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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
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ge gemacht / sonderlich von Chur-Cölln/ dadie Frantzosen nur dem ersten ChurfürstlichenGesandten dieExcellentz und in ihrem logementdie oberstelle einräumen wolten/ da doch derSchwedische Minister Biörnclau/ und derPolnische Vizowsky davon keinen Staatmachten/ und der Frantzöische Gesandte Avau-gour zu Berlin in seinem Hause denen Chur-fürstlichenDeputirten den Vorsitz und die Ercel-lentz gegeben. Chur-Mayntz wurde nach an-zeige Herrn pukenäorfsinUiKvr.Ll'anäeb. p.^lsdamit olkenLÜrt/ daß als S'e. Churfl. GnadenKönig Leopolden die Visite zu geben in den Hofdes Braunsens kommen / niemand verordnetgewesen/der sie beym aussteigen am wagen em-pfangen/sondern sie den langen Hof zu fuß bißan die stiegen allein gehen müssen/ da sie erstvom Königl. Oberst - Hof-Marschalln/HerrnGrasen vonStahrenberg/beneventirel worden;

allem das l'keatrum LuropXUM l'. 8 k. Z2.8meldet von keinem mißvezgnügen/und berichtet/daß sie bald darauf von dem obristen Hofmei-ster/Grafen von porclZ, angenommen/die stie-gen hinauf begleitet/und oben im vor-saal vonIhrer Majestät mit entblößtem Haupteund beederftits tiefer darreichung der Hände be-willkommt. Im eintritt und sitzen / wie auchim herausbeglciten / so biß auf etliche treppender stiege geschehen / hätten Ihre Majest. dieoberhand gehabt/der Ober - Hofmeister undOber-Hof-Marschall aber Ihre Churfürstli-che Gnaden biß anders wagen/der mit is biß56 andern wagen von dero luits haußen vor demBraunftlß gewartet/bedienet. Bey der revi-üte im compollel!. dahin derKönig allein mitei-^cncreintzigen carosse gefahren/meldet Herr Pu-fendorff/ daß er an der stiege unten nur durcheinen Cavalier empfangen worden; allem dassetzt / daß Chur-Mayntz S. Königli-chen Majest. biß an dero wagen entgegen kom-men/und ihr die rechte Hand nebens voller ehrer-bietung gegeben hätte.

Es habe auch Chur-Mayntz dem Ertz- Her-Höge Leopold Wilhelmen als Vormunden IhrerMajest. die ehre der ersten Visite gegeben undsich bey derselben indie drey stunden ausgehal-ten. Und bey der comravilue habe man auchm die zwey stunden sich emretemret. DieChur - Brandenburgische Gesandschafft/derenPrincipal war Printz Johann Mauritz vonKassau / nahmen ihre emree eben an dem tage/da nun das Römische Reich ohne Oberhauptein gantz jähr gestanden / und wurden Chur-Cölln und Chur-Pfaltz noch in hohen Personenerwartet. Wegen Chur - Bayern aber warGraf Hermann Lßon vonFürsten unter den er-sten mit/die an dem wahl-orte eingezogen.

Chur-Sachsen und Pfaltz gaben die Visitenzu erst an den König in Böhmen und bekamensie des nachmittags wieder zurück. Die Chur-BrandenburgifcheGesandtschafft wolte Chur-Mayntz die erste Visite als Haupte des Chur-fürstlichen Collegii nicht in zweiffcl ziehen; weilaber doch der Churfürst befohlen/sie seltensich nach andern richten / diese aber selbigedem Könige in Böhmen zu erst gegebenhatten / ob er wohl nur der vierdte in derordnung war/ so ließe Printz Moritz dem Kö-nige seine ankunffr mit vier zu wagen kommen-

den Cavalliern ; denen Churfürsten aber nurmit dreyen noukcixen/und war das «.oncertmit dem obristen Hofmeister Porcia der er-sten Visite halben dahin gemacht/ daßder Kö-nig lhme zu erst die stunde der Visite wissendmachte. Der obriste Hof-Marschall/Grafvon Starenberg / empfinge ihn und die übri-gen Brandenburgischen Abgesandten/ den vonCanstein und den von Jena/an der stiegen/undder obriste Hofmeister Fürst von Porcla ander Ritter - stube / der König benevemirtesie in seinem gemach/ an einem tische stehend/der einen fußhoher als das psve war/daraufalle drey Gesandten zu ihme traten/ und PrintzMoritz sich bedeckte/ der König auch so offt wie-der an Hut griffe / als des Churfürsten nähmegenennet wurde.

Man hielte zwar am aufdem Rö-mer die erste präliminar-cortierentz/doch konteI. M. in Böhmen/ welcher an der Chur-mündigkeit noch zween monate und etliche ta-ge mangelten/ nicht dabey seyn; Chur-Mayntzund Chur-Sachsen reiftten aber etwas aus/jener in seine ordinar-residentz/und dieser nach

isliciuz nähme seine entree in aller stille/gäbe den Frachoischen Gesandten bey sich dieHand/ vortritt und Excellentz/.denen Churfürst-lichen Gesandten aber nicht.

Und waren neben derer Herren ChurfürstenGesandten auch und denen obgedachtenNuntisund Spanischen/ Frantzöische»/ Schwedischenund Polnischen/ auch eine Dänische/ Veneria-nische/ Mantuamsche und Modenesische/ auchTartarische Gesandschafft allda. Da aber Bey Mauch eben die materia von der ausschliessung derfremden / welche weder zu denen Churfürstli- wird ä.^chen Lomitaten noch zur stadt gehöreten/und inder güldenen bulle in. l K.^ives davon verse-hung geschehen / viel arbeit machte. Dennder gekrönten Häupter Gesandten wolten sichzum auszuge nicht accommoäiren / und dieReichs - Depmirten nicht weichen / als derenConsent auch indem interreZno fortgewähretund ihren hohen Prmcipalen nicht unbillich ge-bührete bey so geschwinden läufften/ da diePohlen ln Pommern und Dcmemarck insBremische eingefallen/vor die ruhe des Vater-landes sorgfalt mit zu tragen/ die Fürsten auchbey der capittaarion ihr intereffe anzuziehen hät-ten; und ausdrücklich vom Churfürstl.Cvlle-giodieersetzung des schadens forderten/ wanndas Reich pericliuren solte. Da man herge-gen an feiten des Churfürstlichen Collegii er-widerte/ daß die Frantzöische Gesandtschaftob sie wohl die stete verbleibung in der stadtFranckfurt nach dem exempel des SpanischenBotschaffters von LaKck ^octnZo, der zuAugspurg A. i6sz verblieben war biß auffden tag der publicirten wähl/ und doch selbi-gen abend wieder in die stadt kommen/conck-tivmret hatte/ sich eben so wenig hinaus zunehmen hätte / die güldene bulle zu interprett-ren/als wenig man im Reiche sich erkühnetsdas Salische gesetze auszulegen/ und über derdamahls stehenden ordinari Reichs-äeputauonwurde zweifelhaft gemacht/ ob mutato rerumKam sie fortgesetzt / oder biß nach der wähl

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