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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
Entstehung
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vom htil. Rönuschen Reich.

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verschoben und aufgehoben werden solte. End-lich käme es dahin/ daß denen Fürstlichen ve.putirten durch ein vecretum LolleZu Nsäkoru-li5 die «jeputations-Convente untessiget/da eini-ge ihre miethchaußer um die Herren Chursür-sten und der abwesenden Gesandtjafften zulogirenherzugeben veranlasset wurden/ weiles zumahl ein großer unterscheid/ wann einRömischer König bey lebzeiten eines Kayserserwehlet würde/ da man es so genau nicht zunehmen pflegte/ als wann es zum lmerreßnokäme/ und das Reich hauptloß wäre/ so hatman sich auff die vorigen calus oder ücentz derfremden ^inittroium halber nicht gerne ein-lassen wollen/ doch so lange man die zeit mitVisiten und revillten xMrte/ und die gasterey-en/ ring-und yuintaa - rennen und andere tustig-keiten gehalten wurden/ hatte man keinem dasgasi-recht versagt; da aber die canluitutiokesüber der cspitulation angiengen / hätte sichsgebühret/ daß alle fremde gewichen/ und nurdie Herren Chursürsten und dero abwesendenLegaten samt ihren comitaten und gardes inder stadt bleiben dörffen. Chur-Mayntz hiel-te es zumahl vor allzuhart/ wenn man so garstrenge bey der güldenen bulle verbleiben wür-de; denn es hätte nebens denen übrigen auchdenSpanischen Beschaffter betreffen müssen/welches aber oSenlä bey dem Könige Leopoldwürde gemacht haben. Und wurde zwar dieräumung der stadt bey trompeten-schal! verkün-diget/ denen Königlichen und Fürstlichen Ge-sandten und Deputaten aber unter der Handzu verstehen gegeben/daß es auf sie nicht gerich-tet/ sondern sie allesamt/ wie auch die Für-sten und Reichs - Stände zeitwährender sol-chen conlultationen und Handlungen in der stadtverbleiben möchten; damit aber forthin nichtszur ccinleHuerch und prTjuäitz ausgedeutet wer-den könte/wurde beliebt durch einDecret vor-zubauen und die ckHenlaüoa in gewisser Müssezulslviren.

Kurtz vorher den," Aunii hatte die stadtFranckfurt samt ihrem land-ausschusse denschlrm-und sicherungs-eyd vor dem Römer so-lennster geleistet/und Ihre Königl. Maj. hattezum erstenmal)! im Churfürsil. Collegi-o derostelle genommen/ die ausschaffung derer frem-den/ die in dem cklpevsstions-Dccrtt nicht ent-halten/wurde zwar etköwirtt/ doch aber baldhernach wegen Verschiebung des Wahltags in6»vorem des commerce die stadt allen fremdenwiederum geöffnet/ und Chur - Sachsen ließ ei-ne policey-und tax-ordnung publiciren / wie sichin währender wähl allenthalben zu verhal-ten.

a. Es wurde hlernechst die nunmehr in Oolle-

^io Lle<^czrali concertixte Wahl-c-pitulüticiliIhrer Königl. Majest. auch zur durchsth-undUnterzeichnung vorgelegt / welche sie nach reif-licher Überlegung mit ihren geheimten Ra-then angenommen / darauffder wähl - tag auffden ^ Julii dey trompeten - schall publiciret/und die ausschaffung der fremden ausgeruffenworden. Da denn die t^inistri pukücgals dievbgenannten Botschaffrer/ wie auch die Für-sten in person/ darunter selbst derErtz-HertzogLeopold Wilhelm / die Fürsten von LobkowitzErste Hnupt-Handlung.

und Auersberg / der Reichs - Stände vepu.ntte / und alle fremde Standes-personen /wasnicht zu dem Churfürstl. und der Abgesandtenlim-, gehöret / sich auffs land/ oder in die nahebegaben/es durffte auch kein Chur-Fürst überseine in der güldenen bulla verordnete anzahlder zwey hundert menschen und pferde/darun-ter sc- gardes begriffen / jemand von seinemcomitat darinnen behalten / allein dem Königin Böhmen wurden dreyhundert Personen zu-gelassen / mittwochs den ^ Julii die thore Wahl-sa^.und pforten der stadt verschlossen/und donner-stags den ^ Julii frühe um sechs uhr die gros-se meß-oder ftuer-glocke fast eine gantze stundelang gelautet/ die bürgcrschafft und reuterey derstadt auf den Römerberg und in den gaffenund marckten/ da es nöthig/biß an S. Bartho-loms Stissts-kirche in gewehr gestellet/woraufdie Herren Chursürsten und der abwesendenGesandten aus den Römer gefahren; und um9 uhr den zug oder ritt in die kirche zur wahl-capelle ohnemusic verrichtet. Der geistlichenHerren Chursürsten Chur - Habit waren langeroth scharlachene »wen oder rocke biß auf diesüße / und die Chur - Hauben von dergleichenzeug/der König führete über der rothsammtenHaube die schöne und kostbare Böhmische Cromund der weltlichen Herren Chursürsten Habitewaren von rothem sammet/ alle mit weißen Her-melin gefüttert/ und schwach getipt/ und rittenalle also/ daß vor jedem Chursürsten ftin Erb-Marschall mit unter sich gekehrtem vergütetemschwerdte in der scheiden die spitze in die höhekehrend herritte/ und eines jeden garde und tra-banten auffden fuß nachfolgten in der orNwng/Chur-Mayntz zur rechten/ und der König inBöhmen mit der Cron zur lincken/in der drittenlinie Chur-Sachsen zur rechten/ und Chur-Pfaltz zurlincken/ in der vierdten reihe zurrech-ten der Chur-Bayerische Geflwdte / zur linckender Chur-Brandenvurgische/ beede in ihrenordentlichen kleidern und ohne Marschallen.

Wie nun / weil durch des Allerhöchstenschickung die wähl bey dieser le/No» auff desKönigs in Hungarn und Böhmen Majestätausgefallen und das wcerreZnum sich damitge-endigct;

Also ist aus der collsnon dieser beschreibung Abweichungdesselben mit der güldenen bulla zu sehen / wie in von der süto,vielen stücken es gantz anders/ als wie es diegüldn-e bulla verordnet/gehalten worden. Andem ist es wohl/ daß die gesetzt / welche doch mitgutem vorbedacht von den vorfahren fleißig ge-macht worden/ sich nach der zeit und umständensccommoäiren müssen/und das gesammte hoch-löbliche Churfürstliche Collegium ein andersnach erhe'tschung der gemeinen Reichs-Wohl-fahrt veranstalten können. Allein es gäbe M^gel beyaber auch die erfahrung/wie gewaltig Chur- wähl-Mayntz sich seiner amorität als Ertz- Cantzlar^^'undvecsnuz gebrauchet / darüber einige derHerren Chursürsten/bevoraus Chur - Bran-denburg/empfind - undahndung fürgewendet/daß nemlich Chur-Mayntz nach eigenen', gefal-len die wahl-geschässce UNd cspiruZar-ou üussge-halten / der doch anfangs eine kleine llUgtionderwahl als unthunlich und gegen die güldenebulle zu lausten abgeschlagen hätte. Daß

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