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bild Mariens mit dem Jesukinde. Von dieser Stunde an blieb die Kirchezu Marienthal geschlossen und verlassen. Bald war es auch nicht mehrmöglich, neben den verödeten Mauern niederzuknieen, denn die Ketzer, die inden benachbarten Wäldern umherstreiften, mißhandelten alle Katholiken, derensie habhaft werden konnten.
In diesem Zustande blieben die Dinge bis zum Ende des 16. Jahr-hunderts. Um diese Zeit begannen einige Väter der Gesellschaft Jesu, welchedurch die Bemühungen der Bischöfe von Straßburg in Molsheim ein Klostererhalten hatten, den Weltpriestern von Hagenau den Beistand ihres geist-lichen Wirkens zu leihen und unter dem Volke den Glauben und die Frömmig-keit wieder wach zu rufen. Bon diesen glücklichen Folgen in Kenntniß gesetzt,berief Papst Paul V. die Söhne des h. Jgnatius nach Hagenau undübertrug ihnen zu gleicher Zeit die Obliegenheiten und Einkünfte des KlostersSt. Wilhelm zu Marienthal.
Indessen sollten die schönen Tage von Marienthal noch mehr als ein-mal getrübt werden. Die Jesuitenväter hatten der Wallfahrt nicht nurihren früheren Glanz wieder verschafft, sondern auch die Irrlehre in einembeträchtlichen Theile des Elsasses ausgerottet.
Die französische Revolution brach herein mit all ihren Schrecknissen.Zwar blieb die Kirche dem Volke geöffnet und die wunderthätigen Bilderan ihrem Platze; allein im Jahre 1791 hatte Brendel, der eingedrungeneBischof von Straßburg, einen abtrünnigen Kapuziner, einen beeidigten Priestermit der geistlichen Verwaltung dieses Gotteshauses betraut und die Gläubigenwollten von dieser gottesräuberischen Hand keine geistlichen Güter annehmen.Indessen hatte sich bald das Gerücht verbreitet, die verhaßte Regierung,welche Frankreich in ihrem Joche hielt, habe den Befehl gegeben, die Kirchezu schließen und ihre Thürme zu vermauern. Alle Katholiken der Umgegendtraten zusammen; und als am bestimmten Tage die Commissäre des Staateseintrafen, um ihren Auftrag zu vollziehen, fanden sie 3000—4000 uner-schrockene Bauern um den Tempel der seligsten Jungfrau versammelt undentschlossen, ihn zu vertheidigen. Bei diesem Anblicke eingeschüchtert zogendie Commissäre wieder ab und die Kirche blieb geöffnet.
Im Jahre 1793 brachten zwei eifrige Priester und einige frommeLaien mit Gefahr ihres Lebens die wunderthätigen Bildnisse, die geweihtenGefäße und den Kirchenschmuck nach Ottersweper, einem Dorfe auf derrechten Rheinseite. Dort blieben sie bis zur Wiederherstellung der katho-lischen Gottesverehrung in Frankreich. In demselben Jahre 1793 wurdeMarienthal von den deutschen Truppen besetzt, welche in das Elsaß einge-drungen waren; die Soldaten lagerten im Innern der Kirche und desKlosters. So wurde das von Albert von Wangen gestiftete Gotteshaus ineine Kaserne verwandelt und durch die Ausgelassenheit einer zügellosen Sol-dateska entweiht. Gleichwohl sah man noch oft einzelne arme Pilger um