Druckschrift 
Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
Entstehung
Seite
302
Einzelbild herunterladen
 

Des Europäischen Herolds zweyte Haupt-Handlung

rung/damit auch dieser machtige nachbar gutefreundshasst pflege. Denn sich mit Teutsch-land zu drouillixen /. und von der garsaris desMünsterischen sriedens/als der rechten brunn-quel! des Schwedischen wachsthums/besondersauch von des Corporis Lvavgellci imerelle sichabsondern zulassen / würde derCronSchwe-den einen grossen stoß geben. Denn wann derKayser souverain würde/dörffte man diese Na-tion bald aus Teutschland in die Scheren wei-fen/ und sie auch wohl allda nach befinden heim-suchen. Die freundschafft des Rönigs undder Republique in Polen ist nicht nur wegendes commercu auf derOst-see und mit denenPreußischen stadten/ sondern auch des Lieflandshalber probabel; wiewol die Republic Polendie letztere schlappen noch nicht vergessen / unddaher ungern mit Schweden anbindet / undauch bey dem noch wahrenden kriege des Kö-nigs in Polen und Czaars in Moscau sich zumaufsitzen oder ergreiffung der waffen nicht hatbewegen lassen wollen; vielmehr gelitten hat/daß der König in Schweden ins Hertz vom Kö-nigreiche und biß nach Warschau kommen ist :denn so lange keine bessere innerliche Vereini-gung in Polen ist/ wird es einen so mächtigennachbar zu aeraguiren bedencken haben. Eshat Polen auch kein interesse mit Schwedenfeindlich anzubinden/ und wird allem ansehennach noch mühe haben / ehe Curland wieder«vacuiret und abgetreten wird. Wider Mo-scau etwas zu wagen und mehr con^uettenzumachen/ ist den Schweden wol unthunlich/ weildie weitlaufftige und viele gräntz-örterviel ko-sten erfodern/ und den Russen daher kein gros-ser vortheil abzujagen ist. Es sind auch die ps-«5a so wohl zuvor/als auch noch am ende desjahres 1699/aufden alten guten fuß und formalerenovarion vermittels eydes und kreutz-küssengesetzet; dargegen sich aber auch der Königehe des Himmels einfalls/als der mvallon,welchevor zwey jähren der itzige Czaar vermöge dermit Sr.Königl.Maj.inPolen habenden allian-ce inJngermannland/ Esthonien und Lieflandgtthan / versehen gehabt. Wiewohl es denenRussen sauer gnug worden/und viel volcks schongekostet/da sie vor Narva weggeklopffet wur-den. Mit der Cron Dänemarck hat das Kö-nigreich Schweden wol zu allererst ungelegen-heit zu befahren. Denn zu geschweige« / daßbeyde Nationes eine fast angebohrne smipa-tbie gegen einander tragen / und Kön. GustavAdolph sagte: Er -ettimirte keinen Potenta-ten höher / als den Römg in Dänemarck/Christian lV, verlangte auch nut keinemlieber in bündnißund freundschafft zuste-hen/wenn er nur sein nachbar nicht wäre.So sind auch die alliantzen und conjunÄurenbeyderNordis Cronen einander itziger zeit we-niger nicht entgegen/als hiebevor mitwürckli-chen kriegen eine die andere zu drücken gesuchet.Gleichwie aber Holland und Engelland samtFranckreich /nebst andern hierbey imsrellirtenPotentzen nicht zulassen können oder werden/daß Schweden von Dänemarck/dafern andersdie Möglichkeit dieser grossen fache zu pr^fuppo-mren stünde/ unterdrücket werde: Also ob woldie Cron Schweden mehr macht und vortheilhat/sich von jener meister zu machen/wird man

auch allerdings verhindern / damit die eommer-cien der Ost-ste und die macht desNorder-quar-tiers nicht unter einen zepter kommen/ sonderngetheilet bleiben. Solches «SeÄuirte derStaat von HollandA. 1659 glücklich/ und rißdas clomimum des Nelts aus der SchwedenHänden/hinderte auch/daß sie die fast gantz rm-nirte Cron Dänemarck nicht unterdrückten.Wie denn auch Engelland und Holland im neu-lichen kriege zwischen Danemarck und Schwe-den die unruhe schleunig Mete. Ja es stündedahin/ wann ja dergleichen kscale reunion derCronen nicht gehindert werden könte/ ob sie lan-ge bestehen oder nicht vielmehr gleiche schädli-che mißbrauche/als in vorigen leculttsich ereig-net/ die Vereinigung wieder trennen würden.Solchem nach hat Schweden zu behaupten diedurch den Rvskildischen und Coppenhagischenfrieden gesetzte Aräntzen / und mit denen Poten-tzen gute verständniß zu unterhalten / welcheDänemarck an hauptsächlichen emreprilen hin-dern können/ als zum exempel das Chur-undFürstl.hauß Braunschweig-Lüneburg. Mehrvon Dänemarck abzuzwacken wäre auch un-rathsam; und das beste vor das gemeine com-mercium/ daß weder Dänemarck noch Schwe-den allein meister vom Sundksey. Wannaber beede in guter nachbarschafft stehen/ ist esam allervorträglichsten. Ander conlervsrioaguter freundschaffc mit Holland/ und prselerva-ciy:i dieses Llists wider den ruin/ist Schwedenzu wasser und lande mercklich imerelllret; eshat auch der vereinigte Staat sein interesse sobald erkennet / als er das Haupt zu einer sreymRepublique empor gehoben/und sonderlich dieerweiterung der Handlung aufderOst-see da-durch erworben/und die Dänische zoll-Vermin-derung UNd abNraQioo V0N dem clominw desSundes elkcÄuiret. Hergegen hat Schwe-den den vortheil / daß Dänemarck durch dieHolländische flotte am besten ia retmims behal-ten werden kan. Wann Schweden sich zustarck in das Ost-oder West - Indianische/ oderauch Portugesische/ Spanische und Levantischecommercium einmischen wolte / würde Engel-und Holland scheel sehen und es zu hinderntrachten. Wann aber auch Holland vonSpanien oder Franckreichunterdrucket/ unddie Handlung aus der freyhert gesetzet würde/müste Schweden billich daran theil nehmen/und es verhindern helffen. Bevorab da diran eine fremde Potentz übergehende see -machtSchweden und Dänemarck aus derNord-undWest-see vertreiben würde. Vor jähren such-te das Gouvernement in Schweden bey derTriple-alliance sich gleichsam einer proreckionder Staaten und der Crone Spanien gegenFranckreich zu pr-vsliren/und vermeynten stetsgrossegeld-summen zuziehen; es verändertensich aber die conjunöwren bald. Der Engels-mann wird dem Schweden schwerlich in dieScheren kommen und cvnguellen suchen /gleichwie auch dieser jenem seine Jnsulen unan-gefochten lassen wird. Die commercien erfo-dern aber gute verständniß/ und haben sich die-ser beyder Cronen interessen wohl mit einandervereinigen lassen / indem sie einander auchallen fals entrathen können. Mit Franckreichhat Schweden in letzt -verwichenem leculo als

''v

Fs-'.

^ .

"'7

MüÄ'77^7.7^

MM"''-"' "