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Des Europaisthen Herolds
einander jeder in seiner art zu behaupten be-flissen seyn solten. Und dahin gehöret die ih-me angeschaffene geschicklichkeit zu reden/krafftderen er seine gemüths-meinungen andern mit-zmheilen/ und dieses/ was ihme nütz-oder schäd-lich/recht oder unrecht/angenehm oder widrigzu seyn düncket / anzuzeigen vermag. Und obwohl der mensch wegen seiner nach dem fall an-klebenden schwachheit der gesellschafft nöthiggehabt: So ist doch solches nicht die eigentlicheUrsache/ sondern vielmehr die menschliche naturselbsten/ welche/ wie anfangs gedacht / eine in-nerliche neigung zu der gesellschafft traget»TeseUschafft dem leidigen fall/da alles an dem men-d/m f"li ver, sehen hauptsächlich verdorben/ist zwar noch eineVörden, allgemeine liebe / Zuneigung und erbarmungübrig / welche auch bey Barbaren und Heydendie jui-2 kumamtatis gewircket/ und verursacht/daß sie freud und leid mit einander offc gemeinhaben/ daß ehelich verbundene einander lieb-reich meinen / eltern ihre kinder / Herren ihretreuen knechte/ Obrigkeiten ihre gehorsame un-tetthanen / und diese allesamt wiederum ihreobern Und wohlthater lieben/und samt und son-ders ihre Wohlfahrt und erhaltung in gewin-nung des vortraglichen und abwendung desnachtheiligen zur absieht haben. Mein es ereig-net sich dabey so eine grosse fühlloß-und eigen-siNnigkeit/wie auch einbildung/ der nechste gien-ge uns nichts oder wenig an / daß man die be-gierde Zur gesellschaffc nicht mehr in der altenaufrichtigen natur und göttlichem angeschafftNen triebe/sondern nach der verderbniß in derdürfftigkeit und in dem verlangen nach zeitli-cher bequemlichkeit und nutzen/ weniger nichtjn der furcht von andern beschädigt/ oder dereinsamkeit in seinen nöthen hülffloß gelassen zuwerden / oder zum wenigsten daß wir ausserdem umgange und handthierung mit andernleuten nicht getrauen/ die Nutzungen und gewinnsie/nach welchen wir streben/glücklich und ge-wündschtzu erreichem Dahero nun leichtsamM erörtern ist/ ob die natur die alleinige Ursacheder begierde Zur gesellschafft sey; welches ge-wiß so ferne ist/ als man hergegen so fort beykindertt / dasich der verstand beginnet allmäh-lich Herfür zu thun / wahrnimmet/wie ste entwe-der das/was sie bey andern sehen / verlangen/und da sie es nicht habhafft werden können/ sichmit schreyen und sonst übel gebchrden/oder auchdasie allein sind/aus furcht ihre bequemlichkeitnichtzu haben oder von einem grausenden aus-stoffe beschädiget zu werden/ zu andern men-schen ihre zuflucht nehmen. Wie nun mit an-wachsenden jähren die kettntniß der incliZentzund mangels auch die begierde ein ding / auchmit des besitzenden nachtheil/darnach derappe-tit wenig fragt/vor sich zu ziehen grösser wird/darneben die zu feinem nechsten tragende liebenach der nochwendigkeit und Nutzbarkeit an-schlägt/und dießl-zäus undstarcke oder schwa-che darnach richtet : Also ist nicht uneben vondem berühmten und subtilen Nobbez,und denendie seinen fußtapffett nachfolgen/die frage aufstapet gebracht/ob nicht der natürliche stand desmenschen einttams belli oder dermaßen bewandtsey / daß/wenn es möglich wäre/ daß er ausser-halb der gesellschafft lebte/ er anders nichts se-hen würde/als sich vor der befürchteten gefahx
und schaden zu bedecken/und das/was ihme vor-traglich scheinet/zu suchen/und da es ihme ausgutem willen nicht verabfolget werden wolte/ ^solches mit gewalt zu sich zu reißen / mit demaber zu frieden seyn / und eine liebe zu wech-seln/ der ihme am wenigsten schaden und ammeisten nutzen brachte. Wer die welt eigent-lich kennen lernet/wird sich kaum entschlagen zuglauben/ daß nicht in dem stände der menschli-chen gesellschafft diese prm«ipia am meisten pra-ctieiret werden/ welche m loLlstats iatronumund denen Staaten/wie vor altersaus lauterraubern und freybemern bestanden/ zum privi-legirten herkommen sutorillret waren. Die Zweck allerabsieht nun aller menschlichen gefellschafften ist geseuschaff?und bleibt die annehmlichkeit wider die einsam-keit/ die hülste in allen nöthen und anliegen/unddiesicherheitgegett mißliche begegniße. Wo-hin zum cheil der allweise GOTT selbst beyerschaffung der gehülffin im Paradiß gesehen.Und wenn die natur den menschen zur gesell-schaffc die Hand leitet/wird sie von diesen um-ständen darzu bewegt/ und weil zu pfiegung dergesellschafft und erlangung dieses zwecks einegeschicklichkeit erfordert wird/ daßernemlich/soviel als ihme möglich/die gemeinsame Wohl-fahrt mit seines gleichen geftttschafftern in sei-ner waaße und art befördern/ und von dem sei-nigen jenem etwas wiederfahren lassen / vondiesem aber das nothdürfftige und angenehmeerlangen möge; so hat der menschliche verstandan Hand gegeben sich über dergleichen dingenmit einander zu vernehmen und zu vereinbaren/und das/ was also verglichen / einander würck- >lich zu leisten/oder im fall der nichtHaltung ent-weder daß ihme das gegen-versprochene auchnicht gehalten/ oder ein dritter mann darzu er-sucht werde / der den wider treu und glaubenhandelnden durch gütliche zurede oder Zwangs-mittel dazu anhalte»
Davon ist bald bey aufrichtung der mensch-lichen gesellschafften nöthig gewesen bey sonstgleichen leuten einige Ungleichheit zu stifftenund dahin es richten / daß einer dem anderndie schuldige gebühr leiste/ welches der brunn-quell ist/ woher die regimenter in der welt herge-floffem
Zwar ist gewiß / daß nach dem fall erst GOtt Z" ständeder gerechte richter das weib um ihrer ersten euie'ätt derÜbertretung willen / weil sie den mann durch li- »vltceyistige beredung in die sünde mit eingeflochten/des mannes willen und herrschafft umerworf-sen/und daß im stände der Unschuld / angesehendas weib von des mattnes fleisch und beinen undseine treue gehülffin / auch in dem anhangengleichsam a^lukinirtt oder angeleimec war'also daß sie ihm die schuldige freundschafft ohneeinigen Mangel in allewege würde erstattet/ eraber vater und mutter verlassen/und an demweibe gehangen habm.Es würden auch die kin-der ihren eltern vollkommenen gehorsam / liebeund treue zu bezeigen geflissen/und solcher gestaltan ehelicher liebe oder kindlicher treue und beob-achtung der angewiesenen arbeit in bauung desKattens Eden/und wenn der mit der zeit zu engeworden/in bauung des noch allerdings im fegenstehenden erdreichs/ am allermeisten aber anausbreitung der ehreGottes und beygenießungder von ihm empfangenen gaben und guter/an