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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
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von dem Königreiche Böheitti.

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es ihnen doch nicht bester/ als der vorigen/sondern muslen ailemahl vor ihren muthigenfeinden weichen; daher» proco^ius weiter umsich griff/und in der Lausitz/Meissen/Voigt-lande/Francken und Bayern so viel plünder-te/ daß er mit zvOo wagen voll beute in Bö-Heim zurück kehrete. Als auch durch die cy-frige sorgfalt des Pabstes Klsrttm v in Teutsch-land eine abermahtige grosse armee auff diedeine gebracht wurde/ begegnete ihnen ?roco-Pius den 14 Aug. 14Z1 dermaffen/daß derselben51OO mann aussdem platze blieben/und die übri-gen in die flucht gejaget wurden.

Hierauff schickten die Hußiten A.14ZZ un-tersicherem geleite eine Ocpulgtion V0N ZOOmann zu Pferde/ darunter sich ?kocop U6 per-sönlich befand/auff das Loncilium zu Base!/welche beständig bey ihren vier articuln behar-reten/ nemlich: daß 1 ) GOTTes wort unge-hindert geprediget werden möchte; 2)daß iederman erlaubet seyn sotce / dasAbendmahl unter beyderley gestalt zu ge-brauchen ; z) daß die Gelflüchen keinebürgerliche guter haben/ und 4) daß allefanden wider GOTTcs gebot ernMich ge-strafft werden j ölten. Wie sauer es nunden versammletenVätern aussdem concUiveingieng / solche wider ihr mlereüe lauffendepunctaeinzugehen / so mustensi'e si'ch dennoch indie zeit schicken/ und nicht allein dieses einwil-ligen/ sondern auch die Böhmen von dem bis-herigen banne lossprechen/ und die sogenann-ten LompsÄ^ra (7ovc!NlöLli'«eQb8aussrichteN/welche l'. Ksibinu8 in seinen Oiplomstibus84 mit einbracht. Zwar erlitten die HußitcnA. 1454 in der bey Gurim und dem klosterScalicz gehaltenen schlacht von dem Böhmi-schen Adel/ mit welchem sie zerfallen waren/eine gewaltige Niederlage/darinnen ?rocopm5selbst mit dem leben bezahlete; es bliebe aberdennoch dabey/ was ^neas Sylvin dazumahl

sagtet LeNs biciluica plus aämil-snoniZ, czusmb6ei spuci ^ogcsos bsbiturs, die NachkvM-men würden sich über diese kriege und Niederla-gen mehr verwundern/als selbige glauben. Undnichtsdestoweniger iießKayser Sigismundbeyseinerpersönlichengegenwart inPrügaöf-sentlich ausrussen/daß nach dem ausssruche desBaselischen Lonc.iu iederman vergönnet seynsolle/das W. Abendmahl unter einerley oderveyderley gestalt zu geniessen.

Ob nun wohl die folgenden Könige gemeinruhe geblieben waren/ so wurden sie doch vomPäbstl. stuhl zum öfftern durch abgeschickteHuntios wider die Hußiten angeftischet/ undweil unter andern auch Römg Georg ausdem Hause podicorad alle solche vcrmahuun-gen in den wind schlug/dargegen aber die ob-gedachten ^ompZÄ^ra vorschützete/ so wurdeer endlich A. 1465 nebst dem gantzen Königreich. von Pabst psulo 11 in den bann gethan. All-dieweil sich nun K. Georg an den bann-strahlwenig kehrte / so stlte demselben eine starckearmee den Nachdruck geben/welche überausBöheim nichts anders als stoße zurückbrach-te. Also blieben die Hußiten immerfort bey.ih-rer rbligions-übung/ und als nachgehends diek(eivrmarjon durch l). Lutherum in Teutschlandangieng/ wurde die anzahl der so genannte;;

Zweite Haupt - Handlung.

Utraguisten in Böhmen immer grösser/ ie HellerKayser und Könige in das Pabstliche wesenhinein sahen und der kekcirmarion die besör-derung gaben. König Zcrdinand 1, so bald alser die^regierung angetreten/ conKrm>rte Kö-nig Sigmunds <.vmpLAZra, und wurde je-dem srey gelassen zur Evangelischen religio» zutreren. Dargegen bekamen sie unter dieserregierung kluge und mächtige Widersacher anden Jesuiten / als welche um das jähr iss2 zumerstenmal)! inBoheim festen fuß fasteten/und zuPraga und Tyrnau LoNe^s anlegten/welcheder König hernach A.is6^auffdie drey punctefürnehmlich/als die unterrichtung der jugend/erziehung gelehrter leute/ und sonderlich derGeistttgkeit pnvileAirte. Es wurde auch A»1562 wiederum ein Ertz-Bischoffzu Praga er-wählet/ nachdem dieses Ertz-Bisthum seitherA. i4Zl nicht besetzet war. Nach diesem Hubzwar K. Maximilian u die mehr erwehnteu<7ori!s)s6iLtZ auff/ iedennoch erhielten dieStände lub urrsczue nach der Hand A. 16O9von K. Rudolphen!i den bekandten Maje^stät-brief/ wodurch ihnen die völlige religi-ons-Übung verstattet wurde : Welche iedochauch nicht lange daurete / denn unter der re-gierung K.Matthia brach das bißhero in derasche verborgene/ex ociio k.elZgiom8 entglom-mene feuer der innerlichen unruhe wiederumin volle flammen aus/ von deren betrüblichenwürckungen oben meidung geschehen. Derüberwinder Kayser Ferdinand il versprachzwar den Böhmen und Mährern durch Chur-Bayern/so wohl auch durchChur- Sachsen de-nen Schlesiern und Lausitzern die freyheit derreligio« und des landes; es wurde aber baldanders p^^ciret. Die Jesuiten/ welche voreiniger zeit aus dem lande entweichen müssen/kamen A» 1622wiederum in Böheim an/ undweil die schciterhauffen/wie zu Hussens zel-ten/ und die hinabstürtzungen in die Kutten-bergischen schachte / vor nicht gnugsame mittelzur keformsrion gehalten wurden/ so griffeman es auff andere wege an; man warff dieEvangelischen in die keecker/ nahm ihnen diepfarrer und schulmeister / und verjagte odermarterte diese/ man nähme denen eltern diekinder/ diesen die eltern / man trennete die ehe-gatten / man ließ sie durch soldaten um haabund gut bringen / und musten ihrer viele dasüebile LrMArÄrionü bevcüc .Um mit danck Mgnade annehmen. Viele wurden -um abfalltgebracht/ und ihnen hernach guts gechan. Da-her König Ferdinand ll in der A. 1627 denenStänden ausgestellten rell'mrwne privüe^io-rum nichtauffdie Pacta Ferdmandi l noch desRudolphi Majestät-brief/sondern auff KönigWentzels beschehene cvnllsmsriondasabsehen richtete/ und den Majestär-briefundalten Hußitischen oder Uri-Z^uistjschen <üomps-ciars gantz verwarft'; darneben sich gegen dieStände verbindlich erklärete/keinen andernals den Catholischen glauben m dem Kö-nigreiche zu dulren/auch die/welche ihn nochnicht angenommen/durch gebührliche mittel da-zu zu bringen. Worausdie NuNs cts Oo-m-niPabstö Urban» die approbatlnn gab. Alsnach der Leipziger schlacht der Chur-Fürst zuSachsen einen siegreichen einfall in BöheimMmm 2 thate/