Druckschrift 
Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
Entstehung
Seite
601
Einzelbild herunterladen
 

^ ^ ^ vH»,7tv.

"' " i.7 H

vom heil. Röt!!. Reich.

6oi

vltgMs ix Eßen/ dieses kloster liegt zwischen de- ye und güldenem halben mond begleitet/ vorMn. nen Hertzogthümern Cleve und Bergen/und äugen. ^ ^

'H

' ^ "M

^ '-bN?

AWw '

" '«W»

iMU ^Ä!

üS7

>jMee nr^Äi»

- - ^' ^L-

DitzefÜrKete

75.'-«

W

illiS

-ÄS

>1??^

7'' ^

- -

'' -< «'>

nen Hertzogthümern Cleve und Bergen/underkennet S. Altfrieden Vischoff zu Hjldes-heiin etwa A. 8?^ zum stiffter. Dessen ein-künffte waren ehemahls so beträchtlich/ daßzwey und funffzig chor-jungfern davon ihrenunterhalt haben konten/ und wurden überdißnoch zwantzig stiffts i Herren nebst ihrem Abtverpfleget. Und wiewohl solche nachgehendsetwas abgenommen/ hat doch Pfaltzgr. Eh-renfrieds zu Braweiler tochter Theopha-nia alles wieder verbessert und in guten standgesetzet/ und werden gegenwärtig von demvornehmsten Adel/die nicht unter Freyherrli-chem stände sind/ darein rscipiret/welche ebendie freyheit und weltlichkeit genießen/ wie obenbey Lindau erwehnet worden. Die jetzigeAebtißin ist die hochwürdig-hochgebohr-ne frau/ Fr. Bernhardinn Sophia/ Aeb-tißin desRapssrl.frexen weltlichen stifftsEßen/ Gräfin von Ost - Frießland undKierberg/zc. wurde A. 169z an Fr. AnnaSalome Gräfin von Manderscheid-Blan-ckenheim stelle erwehlet. Ihr ist ausser derstadt Essen / welche sonst große freyheiten ge-habt/die Kays Carl v noch A. 152z bekräffti-get/ auch das stadtgen Steel samt einem klei-nen doch an weihen sehr fruchtbarem territorioumerthan/ sie selbst aber stehet unter Ihr.Churfürstl. Durch!. zu Brandenburg schugeseit A.16O9/ da vormahls das HertzogthumBergen solche erb-gerechtigkeit exerciret.X Buchau am Federsee in der Reichs-. stadt gleiches nahmens rühmet als seine?uU^stiffterin Fr. Adelinden/ Hertz. Hildebrandsin Schwaben tochter und der Kayserm Hil-degards schwester / welche ihres ehegemahlsGr. Ottens von Reffelburg andencken zuconserviren/nachdem derselbe in dieser gegendin einem treffen wider die Hunnen nebst dreysöhnen sein leben auffgeopffert/ dieses klosterdenen heiligen Lornelio und eypnanozu ehrenangeleget/ und selbst dessen erste Aebtißin ge-worden/dannenhero auch ihr gedächtniß allejähre am tage St. Augustini/ dessn regulhier beobachtet wird / durch austheilung dersogenannten St. Adelinds - brodce began-gen wird. Kays. Ludwig der fromme be-schickte das neue stifft mit denen örternMengen und Sulgaw/ welche aber nach derHand Oesterreichisch worden. Das Capitulbestehet aus 9 stiffts-personen / die alle Gräfli-chen und Freyherrlichen standes seyn müssen/und die freyheit haben/sich nach belieben zu ver-heyrathen; die frau Aebtißin aber darff sol-ches wegen empfangener Pabstlichen beneck.Äion nicht thun. Sie ist samt der Abbatis-sin zu Lindau von K.Carln i v in den Fürsten-stand erhoben / und lasset ihr bey der inauZu-ration zum zeichen der Hoheit ein buch undblosses schwerdtvortragen. Die jetzo regie-rende ist die hochwürdjg - hochgebohrnefrau / Fr. Maria Theresia/ Aebtißin desRapstrlichen feepen weltlichen klostersBuchau/ gebohrne Gräfin von Montfort/iucceäirte Fr. Marien Francissen GräfinTruchseß in Feil! den iz Dec. 169z. Daswapen stellet ein grünes feld mit einem rochencreutze/ dessen ober-theil mit einer güldenen sytl*ErsteHqupt'Handlung.

x i Qvedlinburg ist ein durch Pabsts Io-hannis Xlii versehung cankrmirtesund aller ^Bischöfflichen gewalt entnommenes / dem bürg»Pabstlichen stuhl ohne mittel unterworffenesstifft. Der stiffcer dieser Abtey soll KayftrHenrich 1 seyn/ nachdem er die Hunnen beyMerseburg geschlagen und eine stifftung vov»-ret l>atte / mit einwilligung seiner gemahlinder Kayserin Mechtilden/ welche ihr wit-thum zu Ovintilingaburg hatte/ den kirchen-und kloster-bau angefangen haben soll. Daßer aber seine Princeßin tochterMechtilden zurersten Aebtißin dahin verordnet habe/ ist auskeinen alten uhrkunden zu beweisen. Ja / esgedencket Kays. Otto I, dessen Herr söhn/auch keiner Abbatißin / weniger daß seineschwester in dem kloster gewesen / sondern nurdes conventus lanÄlmoniMim, jn dem ältestendiplomate des stiffts cls llaco Qvintilinga-bürg iO Sept. 9Z?/dessen Herr söhn aber K.Otto ll führet die Princeßin Mechtildenfeine schwester als eine Abbatißin ein/in einemschenckungs - briese ll. ll. eoll. A. 974. Es istwohl kein zweifel/daß es nicht auch alsofortdie jura lkatuz und der Reichs'immellietat er-langet habe / als andere frauen-klöster zu sol-cher würde kommen. Den ältesten noch vor-handenen Kayserl. lehn-brief hat Kays. CarlIV A. C. iz?? der Abbatißin Margarethengebohrner Gräfin von Schraplau ge-geben über die regalien und temporalität.Kays.lVenyel nennet es in seinem privilegislle dato Prag A.iz8s dasFürsicuthumOved-linburg/ und verlangte/daß die Abbanßinselbst vor seine Majest. kommen/und die welt-lichkeit und Herrlichkeit der Abtey und des Für-stenthums leiblich empfahen solte/ so sie daSmit fug thun möchte.

Die allvocAüs oder schugherrschasst die-ses fürtrefflichen stiffts haben anfangs dieRaysere selbst vermöge der lunllation undllotstion verwaltet/ nach abgang aber desSächsischen Kayserl. stammes haben die un-verwandten solches durchlauchtigen nahmensauch von denen Fürstlichen spielmagen selbi-ge führen sollen; Massen auch der Assanjschestamm/ und sonderlich aus der Posterität desMarckgrafeu von Soltwedel Albrechts/beygenahmt der Beer/ welcher eine Herzo-gin zu Sachsen in der ehe hatte/ die Marck-grafeu zu Brandenburg diese Rasten-vogcey auf sich gehabt / biß A. 1320 die Ab-batißin Jutta von denen achtbaren FürstenMarckgr. Henrichs seinen söhnen M. Wal-demar»! und M. Johannsen/ weiche die Vog-len hatten/selbe abgenommen/und Hertz. Ru-dolphen zu Sachsen verliehen. KaysCarliv hat sich hernach der sache mit angenom-men und befohlen / daß bey dem HauseSachsen solche erb-vogcey und schuyherr-schaffc verbleiben solle. Als diese Chur-li-nie mit Hertz. Albrechten A. 1422 ausgestor-ben/ hat das stifft die vogtey vor heimgesallengeachtet/und die Abbatißin Adelheit dieschirmberrschafft auff Gr. Ulrichen vonReinstein/weiches Gräfliche Hauß ohne demdie affterbelchmms an solcher vogtey herge-Egg g bracht