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DcsEllropäischen Herolds zweytt Haupt-Handlung
diese kslance nicht nur obgedachte Cronen undRepublique an/sondern die an dem Baltischenmeere liegende Potentate haben auch dabey dasjoch zu befahren/ wann Schweden meister überDänemarck spielen wolte/und die Nieder-undOber-Sächsische Reichs-Kreyße / besondersChur-Brandenburg/ und die Chur>und Fürss-lichen Häuser Braunschweig und Lüneburg hat-ten auch gefahr davon zu gewarten. Der Kay-ser selbst wegen Schlesien und Böhmen kan sol-ches nicht zugeben/ das geben die vormahligenund jüngeren zeiten/daß die vereinigten Nieder-lande die Dänen immer etwas hart gehalten/worvon noch die begebenheiten des verwichenen1700 jahres zeugen können; dargegen auch derKönig in Dänemarck ihnen das commerciumauf Grönland schwerer gemachet hat.
AufFranckreichs und des Chur-Fürstenzu Brandenburg parthien hat sich Dane-marck bißhero sehr verlassen/undSchwcden fastOmbragiret. Es hat auch grosse rsisonssich mitBrandenburg zu alliiren. Denn beyde sehendie Schwedischen con^ueren mit neidischen äu-gen an/und haben nun seither eines halben ke-culi die sÄioriezundconlijia gezeiget/ wie gernman sähe/wann man Schweden aus dem Rö-mischen Reiche wieder loß werden könte/ undwenn Chur-Brandenburg mit Schweden sichalliiret/ hat es zu Coppenhagen groß aufsehnund furcht erwecket. Jedoch da es anitzo eini-ge trouppen an Holland überlastet/so hat es dasansehen/als ob die Danen Franckreichs feind-schafft nicht sonderlich scheuen. Wann es zueiner solchen zeit/da Dänemarck mit Franck-reich alliiret wäre / zur würcklichenkommen solte/ und Holland ^.Mixete Schwe-den zur fee/ Teutschland hergegen hinderte derFrantzosen passage zu land/so würde solche alli-antz eben wenig vortheil geben.
Polen undMoscau können eben nicht vielMaden / wegen der maxime, daß jeder dieserStaaten mehr aufderCron Schweden beein-trachngung/odcr erhaltung im itzigen zustande/als erweiterung stiner macht zu sehen hat. Je.doch hat Danemarck auch diese Potentzien we-gen des commercil und sonsten zu freunden zubehalten. Helffen können sie aber auch nichtviel wegen der entlegenheit/ kostbarkeit und ge-fahr der col-reijzoncientz/es geschehe denn durchdieckverliones in Esthonien/Jngermann-undLieffland/allwo der Czaar bey weniger zeit her/sonderlich durch eroberung der festung de vre-bor^, nachdenckliche congve^en gemacht hat.
Spanien/ Portugal!und dte Dstaliäni«sche Staaten haben ausser mit der wenigenHandlung von wein und saltz der entsestenheithalber mit Danemarck wenig zu thun. Ins-gemein bleibet wahr/daß Danemarck mehr mitfrieden als kriege gedienet: Denn so blühen diecommercien und tragen die zolle mehr ein ; in-masscn denn auch auf die militz nicht so viel ge-wendet werden darff. In dem krieg <!e A.1^88 ist Dänemarck über die Unwn der Engel-lander und Hollander jaloux worden / sonder-lich wegen des c»,nmercji. Hat es dannenhe-ro mit Franckreich gehalten/ihm schiff- msrena-lien und Norwegische waaren zugeschicket/ sichauch wegen der schiffahrt commuoem csulsmllbcruris msririmse verbunden / nachdem jene
beyde Nationen dieser beyden ihre Frantzöi-sche Handlung sehr rpgverliret; welches aberseither der letzten übcr die Holsteinische facheentstandenen rupm? zwischen Dänemarck undSchweden ein gantz anderes gesichte bekom-men.
Mit Lüneburg hat sich Danemarck seitherofft gesplittert/ sonderlich in letzt-verwichenemjähre 1700/wie auch zuvor A. 1695/ und in derChur-sache; inmassen denn auch die Lauenbur-gische Händel/ die Nazeburgische bombardirungund behauptung des Fürstenthums Nieder-Sachsen/u.a.m. das vorige mißtrauen nichtwenig vermehret; dargegen lebet Schwedenmit dem Hause Lüneburg in guter -nreü.xence,und bemühen sich beyde zu verhindern / daß- Hamburg seine freyheit nicht verliehre.
Mit Holland aber hat es Dänemarck ammeisten zu halten / wegen des Sund-zolles undHandlung /wie auch wegen der hülste/auf denfall / da Danemarck von Schweden angefoch-ten wird.Voritzo stehet es mit diesem Staat ingar gutem vernehmen / und hat demselben einenziemlichen succurs an volck gegen Franckreichund Spanien zukommen lasten.
Dw religton betreffend/so wird in denenMnd inDänischen Königreichen und dahinten landschafften die Evangelische lehre nachsm. ' °innhalt der Augspurglschen Konfession ge-trieben. Diese hat / nach austilgung desPabstlhums / gepstantzet K. Friedrich der l,und K.Christian der m hat selbe zum rechtenwachsthum befördert/ und die Bibel in die Dä-nische spräche übersetzen lassen. Bey ceremo-nien und äusserlichem exercitjy des Gottesdien-stes hat man aus dem Pabstthum viel behalten;Massen denn die kmchen in Dänemarck/Schleßwig und Holstein ihre zierlich mitleinwand/capeten und ande:m ornac bekleidetenaltäre/darauf schöne brennende wachs -lichterund anderen zierrath haben/ und m ssen diePriester auf sonn-und ftst-tägen/ nach art dererSächsischen tirchen/in ihren kostbaren meß-ge-wandten/ alben und caseln dißhulige Abend-mahl halten/auch die collecten/ das Vater Un-ser/und die worte der einsetzung beym Sacra-mente des altars/wie auch die Episteln undEv-angelia singen.
Zu erhaltung christlichen Wandels/zucht underbarkeit/zu bestraffung der unbußfertigen/in-gleichen zu erhaltung der reinigkeit in GOT-TES Worte/ rechten gebrauchs der H. Sacra-menren und anderer Übung der Gottesfurcht inkirchen und schulen / zu regulirung der Geist-lichkeit in der lehr und leben/und insgemein zubeobachmng der gebühr in geistlich-und kirchen-sachen/sind sthr lobliche Verordnungen verfassetund eingeführt! worden/und denen Amtleuten/Bischoffen und Priestern gewisse gehülsten/ alsinsseAol-es ölsch!-!««, zugeordnet. Der Vi-schöffe sind / wie obgcdacht/ in Dänemarcksechs/als einer in Seeland zu Coppenhagen/welcher etwa lOvorchl. einkommens hat/ ei-ner auf Fühnen / und vier auf Jütland. InNorwegen ist zu DroncheimemEry - Bst-thum/ und drey Bischöffe ; ausser die bey-den Bischöffe aufJßland. Allein es sind sol-che Erh-undBischöffe/ Pröbste und fürnehmeGeistliche mehr nicht als geistliche Aufseher und
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