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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
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Dss Europäischen Herolds erste Haupt-Handlung

nach dessen gutdüncken die materien pro^oni-ret/ wieder aufgeschoben/ andere hergenommenund wiederum ymgelegt würden /da es dochvors gantze Collegium gehöre /mit was Ordnungund art eine jede fache propomret und darübervsciret und beschlossen werden folte; welchesaber Chur^Mayntz vor einen eingriff und allzugrosse beschranckung seines OttcSoru aufge-nommen.

Es würde denen beräthschlagungen dadurchhinderniß gegeben/ daß man hätte/ diegeschaffte m anteccllum mit ihnen überlegte/ sichvergliche/ohne deren ansagung zusammenkä-me und die andern/ als unbereitet/ übereilenwotte/ und derselben Mißstimmung oder miß-fallvor nichts achtete/und die majal-L alsomach-tc/ daß es hernach/ da die folgenden vou etwasttöthiges erinnerten/ zum wenigsten anstandbrauchte/ ehe man zu cQvctuüanen gelangenkonte: es wäre auch nicht ? äignirsre zu vouren/da man wüste/daß in geheim die msjors schongemacht waren und das vottxte nicht inxaunnkame.

Es wäre auch nicht alles so ausgenommenund ÄrrerMwct worden im xrmocoU und beyfer-tigung des Wusses/ als die worte verbrachtworden.. Es hätte Chur-Mayntz sich unter-fangen die Franysische Gesandschttfft allein zuhören/ da Loch ihre ci-cMcive ans gantze Collegi-ttm gelautet/und auch ihr anbringen das gesam-te Collegium betrogen; welches war der frie-den oder krieg mit Spanien / und wie sich derneue Kayftr dabeyzu verhalten haben würde/vermöge der güldenen bulla solte jeder Cbur-fürst nur mit 200 Personen reisen/ man hatteaber regimcuter mit sich geführet. Bey vori-gen Wahl-tagen wäre vor gut befunden wor-den/daß die fremden Gesandten keine gardesHey sich halten sotten/ itzo hatte man ihnen um

Als Ihre Kayserl. Majest. A. 1689 einenU«.tag zur Römischen Königs - wähl veranlasset AM-und das conclsve zu Rom tscj« vacsnce einigewidrige bcysorge gefthöpftt/verschickte die (ton-xreßsnoQ der Cardinäle den KMmium ?ranci-scum lucci nachAugspurg um der Römischenkircheninteresse zu beobachten/ schrieben auchdeßhalber an Kayftrl. Majest. und die Catho-

lische Herren Churfürsten/ und vißiürtett son-derlich wegen der Bistthümer Osnabrück und

und daher viel Unordnung entstanden Mansey auch so fern von der Verschwiegenheit derwichtigstenmaterien abgewichen / daß sobaldnach endigung eines congrellu; die gantze stadtgewust/.was darinnen vorgegangen. Manhabe an feiten der Herren Geistliches zu fthr aufFranckreich Mcjicüret/ andere zu sehr auf Oe-sterreich und zu erkennen gegeben/was man Un-ter autorität des Collegii vor sich angesucht! ha-be. Es wurde auch nicht verschwiegen/ daßdes Grafen von Penneranda / SpanischenBstschafsters/ Gesindschasst aufdie sechs ton-nen goides ci?psvilret/ und wohin die wechftl-brieft ausgestelltt worden.

Merckwürdig ist/daß der zur zeit dieser Wahlüber jähr und tag zu Frankfurt MbMrendePäbstljchechlumiuz, 8^..keliciu5) sich sehr wohlin seinen schmucken gehalten; und ober zwardann und wann bey denen Cacholischen geist-und weltlichen Herren Churfürsten unter derHand gewisse angelegenhetten und die befthleu-nigüng der wähl rccOmmenMret/ doch öffent-lich und zum rechtest netzauo sich in die c^pttui».tioos-und wahl-geschäffte nicht eittgemischet/und also dadurch zu vernehmen gegeben/ wiewenig befugniß die vorigen PabK gehabt/ beyder Verfassung des heiligen Reichs TeukscheeNation zu sprechen.

Hildesheim gegen das hauß Braunschweig/ er-innerten Ihre Kayftrl. Majest. ihres Advoca-ten- amts; es hat aber weder dieser Prälat/noch der ihme von dem inzwischen erwehltenPabste Alexander viii nachgesendete sscobug^anr-ttvi, folgends Cardinal / was mehrers öf-fentlich unlernommenzman hat auch bey der cs-pimlsttoa keine änderung zu tmfpüren gehabttDie Übrigen regmMa der Voahl - coovoca.t^on und wie die begleitung derer Churfürstenauf ihren reisen / die sichetung des Churfürstl.(lotteKli.diesrcsns der corCuItittioneN und desconcjavti, die Wähl-Lyde/ die propolmor» derwähl/ die führung dcr votorum, die ftugniß-haltere/ die Mit ms conclavs eintreten dörffen/das wühl- conclusum und andere zum Mterre-ßNO gehörige Verrichtungen allhier weitläuffti-ger abzuhandeln leidet das vorhaben nicht; wieaber die wähl zu verführen/zu verkündigen/demerwehlten Köm und Kayftr die Reichs-verwal-tung anzuvertrauen/ selbige zu scceputen undanzutreten/ und wie die m-mglu-atior, und krö-mmg lolevMret und verrichtet werde/davon istschon oben einige anzeige geschehen / es erfolgetauch mitere Nachricht unten an feinem orte/ davon der capttulsnov gehandelt wird;

Von der Augusta oder Römischen Kayse- ^rin ist nun noch etwas weniges nachrichtlich zu ZonMvermelden» ^ ^ '

Die attenRömischen Kayftrehaben/ besagedes grossen rechts - buchs/ ihren Gemahlinnengleiche p:i.vilegia/so weit das weibliche gcschlech-te deren fähig gewesen/beygeleget/ sie vomwa,

k(evcreliä»ttims5»VcaerabiIe5,3ere-

vttiiMHs, ^ußuttss genennet; daher auch eineRömische Kayftrin/ wann sie bey der Kayftrl.krömmg gegenwärtig / Nebens ihrem Herrnund Gemahl von eben denen Churfürsten undfast mit gleichen ceremonien gefalbet und ge-krönte zu werden pfleget. Das älteste exempelhat matt an der Gemahlin Kayftr Ottensli^MItteopttsoia, welche A.971 zu Rom gekrönet, nunz.Conradsii, nahmens Gisela / welche samt ih-rem Herrn A. 1027 zu Rom consecrstionem 6cvomsn tmperstrjcjs, wie es derettBeicht ä vatevWippo giebt/erhalten hat. Ingleichen sindauch die Kayftrin Serttia. Kayftr Henrichs i vGemahiin/vomPabsteClewentenitt;DieKay-ftrin keamx i Kayftr Kiedrichs l Ehegemah-lin/vom Pabsteesscttstellt ; ferner die Kay-ftrin content»?, Kayftr Henrichs VI Gemah-lin / vom Pabst Coelestino Ul A; 1192 ; danndie Kaysmn Margaretha / Kayftr Ludwigsv Gemahlin/ von denen vier obersten Haupt-leuten zu Rom ; wiederum Anna/ KayftrCarls IV Gemahlin/ A. izfs ; weiter visKayftrin ^.eonora / Kayftr KiedrichsHl Gemahlin/ von Pabst Nlcolao V zuRom mit der Crone beehret wordem Jtt

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