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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
Entstehung
Seite
150
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Des Europäischen Herolds zweyte Haupt-Handlunz

z'ziehen/ am weine/öle/citroiren/pome.rmtyen/jujsen und bittern Sinestr-äpfeln/

wiche bäume sie vorzeiten aus 8ma gebracht/vnd binnen 4O jähren inLNrems6urafast gan-He wAder davon angeleget Haben/Honig/ saly/dessen eine fast unbeschreibliche quantität ausdem Hafen 8t. l4ubs8 ausgeschiffet wird/wachs/wandeln/ und allerlei thieren und vögeln;absonderlich aber an fischen hat es so viel vor-rach/daß es auch andern Provintzien mitthei-ken kan: getreide wachset auch etwas ^ zurnothdurfft/aber nicht genug/ weil die gebürgeden ackerbau nicht zulassen. Vormahls/ undauch noch wohl heutiges tages / gab es reiche^o!d-gruben im lande ; itzo aber suchet dieNation in Indien ihr gold/und sparet den lan-des-schatz. Das silber-bergwerck ^uacaI6a.na-welches gangbar ist/soll jahrlich 178 quemozsilber zur ausbeute tragen; ein quent aber ist267z ducaren/8realen/ und26 waraveckswerth.Uber dieses finden sich auch an etlichen ortenedeigcstcme und guter nmrmov; inlnassndenn die gesund-brunnen gleichfalls vielenpreßhafsten leuten zur genesung dienen / und indem Königreich Algarve hat es viele warmebäder. Am volcke hat es vorzeiten keinenmangel gehabt/seither sie aber durch die lang-wierige Indianische schiffahrten viel volck einge-busiet / und das übrige in die besatzun^en der hinund wieder eroberten vestungen und lander/ son-derlich in Brasilien und an der küste vonAfrica/verstecken und versetzen müssen: Uberdiß auchdurch die unmenschliche mguMrione, so viele tau-send menschen hingerichtet oder ausgejaget/ undderen einegrosie menge durch das schwerdtindem Niederländischen kriege aufgefressen wor-den/so hat das land einen solchen abgang an ein-wohnern gelidten / daß es biß aufden heutigentag zu keiner sonderbaren macht wieder kommenkönnen; bevorab/weil der unordentliche lieoes-Zebrauch das volck von dem ehstande gleichsamabziehet / und die Vielheit der kinder verhin-dert.

Getm'ths- Mit den Spaniern haben die Portugiesen

m/s"r?derdieses gemein / daß sie aufgeblasen und hoch-

Mnou. trabend seyn/auch dahero ihre magmiicen^undxravität nie unter die banck stecken können.Ein merckmahl ihres hochmuths ist dieses/ daßalle diejenigen/so biß an das Lapm boa« sssl ge-reiset/ den Adel und den titul von prXten6lren;daher sie insgemein zumschertzdieEdelleutevon dem Capo 6i buona sseranxa genennetwerden. Die tapferkeit und coursZs deralten Portugiesen hat in der alten und neuenHistorie/ sonderlich in der Römischen/einen be-sonder» rühm. Woran dann die neulicherezeiten/ob sie wohl ein clelicateres leben einge-sühret/ihnen nichts benommen haben; gestaltsie noch itzo ihren feinden auff erheischendennochfall das weiss im auge wohl zu weisen wis-stn/und ihre Könige sehr lieben. Die Spani-er haben für Ewas A. 1659 und dann fernerA. 166z mit ihrem nicht geringen schaden erfah-ren/ was die Portugiesen vermögen. Undwundert man sich dahero um desto mehr / wiedoch diese ^lblute blation das Spanische joch solange habe ertragen können. Hiernechst mußman ihr das wahrhaffte lob geben/daß sie ge-gen ihre Könige und AeZemm getreu seyn/

und ihr leben für dieselben in die schantze znschlagen sich nicht weigern. Ein exempel so-ExempeiDthane:gewärtigkeit und treue enviescn sie^im vo-rigen jahrhundert an von ^vconio. des 'Infan-ten Ludwigs natürlichemsohne7und RonigsEmanuels enckel/indem sie ihn zur zeit/da nachabgang Rönig Henrichs des letzter» zu Por-tugal!/König Philipp in Spanien mit Ca-tharinen von Vragany fast am hefftigstenstritte/ aufden Königl.thron erhüben/ und uner-achtet/daß der König in Spanien schon die ober-Hand erhalten/und aufdes ämonü kopff8OOOoduralen gcfttzet hatte / ihn dennoch nicht verrie-thcn/sondern 6 gantzer monat in Lissbon verbor-gen hielten. Was sie für treue in erwähl - undbestätigung Königs Braunsen von Bra->gany von sich blicken lassen/ ist vielleicht so un-bekandt nicht / daß es die noch erfodere / mehrNachricht alihier zu geben. An ihrem Kumeuewird dargegen getadelt / daß sie füreilig undunbesonnen sind/ und/ wann es ihnen wohlge-het/iosolent und strenge auch über dieses gei-zig und betrüglich/wie die Juden/sich erwei-sen ; welcheszwar kein wunder/weil es so vielHeuchelchristen und heimliche Juden unter ih-nen gibt. Uber dieses sind sie auch grosse lieb-Haber des Zeitvertreibs und der stiele / absonder-lich aber lieben sie das stier-gefechte eben so sehrals die Spanier. Eines ist hierbey noch anzu-fügen/ daß die Portugiesen/ so in Ost-Indienwohnen/in dem dritten geschlechte an der facbodes leibes/ dergestalt und der gemüths-regun-gen fast den gebohrncn Indianern gleichwerden.

Die fürnehmsten und durchlauchtige fami-^rneWtlien in Portugal! sind folgende: Die Herzoge KAvon Dragany und Larcelios, welche fast denvierdten theil von Portugal! / nemlich z Marg-

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war vormahls zu Villa Valuta itzo sitzt sie ml fdem König!, throne. Aus den! König!, ge-blütesind derHergogvon LaclsvalchcrGras 6stNnrggrafl aurllsm. und die Hergogeä'0rope?a und VeraZuas,welche letzteren viereaber in Spanien wohnen. Der Heryog vo?»Hvelro : Der Herzog damlnba und bNarg-graf von Villsreal: Die vier MarggrafenVon Lnrsira6e ^lello, Qsüel kocwßo 6e

Villa Viciot», 6e Verra nova: Die Grase?»V0N Vimiola,^iran6a, ^larckessr, V0N l^ZZuna.Und ^roncbe8 Vicomre äc?om cls wmai Lawr»cle Albico l.obe5, u. a.M.

Die Reichs-Stände bestehen aus z classmIn der ersten seyiw die drepßig titulirten/ ^nemlich die Herren von Mnrggräf-undGrässlicherwürde/Äönigi.Räthe/Ober-richterund Herren von den wndjchnffren / welche

aus de!» Adel / oder denen kiäalZue; erwähletwerden. Die zweyte class begreifst den bür-ger-stnnd/ nemlich die räthe und bürger derstädte und stecken/ welchen das recht der Reichs-täge zukömmt/und deren von jeder stadt zwei)abgeordnete/die man vtKniäores nennet / aufReichs - tagen zu erscheinen pflegen. In derdritten cwfie befindet sich die Geistlichkeit/welches die Ettz-lMd Sischöste/Prälaten/

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