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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
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605
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von dem Frey-Staate dcr Eydgenössenschaffk im obern Tentschlande. 605

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des acht und zwantzig/ von wegen des anderndrey und zwantzig/von wegen des dritten vier-zehn Abgeordnete sich dabey ordentlich einzufin-den. Ihre macht ist so ^conliclerglxl / daß sieohne grosse beschwerniß zsOOO mann zu beschü-tzung ihrer lande ins seid bringen können.

Das pelcltner landlem oder Thalge-lande/welches den Graubündtncrn zugehöret/ist das schönste thal in Europa/ und darnebenvon nicht geringer Wichtigkeit/der allhie fallen-de wein aber in gantz Europa berühmt. Kta-xlmiIlZnu8 8for2t3 Herzog zu Meyland hat esden Graubündtncrn geschenckt. Es liegen dar-jnneeinige fürnehme orte/als8on6ric>. iFrsn,Iel,tttviken und i'r3bon i in welches land fünssLand-Vogte gesttzet / und Commissarien oder?c>cleKä genennet werden. Die GrafjchafftCleve oder (Miavenng,so dannplurs und dieherrschafft N)orms oder öormio, welche allezwey jähre von einem neuerwehlten Vogt re-gieret werden / gehören auch den Graubündt-nern. Deßhaiber sie aber vieles bluwergies-scn und grosse unruhen ausstehen müssen / biß siemit hülste des vuc cle k<0ban und der FrantzosenÄ.16Z7 die landschafften völlig in ihre gewatt ge-bracht haben»

11 So stehen auch mit denen Herten Eyd-genossen im Bunde die Vallelii oder Wallstersammt ihrem Herrn dem A^tschsffe zu Sit-ten» Diese contlim-ren das dritte Haupt-volckderzE^dgenostcttschafft / und sind zuKayser Augustus zeiten unter der RömischenMonarchie gehorsam gebracht worden. Inden Bund mit den Schweitzern aber sind sieallererst A. wzz getreten. Sie führen alsThal-leute den nahmen mit der that; dennihre landschafft vom brunnen des Rhodansoder der lkbone, und dem fuße des berges ?urcaan/biß an die Clause ztt S.Moriy/ v^llis oderdas Thal genenNet wird; und 16 gemeinerTeütscher Meilen lang / und mit den höchsten'bergen umgeben ist/ welche doch nicht verhin-dern/daß nicht in den thalern sehr guter wlese-wachs anzutreffen/ und darneben.an gerundeund wein ein grosser vorrath jährlich einge-sammlet wird. Es hat viel warme bader/ son-derlich das weitberuffcne beugter bad.

Man sondert diese Thal-leute in drey völcker/darunter die Vibenund 5e6uni lttiDbern-unddie Veraßi-l ttti Untern ZDalltö/unterhalb derhaupt-undBischöffichenrefidentz -ftadt Stl«ten / biß zu besagtem passt und clausen S»Moritz wohnen» Das obere freye Wallishat mit seinen nebenthalern sieben Zehenden/Centenen oder Landgerichte/Goms / Brtg/Visp oder Vischbach/ Raron^ ^Ceuk/ Sp-ders und Sitten/da man gemeiniglichTeutscyredet; im untern Wallis aber sind 6 Pan-nen/ und so viel Vogteyen/ nemlich Gundis/Arbon/ Sallion oder Schelldn/ LNarei«nach/ '^sntreinont/und St.Moriy/ dieSa-voyardlsch oder grob Frantzöisch reden» DerVischossZU besagtem Sitten tst der einigeFürst und Herr im ganyen lande/ weswe-gen er sich auch LomUem öL ?l-Xfeäwm VöleliXschreibet/ und pflegt von den Dom-Herten undGemeinden imObern-Wallis erwehlet zu wer-den. Dieser Bischoff und die Ober-Wall^ser beherrschen die Unter-Walliser»

Iii In m ehrgemeldtem Bunde oder Eyd-Der Abt tugenossenschafft stehet auch seiche^A. 1454 der ^

Abt zu S- Gallen iin obern Türgow/ wel>eher schöne guter/und darunter auch das Tan-neger-a»nt/ dieGrasschafftToggenburg/dasThurthg! / die stadtlein Fstchtensteig undN)p!/ und den fürnehmen ort Rorschach hat.Er beherrschet die Gottes-hauß-leute im ober-Türgow durch den Obervogt zu Uberberg.Der stifftcr solcher Abtey sol S. Gallus / Kö-nigs Keternaci in Schottland söhn/ gewesenseyn/ und aus eifer GOTTes wort in diesergegtnd zu predigen / etwa A. C. 6oO einezelleerbauet haben. Ertragt seine Abtey von derRöm. Kayscrl. Maj. zu lehn^ und istder itzigePrälat A. 1697 durch seinen Abgesandten belie-hen worden.

IV Die stadt S. Gallen/ welche einen Die übttgenVogt hat zu Bürgten im Türgow/ das ihnenA. 1579 Albrecht von brtitenLandenberg kaufs-weise zukommen lassen.

v Nicht weniger Mülhausen nn Sund-gow/ welche stadt einen Vogt in das dorffIzach setzet/so sie A» 1435 von GraffUlrichenzu Würtenberg erkauffet hat/ und kam sieA.isisin den allgemeinen Bund.

V! Ferner das ländchen und die stadtBiel im stiffte Losanna/ welche keinen Vogtunter sich hat / und A.is47 in den Schweitze-rischen Bund getreten; desgleichen gehöretauch in diesen Bund die stadt Genfs von wel-cher unten eine absonderliche anzeige erfol-get.

Vii Diö Grafschafft Nencnburg/eomi-

tatuz d?eocolnenli5, I>leufL^3tel, oderkBelsch-

Neuenburg / deren einwohner reformirterreiigion such/und welche mit Bern/F.ucern/Frepburg/und Solothurn ewig verbundcttist/ liegt auff den Ltäntzen gegen die FreysGrafschasst Burgund oder?wncNe-<2omw. undbegreiffet 17 Castellaneyen/ oder Burg-Vög-teyen/ deren nahmen diese sind : i>leuf ^i^Kclstadt und schloß/ VÄlenZm, stadt und schloß/

^Melle ^ l^znäeron, Is LvKs, öoul^l-/, Ecirt3i!-lvä, k3V3ix^ Lol!ombier,8r»^ubm) Koel-iefort»

Vaux Ivl3tcii8 und Irsvers, Collier ^ lÜcs Ver>rieres, Lrevme^ l2 8zZne, lg in

welchen allen eine anfthnliche mannschafft vonmehr als 9000 ^ köpfen zu befinden. DieseGrafschafft gehöret zwar dem Hertzoglichengeschlechte von i.onguevil!e ; geniesset abersonderbarer fteyheiten. Sie bestehet ausdrey Ständen/ welche sind i) im nahmen desAdels die vier vornehmsten Staats-Rathe; 2)im nahmen der amtleute die vier Castellanen/nemlich der Castellan von Vau^ngve^ der vonp,ancIerc)N, der von koulilr^ünd der von IbieUe;

?) bestehet der dritte Stand aus 4 bürgern derstadt Neuenburg/ welche entweder aus demgrossen oder kleinen Rath seyn müssen. WieA. 1694 der Abt Johann Ludwig von'LoNgue-ville/ als der letzte männliche zweig dieses ge-schlechtes/ mit tode abgieng/entstund zwischendessen anverwandtin Maria Hertzogin vonNemours und Frany Ludwigen/ Prmtzenvon Conti/ein hefftiger McceMons-streit/ in-dem sich jene auffdie anverwandschafft/ dieseraber auff ein testament gründete. Dieweitübet die Hertzogin / welche in die vormund-Ggg g z schafftS-