Beurig bei Saarburg.
n der Saar, Saarburg gegenüber, liegt das Pfarrdorf Beurig,in dessen Kirche sich ein vielbesuchtes Gnadeubild der allerseligstenJungfrau Maria befindet. Bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts war dieseGegend noch unbewohnt; dichter Wald dehnte sich allenthalben aus, nur ander Saar standen einzelne Hütten, welche von armen Ansiedlern bewohntwurden. Da kamen eines Tages Landleute durch den einsamen Wald undfanden in einem Baume ein hölzernes Marienbild stehen. Diese Erscheinungwar auffallend, um so mehr, da man trotz aller Nachforschungen Niemandfinden konnte, der dieses Bild dort aufgestellt hätte. Man sah dieses alseine wunderbare Begebenheit an und von allen Seiten strömte das gläubigeVolk hinzu, um hier seine Andacht zu verrichten. Um die Pilger vor Un-wetter zu schützen, errichtete man neben dem Baume eine Hütte aus Lehm;als aber die Wallfahrt immer mehr zunahm, erbaute man 1494 eine stei-nerne Kapelle und stellte das Gnadenbild auf den Altar derselben. Jedochimmer größer wurde die Zahl der Besucher und deshalb entstand allmäligder Wunsch, statt der Kapelle eine größere Kirche an diesem Orte zu besitzen.Der Erzbischof von Trier, Richard von Greiffenklau (1511—1531) errichtetedeshalb 1516 den Bau der Kirche sowohl als einiger Spitalhänser zumUnterkommen der Pilger, wobei vorzüglich die Familien der Greiffenklau,Metternich und von der Leyen ihn mit Geldmitteln unterstützten. Die Wappendieser Familien sind in der Kirche angebracht.
Der Pfarrer des benachbarten Dorfes Jrsch hatte bisher den Gottes-dienst zu Beurig versehen, aber dem Bedürfnisse konnte er nicht Genügeleisten. Im Jahre 1600 hatte sich nun der Franziskaner-Pater Romerepan der Kirche bei Castel an der Saar, in welcher die Gebeine des in derSchlacht bei Crecy gefallenen Königs Johann von Böhmen ruhen, eine Zellegebaut und führte dort ein beschauliches Einsiedlerleben. Oft pilgerte ernach Beurig, verrichtete dort seine Andacht und las die heilige Messe. Aufden Wunsch der Bewohner Beurigs hin suchte er bei dem Erzbischofe Lotharvon Trier es zu bewirken, daß mehrere Franziskaner-Patres der strengenObservanz dorthin berufen wurden. Bereitwillig ging der Erzbischof aufdas Gesuch ein und im Jahre 1612 ließen diese sich dort nieder. Siewohnten Anfangs in einem kleinen Hause und gaben sich mit solchem Eiferder Seelsorge hin, wodurch die Wallfahrt sehr gehoben wurde. Gleichzeitigaber wurde auch der Neubau eines Klosters in Angriff genommen und Erz-bischof Lothar ließ für sich die zunächst der Kirche gelegenen Zimmer ein-richten, in denen er sich sodann häusig aufhielt. Nunmehr wurden die Wall-fahrten so zahlreich, daß man durchschnittlich jährlich 20,000 Pilger zählte und