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2: 1887
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70 Prozessionen jährlich dort eintrafen. Die Akten des Franziskanerklostersmelden viele wunderbare Gebetserhörungen, welche auf die Fürbitte derallerseligsten Jungfrau hier geschehen sein sollen.

Im Jahre 1802 wurde das Franziskanerkloster aufgehoben, die Kloster-gebäude nebst den dazu gehörigen Gütern verkauft und die schöne Bibliothekverschleudert. Die Kirche niit dem Gnadenbilde kam jedoch in den Besitz derGemeinde und wurde zur Pfarrkirche erhoben. Wenn auch nicht, wie in denfrüheren Jahrhunderten, so wird das Gnadenbild doch auch jetzt noch immerfleißig besucht.

Der Apollinarisb^rg bei Kemagen.

us dem linken Nheinufer, gleich unterhalb Remagen, erhebt sichauf einem Hügel am Ufer des Stromes eine schöne gothischeKirche, die Apollinariskirche genannt, zu welcher sowohl das ganze Jahrhindurch, als besonders zur Sommerzeit große Schaaren von Pilger wall-fahrten und den Schutz des Heiligen besonders gegen epileptische Krank-heiten anflehen.

Die Verehrung des h. Apollinaris an dieser Stätte ist uralt, jeden-falls datirt dieselbe bis vor die Mitte des 12. Jahrhunderts. Wiewohl einespäter entstandene Sage berichtet, der Erzbischof Reinold von Köln habe1164 die Reliquien des h. Apollinaris dorthin gebracht, als er auch dieReliquien der hh. drei Könige nach Köln brachte, so steht diese Sage dochdem entgegen, daß die Verehrung des Heiligen an dieser Stätte weit älterist, auch keiner der gleichzeitigen oder bald nachfolgenden Geschichtschreiberüber diese Ueberbringung etwas berichtet, was um so eher geschehen mußte,da sie die Ueberführung der Reliquien der hh. drei Könige nach Köln aus-führlich bekunden. Ebenso ist historisch nachgewiesen, daß die in dieserKirche vorhandenen Reliquien nicht die des Bischofs Apollinaris von Ra-venna sind, sondern eines anderen Heiligen, der ebenfalls Apollinaris ge-nannt wird. Vorstehendes ist durch die Bollandisten zum 15. Juli klar undbestimmt nachgewiesen worden. Gehen wir nun zu der eigentlichen Geschichtedieses Wallfahrtsortes über. Aus diesem Hügel stand eine Kapelle, demh. Martinus geweiht, welche in einer Urkunde von 1110 bereits als einesehr alte Kapelle bezeichnet wird. In diesem Jahre nun kamen aus Auf-trag der Stadt Remagen, welcher diese Kapelle geHärte, zwölf Bürger zumErzbischof Friedrich I. von Köln mit der Bitte, an dieser Kirche ein Klosteroder Kanonikat zu errichten, damit ein beständiger Gottesdienst an derselbeneingerichtet werde. Erzbischof Friedrich begab sich mit den Abgesandten von