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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
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Oes Europäischen Herolds zweyte Haupt-Handlung

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thate/wurden viele vertriebene veranlasset/sich mittel entrissen und theils sehr tyrannisiret.wieder in dieses Königreich zu begeben. Als Und obwol Chur-Sachsenund Chur - Bran-auch 1648 der Münsterische friede von den Ev- denburg/ auch die Cron Engelland / Schweden-angelischen vor die verlangte religions - fteyheit und Danemarck/ benebenö denen Herren Ge°ausgeleget werden wollen/als der doch von sol- neral-Staatenbey Kayserlicher Maj. meercs.chen glaubens-genossen /w. 4 handelte / ver- ci,ret/und theils sich auf die Kayserl. Parole undmeynten sie nunmehro um so viel desto sicherer prXlwicm des kaäi Kaysers Ferdinandens ilM seyn; musten jedoch jwey jähre hernach das und ul bezogen/ ist doch immer aus übel argergegentheil erfahren / indem die reformatio» in worden/und nun vor äugen/daß in kurtzer zeitallen Kayserl. erb - landen mit so grossem eyfer die Protestirende religion gäntzlich aus demangieng/daß alle Protestanten aus gantz Böh- lande und in denen kleinen städten ausgetriebenmenverjaget oder die messe zu hören angehal- werden dörffte.

ten wurden / dergestalt / daß nunmehro keine Der vornehmste unter der Böhmischen Cle-M^andere religion/als die Römisch-Cacholssche riseyistderEry-Nischoffzu pmga/welcherund Jüdische/ in diesem Königreiche geduldet zugleich die stelle eines Dannau des Römi-schösse'wird. Und zwar haben dieJüden mehr recht/ sehen stuhls vertritt/und den titul des heiligen ^ wals Evangelische Christen / weil sich unter tau- Römischen Reichs Fürsten und Primaten dessenden kaum einer von der Catholischen religi- Königreichs führet: welcher primär unter an-on zum Jüdenthum verwendet; da sich herge- dern auch so viel-mponiret/daß er in kriegs-sa-gen viel Päbstische zur Evangelischen religion chen mit zu sprechen/und/wann er will und tüch<wenden würden/ wann man nicht so scharffe tig darzu ift/ die armöe commandiren kan.straffen darauf gesetzet hatte. Vorzeiten regierte er bey vac-vtz des Königs.

Zustand der So viel hingegen die religion in Schlesien throns als lncer kex. BischoffTobins/der A.

«Ufo» m betrifft/ hat sich dasselbe beyzeiten zu der Evan- 1278 zum Sriffc kommen/warb eine ziemliche ar-

^ ' gelisch -lutherischen bekennet / wiewol es mee und unterhielte sie aufseine kosten der Na-nach der Hand auch mit Reformirten und tion zum besten. König Ü)enycL hatte so vielSchwenckfeldern vermischt worden: und weil vener-mo» vor Bischoff ^johanßen / daß erdie Schlesier unter der Böhmischen regierung/ ihm bey einer cavalcacls, als wie der KaysexderEvangelischen religion halben/grosse verfol- dem Pabste/ das pferd am zügel führete/und bißgung ausstehen müßen/ so brachten es die übri- in den Bischoffs - Hof begleitete. Eben diesergen Protestirenden A. 1648 so weit / daß der Johannes setzte K. Henrichen / Herzogen zuKayser auf mcercelbon der Cron Schweden Karndten/ab/ warb eine Cron-armee/ schriebeund Evangelischen Stände in dem Münster- einen Reichs-tag aus/ und beförderte H. Io-undOßnabrücklschen frieden dieser wegen eine hannßen von Lützelburg zur Cron. ^ Es bemü-neue Versicherung ertheilte/ krafft deren die hete sich K. Carl lV einige auswärtige Bi-Heryoge zu Vrieg/ Lagniy / Oelß und schoffthümer demErtz-BischoffzuPraga/ alsMünsterberg samt der stadt Vreßlau be)? l.ex,ro nzto und primär', unterwürffig zu ma-dem exercitio der Attgspurgischen Lonfclbon, chen/ nemlich die zu Regenspurg/ Bamberg und, so ihnen aus Rapserlicher und königlicher Meissen / woran ihn aber der tod verhinderte,gnade verliehen worden / geschüyet wer- Die Verrichtung der Königs. krönung hat vorden/dem hohen und Niedern Adel aber und Kayser Carls I V zelten dem Ertz - Bischoffe zudero Unterthanen in denen übrigen Für- Maintz/als ^letropolitano LobemiT, gebühret;stenthümern vergönnet sepn solte / ihres inmassen K. Premislaus ll Ottogar in einemGottes - dienstes an benachbarten örtern A. 1228 ertheileten attestat solches bekennet: Esausserhalb des lerrirorii zu pflegen; inmast ist ihm aber solche Prärogativ nach der zeit strei-fen denn auch den Evangelischen erlaubet tig gemachet/und/da der zeitigeErtz-Bischoffzuwurde/ausserhalb der stadte zu Schwei- Maintz im bann war/abcrkandt worden/ undniy/'Iauer und Glogau drei? kirchen von verrichtet ein Ertz-BischoffzuPraga/krafft ei-neueni an die stadt- mauren zu erbauen/ nervon K. Carln !V cle cjawPragdettiSe-welche aber allererst A. 165z zu stände gebracht/ ptembr. A. 1347 gegebenen güldenen bulle undund an solche ömr angewiesen worden/die un- der Pabsilichen conUrm-znon, wovon auch schongelegen und beschwerlich gnug sind. Gestalt- oben etwas angedeutet worden/ numehro die-sam dann auch die Catholische Geistlichkeit/son- se lblenn,'tat/also daß er den König krönet/salbet/derlich nach absterben des letzten Hertzogs undihmdasSchwerdt/ZepterundReichs-Apf-m Schlesien/die reformatio» gewaltig fortge- fe! nebst andern Reichs - mägm'cn übergibt.

^rieben und zuwider denen Kayserlichen und Hiernechst ist er/vermöge eines von höchstge-'Königlichen Versicherungen/ den religio- dachtem KayserA. 1353erhaltenen viplomsris,

Ni5 bloß aufs precZl -ium und gnade stellen wsl- berechtiget/d >lorzriO, publicoz zu creiren/ welchelen: Und hat das Ober - amt und andere Un- nicht allein in Böheim/sondern auch im gantzenter-Obrigkeiten bey straffe verboten / daß kein Röm. Reich gelten/welches/ ehe die c:omire,pa-StZtus minor und Landsaße seine Wohnung exrra larini so gemein worden / vor eine sonderbareprovmcizm anstellen / keine begüterte wittbe gnade geachtet wurde / wen der Kayser zueausser landcs Heyrathen/keine kinder zur eclu- communicsrion und theilhabung bey diestm re-carion in die fremde senden/ keine Evangelische fervst gedeihen ließ. Man hat in dem Chur-vormünder verordnen / keine c-^ulationcs Kc. und Fürstlich - Sächsischen gesamten ^rcbiv zuhalten dörffen. Die kirchen hat man ihnen Wittenberg noch ein viploma, da Kayser Ma-entzogen/ keine tauffe/ begrabniße/ noch andere ximilian l Chur-Fürst Driederichen tti auch der-kirchen-handlungen v-'rstattct. Man hat de- gleichen gewalt ertheilet. Und ist dieses auchnen Geistlichen all vens-und unterhaltungs- eine sonderliche prseroZauv»daß er dem Könige

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