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Des Europäischen Herolds zweyte Haupt-Handlung
vorhaben bald stutzig gemacht/ nachdem dieKönig!, miiitz anff sie chargirte/ unddieräd-leinsführer mit behöriger schärffe abgestraffetwurden. Der Herr von Harrant/Comman-deur derKayseflichen ins lanv geschickten troup-pen/ hatte dem bericht nach das Pflaster schädli-cher gemacht/ als die wunde war/ wann nichtihre Königl.Maj. hohe gütigkeit die militz zugelinderem verfahren beordert/und hergegendie Ursachen solchen auffstandes/ nemlich dieallzugroffe Hurtigkeit der Landes-Herren/zuuntersuchen und einzuschrancken anbefohlenhatte.
Zustand der Was die religio» anlanget / so ist dieselbereUgivtt Mnumehrodurchgchendsin dem gantzen König-reich Römisch-Catholisch/ nachdem unterKayser Ferdinanden n undin die Hußiten/k(efosMlrten undLutheranernut gewalt vertrie-ben. Von dem vorigen zustande aber undder Veränderung ist der verlauff kürtzlich die-ser : In dem vierzehendcn leculo widerstundJohann Nlicleff/ ein Orfurter berühmter^Ueolc)8U8 inEngelland/ dcmPabstthum öffent-lich in schafften/ und zeigte/daß der Pabst derAntichristwäre/wie man durch dessen abfallvon der warheit zur abgottercy und von demlichte zur finsterniß kommen wäre/wie das ver-dienst Christi unter die werckheiligkeit und ei-gen menschen-verdienst verdruckt worden. Erversetzte auch die bibel in die Muttersprache/und hatte vom Könige/ dem Parlamem^ndder Geistlichkeit selbst beyfaii. Deflen vieleschrifften wurden nun von ihme selber/ da erder Verfolgung weichen muste/ unter der regie-rung R. Menzels auch in das KönigreichBöhmen gebracht/ und insonderheit von Jo-hann Hussen und alszweyen lehrern auff der dinivcr5tät Pra-ga/ angenommen und vertheidiget/ auch unge-scheuet gelehret/ dem pabst komme nichtmehr macht und gewalt zu/ als einem an-dern Bisthoste/ er könne irren/ wie einan-der mensch / Rom wäre die Babylonischehure/ voller tyranney/ gottlostgkeit/ zau-berey und Antichristischen weftns/ so ha-be auch dasfegfeuer keinen grund in heil,schrifft/die heilige»aber könne man ohneabgötterey nicht anbeten/ der Münchs-stand sey nicht von GOtt/ die Geistlichenselten keine guter besitzen/die ohren-beich-te sey nicht nöthig u d. m. Dieses und an-der vielen und fürtrefflichen leute in Böhmen/ja der Königin Sophien selbst/ beyfall/so wohlverschiedener CardLnäle und grosser l'beologenspprttbsrwnverursachte/ daß Rayser Sigis-mundein Loncibumnach Costnitz ausschriebe/und weil Johann Huß gleichfalls daselbst er-scheinen solte/ so versprach ihm der Kaysernicht allein sicheres geleite/ sondern PabstWnncs XXUi bekräftigte solches auch mit die-sem zusah: daß ihme Johann Hussen keinleid widerfahren solte/ wenn er gleichSr. Pabst!. Heiligkeit leiblichen bruderermordet hatte. Jedoch weil die bekand-te regul/ daß nemlich den ketzern kein glaubezuhalten fty/ mehr galt/als die Kayserlicheund Päbstliche Versicherung/ so muste sich die-ser als ein cleclsnrler ketzer gefallen lassen zuCostnitz ins gefängniß zu gehen. Ob nun
schon bZicronymu8?r2xenli,, ausseinrathen sei-nes anhanges/nach Costnitz reisete/in Hoff-nung/den gefangenen/ vermittest gründlicherVorstellung seiner Unschuld/ loß zu machen;so wurde er doch auff beseht des LoncM»gleichfalls zur verhafft gebracht/ worauffJo-hannHuß den 6 Julii A. 141s entweihet/ miteiner papiernen crone / darauff man gemahl-te teuffe! sähe/gekrönet/und folgends ver-brannt/ die asche aber in den Rhein gestreu-et wurde :und eben dergleichen Märtyrer-todtmuste auchblisronymus vonPraga den zvMajiA. 1416 ausstehen.
Allein dieses feuer hatte keine andere wür-ckung/ als daß die Hußiten in Böhmen wi-der ihre Verfolger desto mehr angeflammet wur-den/und den einäugigen 'Johann Aischka vonTrockowa zu ihrem Ober-Haupt erwähleten/welcher den rath in der Neustadt zu Pragaüberfiel/ unddreyzehen Raths-Herren zum ftn-ster herunter stachen ließ/ welche theils die Häl-se brachen / theils unten vollendswurden. Nicht lange vor K. Wentzels ab-sterben hatten sich A.i4i9mehr als 40000Hußiten im Bechiner-Kreyße auff einem ber-ge verstimmtet/ welchen sie mit dem bergeTabor verglichen/ daher sie unterweilen Ta-boritengenennet worden; ingleichen gab manihnen den nahmen der Lalixtiner/ vom kel-che/ und wegen empfangung des heil.abend-mahls kub uu'iZczus specie hießen sie die Utrs^ui-fien.
Alldieweil nun dick Hußiten K. Sigismun-dum/ welcher die Päbstlichen strengen gebötezu excguiren übernommen/auff keinerlei) weisevor ihren König erkennen wolten/sondern un-ter ihrem General Fischka ferner zu den Waf-fen griffen/ so rückte er A. 1420 mit einer ar-mee von ungefehr 150000 mann in Böheim/und so dann vor Praga/ worauff die mißver-gnügten endlich verstatteten / daß erinietzt-er-meldtem jähre von dem Ertz-Bischoffe daselbstgekrönet wurde; wiewohl sich hierdurch dieunruhe keineswegs stillen ließe: Denn weilder Türcken-krieg K. Sigismundum in Un-garn zu gehen nölhigte/legre Zistbka nebst sei-nem anhange mitlerweile die Hände nicht inden schoß/ sondern plünderte/verbrannte/und'zerstorete viele städte/ schlösser und klöster nachaller mögligkeit/ und hierauff ordneten dieHußiten A.1421W Praga ein absonderlichesCvncMum an. Nun verlohr zwar Zischkaindiesem jähre in der belägerung des schlojstsRa-by auch das andere auge/ das cnmmanclo aberbehielte er iedoch noch drey jähr lang/ und er-föchte unter andern bey Cuthna wider Kay-ser Sigismundum einen herrlichen sieg. Alser hieraufdenn Octobr.A.1424 an der pcsti-lentz verstarb/ erwähleten die Hußiten seinermutter bruder Procorum zu ihrem General/und nenneten sich von selbiger zeit an Orpbanozoder U)aysen. In eben diesem jähre zog einestarcke armee aus Teutschland wider dieHus-siten/ undgediehees bey Aussig zur schlacht/da-rinne diese letztere nicht allein den sieg erhielten/sondern auch die stadt Außig bey nächtlicherweile überrumpelten/und alles niedermachten.Ob nun schon K. Sigismund A. 1427 drey an-dere armeen in Böheim schickete; so ergieng
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