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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
Entstehung
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151
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von dem Königreiche Portugal!.

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Prion? und andere vornchtne Geistlichen

sind.

Die Regenten / so da vom jabre Christi n?9> an biß ans den itzigen tag diesem Königreichefürgestanden/ werden nicht unsäglich in dreyord?tungen abgetheilet. Iu der ersten findetman von Alfons) 1 bist auf den König Henri-chen siebenzehn eingebohrne Könige. Nachihnen hat das Reich eine grosse rcvowrwn erlid-ten/ indem es an die Könige von Spanien ge-kommen/und von is8v biß 164c» durch drey Kö-nige/Philippen II,Philippen !II und Philip-pen IV beherrschet worden. Und das ist diem?dere Ordnung. In der dritten aber re-gieren die Heryoge von Nraganza/von wel-chen nun etwas mehrers folget/ wenn zuvor er-innert worden / was mästen man wahrgenom-men/ daß der winter-monat dem Hause Bra-ganza jederzeit unglücklich gewesen/und alle des-selben Fürsten/ausser einem einstigen/ ins grabgebracht/ wie nicht weniger/daß/ wenn die Al-fonsen geherrschet/die peclrvs allemahl verfolgetworden.

Demnach nun / wie schon oben berühret/ dieVraganZtsche familie von der erbfolge amKönigreicheportugall / welche ihr doch sowolwegen des nahern grads/als auch vermöge derReichs-ges'hezukam/ durch diegewaltRonigPhilipps II in Spanien gehindert/ und gantz-lich ausgesthlossen/auch nach der Hand die Privi-legien dts volcks ganl; durchlöchert/die eommer-cien grösten theils geschwachet/ und/ ob zwar wi-der willen/den Holländern zugespielet/dargegenneue zölle/ auflagen/ und dergleichen andere be-schwernisse dem volck über den hals gezogen/und durch solche Neuerungen und tyranney diesämtliche unterthanen schwürig gemacht wor-den waren/begonnen sie numehroi'm Chrisk-nw-nat des 1640 jahres das Spanische so lang er-tragene joch von: halst zu werssen/ erwehleten ei-nen neuen König / 'Johannen, IV Hergog zuVraganza/ und ststren am is Decelnb.ihn, nntbehörigen ceremonien die Königliche Croneauf.

Dieser neue König in Portugal! ließ widerSpanien einManifest ausgehen/und stellete diegründe / welche ihm zu annehmung der Croneanlast gegeben / iedermanniglich vor die äugen.Daß 1) die Stände des Königreichs / Adel/Geistlichkeit und bürgerschafft durch die Casti-lianische regierung / insonderheit der beedenStaats - LecrerarieN/ Viclaci Loare; und Mi-chaels de ValconceNvi sschlvehers Und eydaittswranney und Unterdrückung genothdrangctworden waren/ zu beschützung ihrer freyheiten/und rettung der schier gar caßirten Privilegien/von den Castilianern abzutreten/ die Waffen zuergreiffen/ und einen Printzen von geblüte aufden Königlichen stuhl zu erheben. 2) Daß er/derHerstog von Braganza/wegen seinergroß-frau mutier (Katharinen/ Don EduardsJn-fantens von Portugal! fr. tochter/ welcher imvorigen jahrhundert die erbfolge im Königreichevon rechtswegen gebühret hatte/der rechteCron-crbe wäre. Denn wie Printz Eduard/da erbey der Cron - am leben gewesen/ ausserZweiflet der schwester Dsabcilen in der Cron-folge vorgegangen; also wäre Ronig PhilippU desto weniger ein rechtmäßiger König gewe-

sen/weil er defsÄc) sich eingedrungen/ und diegrund-gcstste nicht zmiessen/ daß ein fremderzur Crongedeyen könte/oberwoleineInfanrixaus Portugal zur mutter gehabt hätte dennsein Herr valer/ Raxser Carl/ nicht cso^lgege-wesen / dergleichen recht von seiner gcmahlin zuerlangen/ sokönte auch die prTlcrijzcwn widerrechtmäßige erbfolger im Reich/ znmabl.bey soviolenter invslioa, keine würckung haben /u. s. m.

Ob nun wohl Spanien den neuen König vonsolchem weit aussehendem vorhaben und unter-fangen abzumahnen nicht ermangelte/ ließ sichdoch dieser in seiner einmal)! gefasteten regie-rung dadurch im geringsten nichts hindern/ son-dern strebete vielmehr dahin/die der CronSpa-nicn annoch anhängige Portugiesische örler inseine devorion zu bringen / und sich in dem neuenregilnent jemehr und inehr zu befestigen. In-mästen verschiedene Könige und Republikenihn vor einen rechtmäßigen König erkennet undangenommen / welches die Cron Spanien nö-thigte/ die schärffe sehen zu lassen/und sich embsigzu bemühen/ wie Portugal! durch krieg über-wältiget/ und zum gehorsam wieder gebrachtwerden möchte/ welches/wie offt es auch Spa-nien fürgenommen/ dennoch nie gelungen/ son,dern mchrentheils das kricgs-glück und vi6o-rie aufPortugails stiren bestanden ist. Wic-wol den Spaniern hinderlich war/ daß sie ihremachr theilen/und mit Franckrcich/Holiand undPortugal! zugleich krieg führen musten.

Hiernechst unterliest der neue König auch

men / und zur Crone zu bringen ; wie er dennBrasilien den Holländern wiedsr entrissn.Csteng endlich nach stabilirtem reginientestnittodeab/A.i6s6am 6)kov. nach dem sein älte-ster Printz l)on lUsoduNo, ein Herr von unge-meinem naturell und gaben/ allbereit drey jährevorher verstorben war.

Zu verwundern ist es / daß ein so wichtigesdellsin, nemlich das Spanische joch abzuwers-fen/über ein gantz jähr verschwiegen geblieben/ehe es zum werck gekommen/ da doch wohl 200Personen davon gewust haben. Jhine solgetenach sein Herr söhn/ König Alfonsus vi, geboh- jufMö.ren d.zl^uZ. i64z,nnd war dieser eine zeitlangunter der testamentlichen Vormundschaft seinerKönig!, flau MUtter Dc)QNs I,c)uvlä?raacelca deJohann Emanuel Perezens H.von.kiedina Lidonis tochter/ eine dame von treffli-cher klugheit und coursZe.

Diesen, jungen Könige wurde von ?--2ncz'-scc, de Vsro, Graf von Odvmir» , geheimderStaats-Rath und Präsident zu denen jenseitsmeeres vorkommenden astKren/zum Hofmeisterverordnet/ welchem er aber wenig / sondern sei-nen lüsten folgete/sich eitles wilden lebens und al-lerhand unanständiger/ oder vielmehr thörich-ter Händel illit stinen kävoriten anilabni/worüberdie König!. Regentin/ des Königs bruder/ vo»Pedro,und der gantze hofztnn öfftern sthr bestür-tzet/die Königin aber Vorhabens wurde/die re-gierung gäntzlich aufzugeben/und in ein Nonnen-kloster zu gehen. Kurtz vorher aber formirte siedein von i>edw einen Hof-Staat / welches be-sinnen

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