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2: 1887
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alle Freitags, wenn es dem Herrn Pastor gelegen, nach der Kreutzkapelleauf den Stoffeln geht, Wein und Hostias anschaffet, darob bekommt erjährlichs 1 Reichsthaler."

Ferner besagt das Archiv der Pfarrkirche zu Bilk, daß im Jahre1729 eine gewisse Zehnpfennig, geborene Brauns, für 50 bergische Reichs-thaler zwei heilige Messen stiftete, von denen eine in der Pfarrkirche zuBilk, die andere in der Christophorkapelle zu Stoffeln gehalten werdensollte. —

Hieraus geht hervor, daß bereits vor Alters hier eine Kapelle gestan-den, die aber bald Kreuzkapelle, bald Christophorkapelle genannt wurde.Wir glauben daraus schließen zu müssen, daß die Kapelle ursprünglich demh. Christophorus geweiht war, von dem denn auch der Ort seinen Namenerhalten hat und daß diese Kapelle sodann eine Kreuzpartikel erhielt, wohersie denn auch mit diesem Namen bezeichnet wurde. Wirklich befand sich inderselben eine Kreuzpartikel und es existirt über dieselbe in dem Volke fol-gende Sage:

Die Kapelle zu Stoffeln wurde einst von einem Diebe ihrer werth-vollsten heiligen Gefäße beraubt. Als später dieser Dieb wegen andererVerbrechen verhaftet und zum Galgen verurtheilt worden, bekannte er auchden zu Stoffeln verübten Diebstahl und gab an, daß unter den geraubtenGegenständen sich auch ein Gefäß mit einem Partikel des h. Kreuzes be-funden habe- Kaum habe er die Kapelle verlassen gehabt, so sei er auallen Gliedern steif geworden und habe nicht weiter gehen können. Nach-dem er aber das Gefäß weggeworfen, habe er seinen Weg weiter verfolgengekonnt.

An der bezeichneten Stelle suchte man nun nach und fand das Gefäßmit dem erwähnten Partikel.

Im Jahre 1744 erhielt die Kapelle einen zweiten größeren Partikeldes h. Kreuzes, wahrscheinlich von dem Erbauer derselben, dem KurfürstenKarl Philipp. Die in dem Pfarrarchiv zu Bilk befindliche darüber aus-gestellte Beglaubigungsurkunde lautet in deutscher Uebersetzung wie folgt:

„Heinrich Lasso de la Vega, durch Gottes und des apostolischenStuhles Gnade Bischof von Taumako.

Allen und Jeden, die dieses lesen, bezeugen und bekräftigen wir, daes uns obliegt, für die heiligen Reliquien Gewähr zu leisten, daß dieselbenvon authentischen Orten hergenommen und mit authentischen Dokumentenversehen und unterschrieben seien, so bestätigen wir, daß der beiliegendePartikel vom heiligen Holze des Kreuzes unseres Herrn Jesus Christusentnommen ist. Wir haben denselben ehrfurchtsvoll in eine silberne Kapselverschlossen und diese selbst haben wir mit unserm Siegel versehen, welchesmit einem Seidensaden von rother Farbe durchzogen ist. Dasselbe Siegelin rothem spanischen Wachse haben wir zum Beweise der Echtheit und Jden-