. Sie sind vor an-
ka^e der
dern Jtalianern leutselig/ und getreu gegenfremde/ sind weniger rachgierig als ihre Nach-barn in gantz Welschtand / vor wohtthatendanckbar/ und bey beleidigungen im nachge-ben und vergessen großmüthig. Alles ist in soguter Verfassung bey ihnen/daß niemmd müs-sig gehen darf/ drum giebt es auch wenig bext-ler unter dem volcke/ und wohnen hieselbstver-schiedene reiche Frantzosen. Aufdie Nledicinund surispkucl>.'ntz befleißigen sie sich mehr alsauff andere wistenschaffren. Ihr sccent inder spräche ist unter den Toßkamschen städ-ten der angenehmste und beste. Bey gros-sen fachen/ und da es die ehre und der wohl-oder auch der noch-stand erfordert/ sparen sieder kosten nicht/ lasten aber auch in ihren me-nages nichts überflüßig auffgehen / haltenalso in allen ein heilsam temperament, wie siedenn auch ihren Staat zu beybehaltung ihrerfreyheit sehr klüglich eingerichtet haben. Indiesem gebiet wachst viel wem und öl / aberwenig getraue/ welches übermeer dahinge-bracht wird/ und gebrauchen sich die baurendes Hirsens und der castnnien zu ihrem un-terhalt.
Das fundament oder grundfeste des 5taw8publici zu Lucca ist die Raths-verfaft1mg/?/^ V^undwerden von dem Rathe alle andere Obrig-^. 'keiten bestellet/ mickuwet/ und zu erhaicunZ desgemeinnützigen zwecks beordert. Also daß esvor eine rechte Adels-regierung paluret.
Es bestehet aber der großeRnrh und die §«u-veramitat aus zweyhundert und vierzig ^obüi»welcl)L Man Wieder tN extl-aoräinzr - und orclinzr.
Senatoren abtheilet.Der orcjlua^Raths-Heryensind 120/bey denen die würckliche ober-gewaltund die wichtigste Regalien und aämMichanondes Staats auf ein halb jähr bestehet. IhrPräsident ist der Honfalomei-s. Die Herrenextraorclinatti des Raths sind die jenigen/ wel-che zu gewissen geschäfften beylauffttg äeput.retwerden/und wann das halbe jähr :nn ist/ mitdenen abgehenden oi-ämar - Herren wechseln.Zu welchem man noch eine dritte art dererneuen/ an statt der abgehenden Lenaton, surro-ßirten Personen sttzei? kan/deren ämter allesamtnur ein jähr lang wahren.
Den klemm RnrhcoMwiren nurzs^o-blli, welche acht monat lang im amte sind/ undwöchentlich zweymahl/ als des dienstags undfteytags / zu rathe gehen / und deren keiner beywillkürlicher geld-buße aussen bleiben darff.
Wie nun die stadt .Lucca tu drcp Haupt -^tbeNungtheile abgesondert ist/ nemlich ^. ^aiva-tore/S.paolo/und G. Martin : a!ss pflegtder Rath aus jedem dieser quartiere drey Per-sonen/und also zusammen neun Personen/ dieman ^nxiani, oder die alten Perren nennet/ undmit dem titul Lxcellsotz beehret/ zu erwehlen /welchen fammt ihrem Oberhaupt und Prält-demen/dem cZoofalomerc.die geHelme und wich-tigsten geschässee anvertrauet werden. Unddieses ist das höchste euiegjum, oder der aus-schuß/welches man ÜAnoris nentu't-
Es bedeutet dieses wort 6o»5 loni?re einen DerStaaks,Fähndrich/ oder gewisses Hobes amt/ welckessonst nur liwstren Personen im kirchen-Slame"'zu dessen beschützung über die milch pflegte 00fsriret zu werden. Und weil dieses sxwma vor-
mahls