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2: 1887
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die verlassene Stätte irren und bei der Erinnerung an den früheren Glanzbittere Thränen vergießen. Am 31. Juli 1803 wurden die beiden Stand-bilder der seligsten Jungfrau im Triumphe von Ottersweper nach Marien-thal zurückgebracht. Die Einwohner von Hagenau zogen ihnen mit fliegendenFahnen und mit Blumensträußen oder mit brennenden Kerzen in der Handin feierlicher Prozession entgegen. Die angesehensten Bürger der Stadttrugen von den Thoren bis zur Liebfrauenkirche die Bildnisse auf ihrenSchultern. Der Bischof von Straßburg feierte das Pontifikalamt undstiftete zum Gedächtniß dieses Tages ein Fest, das noch alljährlich am erstenSonntage im Juli begangen wird. Seit dieser Zeit wird Marienthalhäufiger besucht als je. Vornehmlich an den Tagen, welche die Kirche derVerherrlichung Mariens geweiht hat, eilt die fromme Menge am zahlreichstenherbei; man zählt alsdann nie weniger als 4000—6000 Fremde, Männer,Weiber, junge Leute, Kinder und Greise. Alle drücken auf ihre Weise dergütigen Jungfrau ihre Liebe, Verehrung und Dankbarkeit aus. In derKirche zu Marienthal sind die Wände des Chores gänzlich mit Votivbildernbedeckt. Die meisten jungen elsässischen und lothringischen Soldaten begebensich, ehe sie zum Dienste einrücken, nach Marienthal, um den Schutz derseligsten Jungfrau anzuflehen; und heute noch sieht man die Eltern derer,welche oft auf beinahe wunderbare Weise dem Tode entgangen sind, nachMarienthal kommen, um hier Dankmessen lesen zu lassen. Vermöge einessonderbaren Widerspruches schicken viele Protestanten, hingerissen von demBeispiele der Gläubigen im Geheimen eine fromme Person, die in ihremNamen die Wallfahrt zu vollbringen und ihre Gaben darzubringen hat.

Die Zahl der Pilger belief sich in den Jahren 1857 und 1858 aufm ehr als 300,000, und allein in der Oktave der Himmelfahrt Mariä aufmehr als 30,000.

Odilienbeisg.

mächtige Herzog Eticho, welcher in Oberehnheim residirte, ver-langte schon lange sehnsüchtig nach dem Augenblicke, wo seineGemahlin Bereswinda ihm einen Erben seines Namens und seines Reich-thums schenken würde. Aber seine Hoffnung wurde sehr getäuscht, denn daserstgeborne Kind, welches ihm einstens seine Gattin, da er gerade von derJagd zurückkehrte, entgegen brachte, war ein schwächliches, blindes Töchter-lein. Wie vom Blitze getroffen blieb der stolze Herzog bei dessen Anblickstehen. Unfähig, in seinem Zorne Mitleid mit dem weinenden Kinde zuhaben, wandte er sich finsteren Angesichtes von ihm ab und befahl seineu Dienern,