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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
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Des Europaischen Herolds zweyte Haupt - Handlung

lohn vor diesen tapffern Capitain gar schlechtausfiel/ allermassn seine neider ihn bey demKönige dergestalt angössen/daß er aus Indienzurück beruffcn und l^opo 8c>arc^ an seine stellezum Vice-Re hinein geschicket wurde; allein erstarb noch vorunmuth/ ehe er die heimreise an-träte. In eben demselben jähr trachteten diePortugiesen im Königreich posto zu fassen/kamen demnach mit einer grossm flotte undfiengen eine citadelle amausfluß derrevier^-anzubauen/inusten aber mit schrecklichemVerlust vieler schiffe und mannschafft sich vondannen retiriren. Endlich wolte K. EmanuelLi.isi8 dieCrone seinem ältesten Printzen Jo-hann übergeben/und sich in älgarve feur-ren/jedoch folgete er nachmahls seinen Rathen / undbehielte die regierung biß an seinen A. 1521 erfol-geten tod. Er hatte drey gemahlinnen / derenerstere und andere Isabella und Maria/K. ker-lünZnäi in Spanien töchter/ die dritte

aber Kayscr Carl v sthwester/ E-eonora/ war/welche er Ä.1518 kurtz vor seinem ende hevrathete.Mit der zweyten hat er gezeuget sieben Herrenund zwo fraulein/ deren ältere / die Infantin I-sabe!!a/an ^apserCarln V vermählet / dieandere/Beatrix/Herzog Carlnül von Sa-voxcn ehelich beygeleget worden. Der obge-A Johannes dachte älteste Printz Johannes lil folgete dem"i- Herrtl vater in der regierung A. W21 nach. Undnach deflen tode fiel A.i> 57 das Reich an seinenenckel( denn ftin söhn Johannes war vor demHerrn vater schon drcHahr todes verblichen) denI fmten Sebastian/ein kind von drey jähren/deffm vormundschafft der Cardinal Henrich/seines groß - Herrn vaters bruder/war. Nach-dem aber auch diestr in einer schlacht/darein ersich aus jugendlicher Hitze ohne noch eingelassen/von dem Könige zuFey kbäcl lvleleck, oder K5e-!ic«-',inAfriea A.is78 erleget worden/und vonihme/ als der noch ausserhalb der ehe gelebet/kei-ne erben vorhanden waren / kam der nähesteik.HtMich.Agnat/nemlichgemeldter Cardina! Henrich/als der einige männliche stamm-erbe/zu demKö-tligreiche.

Nun war dieser Herr alters halber unver-möglich/ und hatte als eine geistliche perssn nichtgeheyrathet/welches bey denen zukünfftigen er-ben des Königreichs annoch bey seinen lebzeiten

tiger/hitziger Herr/ von stincn Hofschmeichlernnicht verleitet worden/grössere dinge/ als seinalter und kräffte des Reichs gelldten/ zubegin-

K. Seba^stia».

nen/und wäre mit den Afticanischenzwistigkeüten/die ihn zumahl wenig angiengen/unverwor-ren geblieben/ hatte er die Nation bey ihremIrs6cq gelassen / und sich zu rechter zeit ver-heyrathet und auf erben beflissen / so würde/menschlichem ermessen nach/ an conlerv-mon desflors dieser Reiche und lande nichts gemangelt -haben. Der perioäus karsl^ mochte aber auchwohlumseyn.

König Philipp hatte die pcXpvtentz/und amende die wichtigste prXrenlion. Mit ihm wardie Catharina von Bragantz in gleichem MreltMgrad. Oer Heryog von Savoyen und der A'von Parma musten aus mangel eines bestän-dcmws»digen grundes ausfallen/dahero war nun bloß^^der streit zwischen beeden ersterwähnten. Ca-tharina wolte für den, Philipp den Vor-zug haben / weil ihr Herr vater / der In-fant bruder/als inann-licher erbe/naher zur erbfolge gewesen/ alsseine/obwo! der geburt nach altere/ schwe-rer Isabelle. Darauf antwortete Spa-nien/ es könte des Lcluarcii halber das näher-recht nicht statt finden / alldieweil er vor demNLuriLv gestorben / und folglich sein erbe nichtwerden können. Dahero nun der grad / wor-innen seine fraumutrer/die Jsabella/ zurzeit/da König Henrich gestorben/gestanden hätte/ inbewacht gezogen werden müste. Nun sie denndamahls einen grad näher gewesen / als die Ca-tharina / so müste folgen / daß numehr auch ihrsohn/KönigPhilipp/in ihr recht träte/ und dieCatharinam ausschlösse. Gründete diesemnach der König sich aufdas jus lemoramz, undwolte durchaus nicht gestatten' daß das jus rs-prslemseioniz , krafft dessen die Hertzogin vonBragantz ihren anssruch und recht behauptenwolte / in den Königreichen und herrschafftenplatz finden solte. Diese streit-sache ist nn vo-rigen lsLulc. von den rcchts-gelehrten / sonderlichdenen juritlen-kacultäten zuLvimbsja,8^lZMZnc3,und Lompokella.pround cvnrra in öffentlichenschrifften ausgeführet worden.

allerhand conMia und anstalten veranlassete.Vorwei- Insonderheit liesse ihm Rönig Philipp der

Es gefiel aber dem Philippo / die jache lieber K OWmit dem schwerdt/ als durch die feder/ zu behau- Wpten/weil er zumahl vermerckte/daß die Nation oä

.cym abqaN'Fweyxe in Spanien die ssche sehr angelegenstyn; nicht weniger meldete sich auch der Her-yog von Savoxen phillbert Etnanue! an:Dann ferner der Hertzog von pai-m-?, kammmzksrnelius, und weiter die Hertzogin vonBra-ganyCatharma /welche allesamt theilan demKönigreiche suchten. Allen bevorstehenden ir-rungen vorzubauen / berief König Henrich dieHerren kompetenten vor sich/und suchte vermit-telungen zum vergleiche/es wolte sich aber darzunicht anschicken. Unterdessen bezahlete er dieschuld der natur A.is8O/im zweiffel/wer eigent-lich sein Nachfolger seyn würde/ wiewol er liebergesehen/daß die Hertzogin von darzugekommen wäre.aU8°d."eft^' Dieses istderausgang derRöttigl. sami-Geichs, lie/ und die grosse re^olurion, welche Portugal!seiner vorigen glückscligkeit entsetzet. Wäreder junge König Sebastian / als ein ruhmsüch-

gegen die Castilianer wenig ^ckion trüge/schickte demnach A. is8<o den laue cls /^lba seinenGeneral-Feldmarschalln mit einer armee insKönigreich/welcher es auch binnen so tagen aus-ser der Insul^ercera,welche längern widerstandthate/in besitz nahm. Wiewol nun desInfm-ten Ludwigs tu Portugal! unehelicher söhn/und Aöntg LLnianuels encke! / Don ^nronw, v°n^nwm»Groß-Prior von Crato/bey derCron-folge auch »Me g'e°ein recht zu haben vermeinte/ und aus haß gegen burc an oerdie Spanische regierung/ durch wähl der Por-^^tugiesischen Nation zum König!, thron schritte/ermangelte es ihme doch hauptsächlich an dermacht und gewalt seinen stuhl zu befestigen/musteauch endlich derSpanischen praepocertz weichen/und A.is9s zu Paris im elende sterben. Zumahlihm auch seines eigenen vaters testament/worin-nen er von ihm bloß vor einen bastard ausgege-ben wurde/hauptsächlich im wege stunde/und al-so dessen zepter-führung ausdrücklich wider die

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