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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
Entstehung
Seite
310
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zio

DesEuropäischenHerolds zweytt Haupt-Handlung

m allen diesen hätte sie sich mit keinem lieberverbunden/ als mit Hertzog Wilhelmen von

ledigen,und unter polnische», schuye ruhigerzu leben. Weil nun der Orden unterm Hoch-

Oesterreich: Jedoch wollen die Polen hiermit meistcr LudMtgcn von Lrllchehaußcn sich' ' " - -^-zeitvor micgewaltdarwider setzte/gienge der dreyzehn-

keines weges einstimmen/weitste jederzeit vor .

eine Staats-regul gehalten/ keinen aus diesem jährige krieg an/und der König seiner schutz-ver-

Hause/ wegen der nahen nachbarschaffc/zum Kö- wandten halber mit einer armee m Preußen,

nige zu erwehlen. Endlich führte unter allen Der evem war endlich dieser / daß er nach dlu-

Cron-^omper-men der Groß-Hertzog von Li- tigem und zweiffelhafftem gefechte in der letzten

thauen/ des großmachtigen Olgerds söhn und schlacht vi6lvrU,rte / und A. 1467 einen solchen

Wkrddmchs machte/ 1) die christliche religio» anzuneh- zu gehörigen Platzen und ä-pen6enuen zu eigenweiblichege/men/und selbige in ^.itthauen undSmno« abgetreten/ der über-restaber dem Orden mirDrAsellogttieneinzuführen/ und2)polen mitÄ- der c«liäiclun überlassen worden/daß derHoch-continutret thauen durch eine ewige Union zuvor- Meister elngehutdigter Vasall von Polenkömmnur knüpften / dergestalt / daß/ unerachrec er werden/doch aber auch ein 5enstor septt sol-

umvn mit keine mannliche erben bekommen würde/ re. Gestalt dann besagter Hochmeister das

solche lander - Vereinigung dennoch unzer- msZium wür.llich abgestattet. Angleichen er- duidlm

trennet bleiben solte z z) daß er sich eidlich suchten die Moldauer den König/ sie wider die " A

verbinden muste / von aller l 'uccellion abzu- Türckische macht in schütz zu nehmen/ und erbo- alsVM

stehen und sich als einen erwehlten Rönig ten sich als Vasallen zu huldigen/ in welchem zu-

aufzufnhren/ daß er Heryog Wilhelm stände sie nachmah s eine lange zeit verblieben,

vor schimpsf und schaden 200000 gülden Zu dieses Königs zeiten erschienen auch die v

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bezahlen/s) die verlohrne Cron - länder punrten der Provintzien oder die al .and - bo-

Die vicrdte wieder herbey bringen wolte. Er nähme ten zum erstenmal aufdem Rcichs-tage/ indemvber)agello^ in der H. tauffe den nahmen vuäizlai V an / die höchste macht/gesetze zu geben/ zuvor alleinund gäbe der vierdeen ordnung der polni- bey dem Könige und den Reichs-Räthen gewe-schen Regenten / neinlich der Jagelloni- sen war. Als er A.1492 todes verfahren / suc- K IohMschen/ den Ursprung. Seine sürnehmste ceN-rte ihm sein Herr söhn / König JohannHelden -that ist die befechtung der grossen Albrechc / welcher mit seinem alteren HerrnschlachtbepOaneberginpreuffen darinnen bruder/ R. Vl-ickblao in Ungarn und Böh-mehr als soooo mann von der partey derer men/ sich wider den Sultan conjunxirte/ undCreutz-Herren zusamt ihremHochmeister/herrn aus treuer meynung seinen neuen Vasallen/denUlrichen von Iungingen/ geblieben/ und Hospodar der Wallachep /wider die pforte zuSchlacht 14000 gefangen weggeführet worden; welche schützen/dahin marchirte; von diesem aber/ so

bey Danne -schwere Niederlage die erste veranlassung gege- aus untreu ein complor mit den Türeken ge-

sach verein-ben /preussen an die Lron Polen zu bringen, macht hatte / selbst angegriffen und geschlagen^5.°^°" Er brachte auch innerhalb jahres-frist gantz Lit- wurde. Der erbfeind setzte seine obsiegende

MMk/Qk'.

mit Polen, thauen zum christlichen glauben/ und zwar nicht w affen biß in Polen fort/ und fuhrete eine grosseso wol durch der Priester vermahnungen / als anzahl menschen heraus in die dienstbarkeit;

durch seinen eigenen eyfer und gott - fürchtiges ihm geschähe aber mehr abbruch durch harten

leben/da er sich auch selbst nicht geschämet / die ftost/ als durchs schwerdt / indem bey 40000

leute in dem Catechismo öffentlich zu unterwei- Türcken erfrohren ftyn sollen. Als A. 1495

sen. So dann richtete er die Universität zu Ianislaus der plogkoische Heryog ohne

Krakau durch die von Prag verschriebene ge- männliche leibes- lehns-erben abgangen war/

lehrten prosLllczresvollendsauf/worzuLiilimjruz ßel dessen Fmstenthum der Cron heim. Es

bereits zuvor den ansang gemacht hatte / und war aber seine regierungs - zeit fast unglücklich/

ließ die jugend in den wissenfchafften Unterricht obgleich die macht der Könige in Polen und des

ten/welche bißher in Polen gantz unbckandt ge- Aagellonischen Hauses zu der zeit aufdem höch-

weseu waren. Was an ihme zu tadeln ist/ de- sten gipffe! stunde. Er selbst hatte die Cron

stehet darinnen/ daß er sich mit der andern und Polen/ welche 200000 Edelleute maimemren

dritten partey in der Heyrath nicht zum besten sollen undkonten: Sein Hr.bruder/obgemeld-

vorgesthen hatte. Die Böhmen ließen sich ter K. Vladislaus/aber hatte die zepter von

doch dieses nicht irren/ ihme ihre Cron anzutra- Hungarn und Boheim / und der dritte bruder

gen/die er aber aus furcht grösserer regierungs- besaß das grosse Hertzsgchum Litthauen / wel-

last ausschlüge. Er starb A. 1434 / und hatte ches auch so viel als ein Königreich galt; also

zum 5uccellom seinen Herrn sohn/König Vtäckz. daß dazumalkein mächtiger hauß in der gantzen

vl. welcher A. 1440 auch zur Hungari- weit war/ als dieses Aagellonische. Er verließ K. MMschen Cron gelangte. Die gefährlichen Tür- A- isoi zum Reichs - Nachfolger seinen bruder/cken-kriege haben ihm die meiste zeit/und endlich Rönig Alexandern / Geoß- Herzogen min der berühmten schlacht bey Varns A. 1444 ^ttthauen/welcher die untreuen Wallachen/das leben weggenommen. wiewo! nicht ohne darsctzung vielen blutS/ zurDie Walla, Unter seinem Herrn bruder und erwehlten r^ilon brachte. Die Moscswiter nöthigte er?erCrvt? Cron-^uc^ssvrn/Rönig CasinnrnlV, begab zum frieden/und schlug die Tartarn aus L.it-lel/ttbur. ^ch der Surft in der Wallache)?/ als ein Va- tchauen / nachdem ihrer bey 20000 auf derCaünitr iv. sali/ an oee Republic. Ein groß theil von wallstadt/unweit Vilna /geblieben waren/ undPreußen suchceA 1454 sich des iochs der allzu starb über diesem siege A. 1506 unter einer hertz-tyrannisch-herrschenden Creutz-Herren zu ent- liehen dancksagung zu GOTT vor die victime.

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